Thera heute – Klärungsgespräch

Heute also ein Klärungsgespräch – oder ein Versuch.

Und nach eineinhalb Stunden drehten wir uns immer noch im Kreis und wir sprachen über ein Ende.

Dann ist irgendwas passiert –  so genau weiß ich es nicht – es war auch nicht der Punkt als wir über das Ende sprachen.

Ich hatte gesagt, dass ich nicht das Gefühl hab „sein“ zu dürfen, dass alles falsch ist was ich mache oder denke oder tue, dass immer ein „ja aber“ von seiner Seite kommt. Auch dass das Vertrauen nicht mehr da ist – und ich natürlich seine Angebote sehe, aber die so –  Welten – entfernt sind. So unrealistisch, weil sie vielleicht langfristige Ziele sein könnten, aber nichts fürs „jetzt“.

Und ob ihm eigentlich bewusst sei, dass über 90 Prozent seiner Angebote mich einfach nur überfordern (wobei genaugenommen sind es grad eher 99 Prozent, was mir aber erst klar wurde, als er – viel später – fragte, welche 10 Prozent denn machbar wären und mir kein einziges einfiel).

Er fragte irgendwann auf was ich denn vertrauen könnte – und ich merkte, grade auf nichts. Nicht mal auf den stattfindenden Termin – denn ich war mir die ganzen letzten Tage nicht sicher, ob der Termin heute stattfindet. Dabei gibt es dafür keinerlei Grund – absolut nicht. Und doch ist die Unsicherheit da und groß.

Ich merkte nur, dass er sehr ruhig wurde, was ich erst auch in den falschen Hals bekam. Weil von mir ein „ich will das ja hinkriegen“ kam (gemeint war die Situation klären und ein weiter mit ihm hinkriegen) – und darauf nur Schweigen folgte und ich mich nur fragte, warum er jetzt nicht sagt, dass er das auch möchte – ein weiter – weil das Schweigen für mich eher ein „ich will das nicht“ war.

Das trieb mich lange um – und irgendwann – sehr viel später, als die Wende schon da war  – fragte ich ihn, ob er es denn überhaupt will. Was er – leider lange über Umwege – bejahte  – Umwege, die ich nicht deuten konnte, die nicht klar genug für mich waren.

Wie gesagt – irgendwann kam eine Wende – und das erste Mal hatte ich das Gefühl es geht aufeinander zu – nicht voneinander weg. Es ist noch kein miteinander (wobei vielleicht auch mehr, weil ich dem noch nicht trauen kann) – aber klar ein aufeinander zu, ein – von beiden Seiten! – schauen wie wir einen gemeinsamen Startpunkt finden – und ein gemeinsames Ziel.

Denn die Ziele waren Welten voneinander entfernt – ihm ging es um ein Ansichten verändern, neue Ansätze finden und mir schlicht um ein „sein“ dürfen. Weil das ja in den letzten Wochen durch das Extrem-Funktionieren gar nicht mehr da war – und dann auch noch in der Thera weg fiel.

Aber ich muss erstmal sein dürfen um überhaupt rausfinden zu können was geht und was verändert werden muss, muss erstmal mein sein auch fühle ndürfen bevor es gleich darum geht dass es verändert werden muss.

Einen Punkt konnten wir auch klären – das mit den Grenzen. Für mich gibt es da mehrere – aber das „Stopp“ ist eben ein Stopp. DAs setz ich auch als Wort sonst nicht ein – aber das war ihm nicht bewusst. Was dann erklärte, dass er da dann manchmal nachfragt (klar wenn für ihn das nicht als „STopp“ klar war), während er andere Sachen als Grenze deklarierte, die gar keine sind.

Also einigten wir uns darauf, dass ich die Grenzen für mich mal etwas klarer formuliere, so dass wir – auch während der Thera – eine Möglichkeit finden können, dass er weiß wo ic hgrad bin, was wie gemeint ist und auch wo ich auf mich aufpassne kann und wo nicht. Denn er hatte das Vertrauen verloren, dass ich auf meine Grenzen innerhalb der Thera achten kann (was ich sehr wohl konnte – da war wieder das mit dem vermischen der versch. Grenzen weil es einfach nicht klar genug formuliert/abgesprochen war).

Das hab ich heute in der mail dann gemacht – denn die sind für mich tatsächlich klar. Sehr viel klarer als er vermutet. Aber es gibt eben auch Bereiche, die ähnlich bis gleich aussehen, da braucht es Kommunikation damit er weiß was es nun ist.

Es ist kein klares „weiter“, aber es ist ein: schauen ob wir eine Basis schaffen können, die einen neuen Aufbau von Vertrauen möglich macht. Und dann – dann schauen wir weiter.

Das heißt auch: neue Absprachen und Abmachungen, viel Klarheit, viel nachfragen, hinterfragen und – hinschauen. Und danach eine Entscheidung – will ich es nochmal versuchen, mich nochmal drauf einlassen, es probieren – oder nicht.

Und erst danach  geht es um ein schauen was wir inhaltlich weiter machen oder wie.

Was auch immer die Wende ausgelöst hat, ich bin froh dass sie gekommen ist- auch wnen ich nicht mehr damit gerechnet hatte und dem ganzen nicht recht trauen kann.

Wir haben dann über 40 Min überzogen, hatten insgesamt 2,5 Stunden – und ich bin auch sehr froh, dass das möglich war – wäre nach mir ein Patient gewesen, hätte das mit der Wende vielleicht nicht gereicht. Denn gegen Ende war dann auch etwas Vertrauen da, dass was angekommen ist (auf beiden Seiten) und wirklich ein annähern wollen stattfindet – eins, dass auch eine Chance hat.

Und ich glaube dass es dieses Gefühl auch braucht, weil das andere allein nicht über die Woche halten würde – dann wieder so viel Angst udn Unsicherheit und Misstrauen da wäre, dass es sehr viel schwieriger würde.

So konnte die Wende sich auch setzen und es ist auch klar ein annähern und nicht nur ein „Zufallstreffer“. Wir brauchten diese Zeit und ich bin     unendlich dankbar, dass das heute auch so möglich war.

Was daraus wird – weiß ich nicht – aber das „aus“ stand heute schon sehr klar im Raum, nicht nur auf einer Seite, auf beiden. Dieses Gefühl – ist grauenvoll –  und auch wenn es noch nicht ganz vom Tisch ist – gibt es eine Chance. Eine, die es zu diesem Zeitpunkt eben nicht mehr gab.

Die Wende war nötig –  auch wenn ich sie nicht auf einen Punkt festlegen kann, war es das Gefühl, dass etwas – getroffen hat. Ein Umdenken stattfand.

Es war ein harter Termin, auch für ihn. Ich war sehr – offen – vielleicht weil ich eh nichts mehr zu verlieren hatte, vielleicht auch einfach weil ich so – verletzt war.  Aber ich war auch weit weg –  so im Nachhinein weiß ich gar nicht genau was ich gesagt hab, aber eben das wie ich mich in den letzten Wochen fühlte, wie es ankam, wenn er was sagte, was es mit mir machte.

Als es ums Ende ging hatte ich den Kampf gegen das Dissoziieren verloren – denn es ging die ganze Zeit irgendwie darum – da zu bleiben, wenigstens ein bisschen.

Vielleicht war das nötig, damit ich das sagen konnte – nicht nur schreiben, damit er auch die Reaktion sehen konnte, denn es halt einiges ausgelöst, auch wenn ich da keinen Zugang hatte – ich sah die Tränen aufsteigen, das kämpfen mit dem Gefühl. Und ich sagte Dinge, die stimmten, die ich so aber nie gesagt bekommen hätte.

Ich bin grade nur froh, dass es die WEnde gab – und ich hoffe sehr, dass dieses Gefühl des „aufeinander zu“ über die Woche hält – und wir nächsten Do damit starten können. Und natürlich hoffe ich, dass es weiter aufeinander zu geht und nicht doch wieder auseinander. Weil ich nicht glaube, dass wir ein weiteres mal – noch kitten könnten.

Die Angst ist da – dass es wieder weg ist das nächste Mal – bei einem von uns oder beiden und es wieder ein Tauziehen wird. Sie ist sogar sehr groß.

Ich bin jedenfalls geschafft – absolut alle. Es war so anstrengend. Aber es war dann am Ende auch gut so.

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