Thera

Heute eine Antwort auf meine mail am Donnerstag an den Thera bekommen. Ich wusste nicht ob er antworten würde vor dem Termin, weil ich – bewusst – auch nicht das Zeichen, dass wir für „brauche bitte eine Antwort“ gesetzt hatte im Betreff, weil es für mich eben kein Notfall war, kein „ich brauch das unbedingt“ und  naja – ich hab es bewusst weggelassen.

Die Antwort selbst machte zwei Sachen deutlich: für mich macht es tatsächlich einen Unterschied grade wie er etwas sagt. So verstehe ich vom Kopf her durchaus was er meint und stimme dem soweit zu (von der Theorie), beim Gefühl kommt aber was ganz anderes an – ein nicht ernst nehmen, ein „ist ja nicht so schlimm“ usw.

Ein typischer Satz dafür ist z.Bsp: Ich glaube Ihnen, dass Sie das so fühlen.

Weil das für mich irgendwie impliziert – ok er glaubt mir dass ich das so fühle, aber er ist der Meinung es ist eigentlich was anderes – also glaubt er was anderes (und damit eben irgendwie auch nicht wirklich mir).

Und ja vom Kopf her ist mir durchaus klar wie er das meint (zumal er es wirklich auch deutlich und klar erklärt), aber beim Gefühl kommt an „ist ja nur ein Gefühl, stell dich nciht so an“ – was er definitiv nicht so meint!

Das zweite ist, dass er im Prinzip etwas als Vorraussetzung ansieht, was für mich grade aber eher Ziel ist. Was auch erklärt, warum er Sachen vorschlägt, die jenseits aller Möglichkeiten sind – weil er einfach einen sehr entscheidenden Punkt weiter vorne steht.

Ich hatte dann ein Bild mit einer Treppe genommen  – die wir quasi gemeinsam hochsteigen – theoretisch – das ist also die Therpie.

Aktuell stehe ich einge Treppenstufen unter ihm – er streckt mir die Hand hin, motiviert, versucht alles um mich hoch zu „locken“ – übersieht dabei aber, dass es grade nicht nur um Angst oder Überwindung geht (da hilft das mit dem Motivieren nämlich), sondern, dass ich den nächsten Schritt schlicht nicht allein schaffen kann. Weil keine Kraft mehr da.

Immer wenn dann was nicht geht – zieht er die Hand zurück und geht erstmal noch 2 Treppen höher – entfernt sich. Im Prinzip um mir Raum zu geben, also nicht als „Strafe“ oder sonst was. Aber ankommen tut ein: es geht nicht – und er geht weg.

Das heißt NICHT, dass ich erwarte, dass er mich diesen Schritt hochträgt, -zieht oder schiebt. Aber irgendwie schon, dass er runterkommt, sich neben mich stellt und wir eben gemeinsam versuchen eine Lösung für diesen Schritt zu finden.

Ein begleiten, da sein, und nicht weggehen – dann stehen wir eben zu zweit an dieser blöden Treppenstufe – so lange bis wir einen Weg finden, wie wir ihn – gemeinsam gehen können. Es geht vielleicht um – bildlich gesprochen – eine Hand am Ellenbogen, die diesen minimalen Halt gibt, der nötig ist, dass es irgendwie aushaltbar eben geht.

Oder ein einfach da sein und damit signalisieren: ich sehe, dass es jetzt grad nicht geht, aber das ist ok – ich bleib trotzdem da.

Das Hauptproblem dabei ist die Kommunikation. Denn in dem Moment vor Ort bin ich gefangen in mehreren Kämpfen – für und gegen Gefühle, was ist grad ok, darf das, wie soll ich das hinkriegen, oder aushalten usw.

Er kann nur raten was grad gut wäre – und ist eigentlich auf eine Kommunikation von mir angewiesen, auf eine, die was sagt, denn das was der Körper da so reagiert sind Automatismen. Wie soll er die unterscheiden? Wissen auf welche eben reagieren wichtig ist und auf welche nicht? Welche eine Grenze signalisiert udn welche nicht? Da bleibt nur auf alles zu reagieren als wäre es eine Grenze – weil eine zu überschreiten ein No-Go ist.

Ich weiß nicht ob wir da eine Lösung finden, weiß nicht mal ob es eine gibt. Eine gangbare. Mir fällt keine ein.

Von daher müssen wir sehen wie wir damit umgehen. Wie wir einen Kompromis finden, der uns nicht imme weiter voneinander entfernt.

Ich weiß dass ich grad – schwierig – bin, dass einfach so gut wie nichts geht – es aber eben auch nicht einfach um „aussitzen“ und „aushalten“ geht. Denn allein komm ich da einfach nicht mehr raus.

Es ist eine blöde Situation – für alle Beteiligten.

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