Körperliches und warum nicht Klinik

Arzttermin: ausgeschlossen sind jetzt alle möglichen bösartigen Tumore – aber da war ich mir eh sicher, dass nichts dergleichen ist. Auch ausgeschlossen sind jetzt die Dinge, die schnell behandelt werden müssten – auch hier war ich ja eh der Meinung dass es nichts dringendes ist, aber das beruhigt mich schon eher.

Er geht aktuell von einer Nebennierenstörung aus – die er aber auch nicht weiter abklären kann (ist er nicht zuständig, kann die entsprechenden Untersuchungen auch nicht durchführen/anornden) – dazu muss ich zum Endokrinologen. Das läuft jetzt auch so, dass er den Termin dort ausmachen wird (was aber einige Monate dauern wird) und dann schauen wir weiter.

Da mich zwei von euch per mail gefragt haben, warum ich mich so gegen die Klinik „wehre“. Es ist kein wehren. Tatsächlich bin ich an einem Punkt, an dem ich gehen würde, wäre es nicht so – teuer.

Denn zum einen kommt es für mich nur in Frage, wenn ich die Termine bei meinem Thera weiter machen kann – was von der Klinik her ok wäre – aber mich dann pro Termin wieder 30 Euro kostet. Wir sind in einer Therakrise, jetzt eine Pause wäre der tot dieser Beziehung. Weil es für mich nicht mehr möglich wäre da wieder Anschluss zu finden. Entweder wir klären das zeitnah oder es gibt nichts mehr zu klären, weil ich mich nicht mehr drauf einlassen kann.

Dazu kommt – ohne diese Thera wird es keine Veränderung geben  – und aktuell geht es eben nicht nur um „Auszeit“, sondern auch darum dass das was dann läuft abgefangen werden muss. Das gilt auch für das was in der Klinik an Stress aufläuft (und ja für mich ist das Stress – zu viele Leute auf zu kleinem Raum, keine Rückzugsmöglichkeit usw).

Dazu kommt, dass ein Klinikaufenthalt immer Geld kostet – ich muss mit etwa 30 Euro für die Katzenbetreuung rechnen (und das ist super super günstig!), dann geht es um das eine oder andere Getränk und was man halt so braucht – ob das mal ein Apfel ist oder mal Kekse oder die vergessenen Wattestäbchen usw usf. Dazu kommt die Handykarte (ok – die ist mit 15 Euro noch recht günstig für einen Monat etwa) – denn ganz klar ist: ohne Internet geht für mich da gar nicht – weil Kommunikation ohne einfach nicht geht – sei es für die Thera oder auch für mich.

Der letzte Aufenthalt hat mich gelehrt, dass ich das brauche – nicht als Zwang, aber als Möglichkeit – der Empfang ist eh nicht so super – aber einfach sich mal hinsetzen und schreiben/bloggen/mailen können – ist mir wichtig. Auch als Therapie wichtig. Gleichzeitig war es kein Problem den Laptop eben auch gezielt dafür hervorzuholen, anzuschließen und dann wieder wegzupacken.

Und ja – ich brauch Gott sei Dank keinen Koffer mehr, keine Klamotten oder so (das kam ja beim letzten Aufenthalt alles noch dazu), dafür kostet jetzt eben auch das Waschen vor Ort was oder man muss die Materialien für die Ergo therapie zahlen usw.

Ist für mich alles ok – soweit. Leider hilft auch nicht zu sagen, dass ich ja zu Hause das Essen einspare. Stimmt.

Ich lebe aktuell von knapp 100 Euro im Monat – das reicht – ich komm hin – werde auch gut satt.

Wenn ich jetzt zusammenrechne für 4 Wochen: Thera: 120 Euro (sofern wir bei einmal die Woche bleiben, auch da war letztes Mal die Erhöhung auf 2x nötig und die steht aktuell ja sowieso im Raum), Internet 15 Euro, Katzenversorgung 30 Euro, Getränke und Kram (rechnen wir mal pro Woche 5-10 Euro maximal, was wenig ist) sind dann 30 Euro – dann sind wir schon bei knapp 200 Euro.

Das ist das doppelte von dem was ich sonst in einem Monat zur Verfügung habe und welbst wenn ich Getränke und so weg lasse (was unrealistisch ist), dafür fehlen oben noch die Materialien für die Ergo und Waschmarken  – ist es immer noch deutlich mehr.

Klar – wenn es brennt und unumgänglich ist – kann ich nur hoffen, dass sich eine Lösung findet, hat sich bisher auch immer und das ist für mich ein Gottes Geschenk.

Noch ist es umgänglich – noch besteht die Möglichkeit das eben auszusitzen, auch ohne hinzukriegen.

Da geht es nicht darum was besser ist oder einfacher oder so – es ist ein abwägen zwischen möglich und nötig.

Es käme mir falsch vor das zu nutzen ohne dass es wirklich nicht anders geht – weil das finanziell für mich nicht machbar ist, es immer nur mit Hilfe von außen ginge – und naja – in dem Fall reicht ein „wäre gut“ irgendwie nicht so aus für ein ein gut annehmen können.

Es bleibt als Backup – weil ich weiß, es kann jederzeit der Punkt kommen, an dem es einfach dringend nötig und nicht nur „wäre gut und ratsam“ ist.

Natürlich befürworten meine Ärzte und Thera das, wissen aber auch, dass es für mich immer nur eine Notlösung sein wird, nicht einfach nur ein „fliehen“ vom Alltag. Deshalb bleibt die Entscheidung bei mir.

Ich bin sicher an der Grenze zum „nötig“ – aber eben an – und nicht drüber. Das kann morgen anders aussehen. Dann wird neu entschieden.

Müsste ich mich ums drumherum nicht kümmern – sei es Katzen oder Finanziell – wäre es keine Frage – dann würde die Entscheidung vermutlich anders ausfallen. Aber mein Alltag ist nun mal wie er ist – und aktuell KANN ich mich entscheiden – ab dem Punkt an dem es unumgänglich ist – geht es nicht mehr darum zu entscheiden, sondern es irgendwie zu organisieren oder möglich zu machen.

Der Zahnarzt hat da viele Möglichkeiten genommen, weil es mich finanziell über viele Monate stark einschränken wird. Weil ich natürlich versucht habe so viel wie nur irgend möglich auch selbst zu stemmen. War vielleicht zu kurzfristig geplant, weil es halt auch bedeutet, dass es bis Dezember richtig arg eng bei mir ist. Aber es war meine Entscheidung und ich glaube auch immer noch dass es so ok ist. Ab Februar wird es etwas einfacher wieder. Immer noch eng, aber wieder „normaler“.

Ich vertraue da auf Gott, dass er – wie es bisher auch war – schon eine Lösung aufzeigt, wenn es denn nötig wird. Wer weiß, vielleicht geschieht ja doch noch ein Wunder und es kommt das Schreiben der Kasse, dass sie das Lachgas jetzt doch übernehmen oder so.

Im Moment ist es ok so. Es ist eine bewusst gefällte Entscheidung. Die auch im Auge behalten wird und jeden Tag aufs neue geprüft und gefällt. In der Hoffnung, dass es bei dieser Entscheidung bleiben kann und eben nicht unbedingt nötig wird.

Ich glaube auch, dass es für mich anders schwieriger wäre – so ist es so, dass es nicht die Option gibt zu Hause zu bleiben, also arrangiert man sich vor Ort anders, kann sich eher auch einlassen, weil man eben auch ganz „dort“ ist dann. Während bei einem „wäre schon sehr gut, aber nicht unumgänglich“ ein Teil vielleicht immer die Frage stellen würde, ob es nicht zu Hause besser wäre, allein klappen würde usw.

Ich kenn die Drehtürpsychiatrie – aus früheren  Zeiten – da war Klinik auch Flucht – es ging nicht um Veränderung oder so – sondern nur „bloss weg“, weil der Alltag, aber vor allem die WElt da draußen, überforderte. Es ging aber auch ein bisschen um Opferhaltung – irgendwie die Hoffnung auf den Retter in weißer Rüstung oder ein paar Pillen und dann ist alles gut.

Eine Einstellung die fast alle „Neulinge“ in der Art haben, die aber die meisten auch irgendwann ablegen und von der ich – Gott sei Dank! – weit entfernt bin. Ehrlichgesagt kann ich mir die heute gar nicht mehr vorstellen oder mich da „hineindenken“ – irgendwie ist das so – abwegig. Und darüber  bin ich froh.

Mir wäre wichtig ein Ziel zu haben. Und sei es nur ein zur Ruhe kommen, zu mir kommen – oder wenn nötig eben eine Auszeit. Mir fehlt im Moment dieses Ziel – vielleicht kommt es auch deshalb nicht wirklich in Frage.

Ich lehne den Klinikaufenthalt nicht ab, sehe auch durchaus, dass es gut wäre im Moment, dass es auch was für sich hat eben nicht zu warten bis nichts mehr geht, sondern schon etwas eher zu gehen – um dann vielleicht auch schneller wieder raus zu können.

Aber es muss für mich auch möglich und vor allem sinnvoll sein. Nicht nur theoretisch. Mir ist klar, dass ich nur um Hilfe bitten müsste um das Finanzielle zu regeln – aber dafür muss es für mich eben auch – notwendig – sein. Und für das Sinnvoll – muss es für mich ein Ziel geben, ein erreichbares. Ab Feber/März könnte ich es vermutlich selbst regeln. Mit Planung und Disziplin wäre es – schaffbar, es würde die arg engen Monate deutlich verlängern, aber es wäre – machbar.

Das ist jedoch ein Zeitrahmen, der für mich grad zu weit ist. Und ehrlichgesagt hab ich da wirklich das Gottvertrauen, dass sich auch früher eine – für mich auch gut mach-/annehmbare – Lösung findet, wenn es nötig werden sollte.

Noch ist es das einfach nicht.

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