noch mehr Änderungen

Es gibt irgendwie so viele Änderungen.

Die Brücke – die Zähne sind immer noch so fremd für mich – als wären sie ein Fremdkörper. Optisch passt es – aber vom Gefühl ist es – fremd.

Ich mag Technik, aber ich trau mich nicht auf Win10 umzustellen, weil ich mich – umgewöhnen müsste. Vielleicht.

Gestern ist mein mp3-Player kaputt gegangen. Er ist viele viele Jahre alt – noch einer mit normaler Batterie, der schon damals kaum noch zu kriegen war. Das war mir wichtig, weil ich immer vergesse Akkus aufzuladen – und da brauchte ich einfach nur eine neue Batterie mitnehmen.

Schon seit Jahren ist er mit Thesa geflickt, weil das ganze Gehäuse auseinanderfiel. Aber er lief.

Als ich mit Smartphone anfing, versuchte ich umzustellen – Musik hören mit dem Handy. Doch das fraß einfach nur Akku und so reichte es nicht mehr bis abends.

Diese Unsicherheiten ob ich noch genug Akku habe usw – waren zermürbend.

Als gestern der Player einfach nicht mehr zum Laufen zu kriegen war, war es nicht die Verzweiflung, weil was mir wichtiges fehlen wird, etwas, dass das „draußen“ erträglicher macht, sondern dass ich mich umstellen muss.

Ich weiß ja dass ich es übers Handy kann oder über einen neuen mp3-Player – aber einen, der mit normaler Batterie läuft und der auch noch gut klingt – ist kaum noch zu kriegen.

Und selbst da – müsste ich mich umgewöhnen.

Eine Weile hatte ich das Smartphone genutzt – ich hatte als Werbegeschenk ein Headset bekommen, das zwei Ohrstöpsel hat – so dass es auch als Kopfhörer nutzbar war – und durch die  Bluetooth-Verbindung war es – einfacher – also mit den ganzen Kabeln.

Kopfhörer und Handy war immer irgendwie – komisch.

Ich hab mich gestern verloren, es war zu viel Änderung. Wie so vieles in letzter Zeit.

Mein ganzer Wochenplan ist – anders – ich ahb das Gefühl – ich bin so anders. Nicht nur anders als die anderen, auch anders, als ich mich kenne.

Fühle mich fremd, in mir, mit mir und hier.

Es fehlt jede Struktur, weil alles irgendwie nur durcheinander ist.

Wenn ich zu spät komme, unpünktlich bin, kann ich damit überhaupt nicht umgehen. Mit der Unpünktlichkeit andere komm ich besser zurecht – allerdings hängt es da auch etwas davon ab um was es geht. Bei einem  privaten Treffen ist es nochmal anders, besser. Aber Thera z.Bsp – da werde ich nervös wenn die um eins sein soll und nicht um eins beginnen kann – warum auch immer.

Es fesselt irgendwie alles und ich brauche dann etwas Zeit um – umzuschalten – aus diesem inneren Chaos, der Unruhe, Unsicherheit oder was auch immer es ist – rauszukommen, mich auf die Begegnung einzulassen.

Gestern ist mir klar geworden, das ich in diesem Chaos, der Unruhe und Unsicherheit – dauernd bin. Dass es mich deshalb auch grad nicht groß aufregt, weil es ein Dauerzustand ist.

Ich versuche auf die Änderungen zu reagieren, hab aber das Gefühl ich bin immer zu spät, ich kann nicht richtig drauf reagieren – weil ich in irgendeinen Wirbel gefangen bin. Es ist als hinke ich ständig hinterher, versuche anzukommen, aufzuholen, aber ohne dass ich mich wirklich nähern kann.

Gestern verlor ich mich. Weil erst ging es um mp3-Player oder Smarthphone, aber wenn letzteres brauch ich ein Akkupack und außerdem einen anderen media-Player  und überhaupt muss ich die ganzen Playlists neu erstellen und und und.

Ein mp3-Player verlöre aber den einzigen Vorteil, den er für mich hatte: ich bin vom Akkuladestand unabhängig. Ich weiß, dass es noch Player mit Batterie gibt, aber es gibt „meinen“ leider nicht mehr – es wäre also eh ein umgewöhnen und neu einrichten.

Also geht es nach wie vor entweder mp3-Player mit Batterie oder doch über Handy, weil ich das eh immer mit habe und auch auflade.

Es wird wohl das Handy werden.

Aber eigentlich geht es darum gar nicht. Es ist das irgendwie nicht zurechtfinden können in all den Änderungen. Es gibt grad nichts festes. An Terminen war es die Thera, aber naja – da läuft es grade nicht so toll und von daher ist es für mich auch nur unsicher und nicht mehr  was zum orientieren. Von daher ist das zwar immer noch die selbe Zeit – aber das ist auch schon alles – der Rest hat sich komplett verändert.

Es gibt keinen Fixpunkt mehr – keinen festen Punkt an dem ich mich orientierne kann, es ist wie beim sich drehen – wenn man nicht den Blick auf einen festen Punkt richtet und bei jeder Drehung daran orientiert – verliert man sich in der Drehung.  Mir fehlt dieser Punkt grade.

Alles ist anders, alles in Bewegung und es wird noch etwas dauern bis wieder eine feste Struktur möglich ist (Mitte November), so dass wenigstens eine äußere Struktur da ist.

Wenn ich unterwegs bin, gibt mir das Musik hören Struktur.  Sie hilft mir die Menschen auszublenden und mich auf die nächsten Punkte zu konzentrieren, denn das was ich tun muss – ist in Punkte gegliedert – und so hangel ich mich Stück für Stück weiter.

Aber in letzter Zeit hab ich das weniger genutzt – weil es nicht reichte – manchmal einfach nur noch ein zusätzlicher Reiz wurde, statt eine Zuflucht zu sein.

Eben weil eh schon alles so durcheinander ist. Es ist zu viel um es mit Musik abfangen zu können.

Manchmal klappte es, aber dann war es eher eine Flucht vorm total durchdrehen. Ich brauche die Möglichkeit.

Aber die hab ich auch – das Handy ist ja mit. Zur Not hätte ich noch den Schwimm-Mp3-Player – der nur leider halt nur sehr kurz hält (etwa 1,5 Stunden) – das reicht für unterwegs nicht.

Irgendwie ist der mp3-Player grad ein Symbol – ich muss Entscheidungen treffen, ob ich will oder nicht – Entscheidungen die weitere Änderungen bedeuten. Es ist ein neu reinfinden, neu dran gewöhnen, neu orientieren.

 

Ich hatte mich etwas gewundert, warum es nicht besser wird. Es ist stabiler geworden, aber immer noch ganz unten.

Jetzt ist mir klar – ich brauch erstmal einen Fixpunkt, an dem die Orientierung beginnen kann. Innen oder außen. Erst dann kann ich anfangen wieder rauszukrabbeln aus dem Loch.

Mein Job ist also so einen Fixpunkt zu schaffen oder zu finden. Von dem aus es dann weiter gehen kann.

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2 Antworten auf noch mehr Änderungen

  1. Uschi sagt:

    Hallo Ilana
    ich lese schon etwas länger hier, ich habe dem Eindruck, dass du dich ständig und nur am analysieren bist und das scheint dich zu stören, fertig zu machen.
    Viellecht eine Überlegung wert?!
    Man kann sich auch so mit sich selber beschäftigen, dass man das Leben nicht mehr spürt, mitbekommt.

    • Ilana sagt:

      Es geht ja darum das Leben wieder mehr zu spüren und mit zu bekommen. Raus aus dem Funktionieren und wieder mehr ich selbst sein. Dazu sind die Änderungen nötig, dazu ist ein hinschauen und hinspüren nötig.
      Das mach ich nicht rund um die Uhr, ginge auch gar nicht, aber wenn mir etwas auffällt – dann denke ich darüber nach. Für mich war unklar warum es nicht besser wird, es ist ruhiger, stabiler – aber da steckt es jetzt auch.
      Jetzt weiß ich warum, es fehlt eben ein Fixpunkt, also muss ich erstmal schauen dass der geschaffen wird.
      Das mich analysieren stört mich nicht – im Gegenteil. Es war lange gar nicht so möglich, weil ich quasi von einem zum nächsten Termin gehetzt bin. Ich bin froh, dass das wieder – ruhiger – möglich ist.
      Weil es nötig ist, wenn ich was verändern will – und das will und werde ich. Mit dem Ziel eben das Leben wieder mehr zu spüren, mehr da zu sein, weniger zu funktioniren, mehr ich. Aber das wird auch nicht von heute auf morgen gehen.
      Die restliche Zeit male, zeichne, stricke, lese ich, schaue fern oder lenke mich sonst wie ab. Einfach um das Gleichgewicht zu halten, das „stabil sein“ zu erhalten – und weiterhin am stationären Aufenthalt vorbeizuschrammen.

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