Körpererinnerungen

Der Körper reagiert, erinnert. Und ich kann nicht mehr unterscheiden was grade real ist, jetzt, hier passiert, fühlbar ist und was „altes“ ist.

Ich zeichne einen Strich und traue den Augen nicht – ist da nun ein Strich, hab ich einen gezeichnet – oder ist da gar keiner, ist das nur „Erinnerung“ an einen früheren Strich?

Körpererinnerungen, die sich nicht überlagern lassen. Etwas auf der Haut zu spüren – normalerweise hilft dann mit etwas anderem über die Stelle zu fahren – spüre ich Hände auf der Haut, nehme ich was rauhes oder kaltes oder sonst etwas, dass sich deutlich anders anfühlt. Nur dass ich aktuell nicht sagen kann, was ich dann spüre – es – überlagert sich.

Als wären es dann viele verschiedene Reize, unterschiedliche – die alle gleichzeitig stattfinden  – und übrig bleibt nur – Schmerz. Schmerz weil alles so überreizt ist. Oder es ist wie ein Blitzlichtgewitter aus Gefühlen – all diese Überlagerungen immer nur für einen Bruchteil einer Sekunde, dann die nächste. Auch das führt zur totalen Überreizung – und in Folge – Schmerz.

Im Vordergrund steht eine best. Körpererinnerung. Eine, die ich relativ klar als „alt“ identifizieren kann, aber auch die kann ich nicht ausblenden oder überlagern oder sonst irgendwie in Griff kriegen.

Eine, die eine Menge Folgen nach sich zieht.  Und so viele weitere auslöst – die ich dann nicht mehr klar kriege.

Am Schlimmsten ist, dass ich meiner Wahrnehmung nicht trauen kann, hinschaue und schlicht nicht sagen kann ob da etwas ist, was die Haut berührt oder nicht. Hinhöre und nicht sagen kann, ob das was ich höre real ist oder nicht.

Und irgendwie diese mehrfache Wahrnehmung – dieses innere „durchdrehen“ und gleichzeitig so weit weg sein, als wäre ich in irgendeiner Zwischenwelt gefangen – nicht hier und nicht richtig weg. Als wären Kopf, Körper und Gefühl in unterschiedlichen Welten.  Und jeder einzelnen Wahrnehmung nicht trauen können, weil sie sich teilweise auch widersprechen.

Kein wirkliches Stopp setzen können, weil ich nicht weiß in welcher Welt ich das grade setze – in der alten, im heute?

Hier zu schreiben und das Gefühl haben nicht zu wissen was ich schreibe, als schriebe jemand völlig Fremder, der mit all dem nichts zu tun hat.

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