Thera heute

Es ging heute nochmal darum uns anzunäheren, rauszufinden wo wir uns immer entfernen. Dabei ist klar geworden, dass es oft um „zu große Schritte“ geht.

Wenn er von Ruheinseln spricht oder ähnlichem und ich ihm dann sage, dass es kein zur Ruhe kommen gibt. Dass es grade auch kein wirkliches „gut tun“ gibt – sondern nur ein „weniger zuviel“ oder „mehr zuviel.

 

Dass es nicht darum geht, dass ich was genießen kann – weil das erst Schritt 10 ist – sondern dass ich erstmal etwas mehr Spielraum brauche, weil das „weniger zuviel“ und „mehr zuviel“ grad sehr eng zusammenstehen.

Oder das es grade nur darum geht, dass die Kraft so lange reicht, bis wir einen Weg gefunden haben, dass ich mich meinen Grenzen wieder annähern kann.

 

Oder dass das „gutes tun“ – in diesem Sinne – also was hilft dabei mich den Grenzen anzunähern – erstmal nichts ist, was sich „gut“ anfühlt – weil ich dazu erstmal diesen Berg von Gefühlen und das Meer aus Tränen etwas – abtragen muss. Hinspüren, aushalten  – in geschützem Rahmen und mit Hilfe – weil alleine grade kein aushalten möglich ist.

 

Dass ein Vorschlag von ihm, den ich mit „das geht nicht – da bin ich viel zu weit weg“ konter – nicht heißt, dass ich das nicht will – sondern dass da noch Zwischenschritte fehlen, es jetzt wirklich nicht machbar ist – aber es durchaus die richtige Richtung anzeigen kann – wir nur schauen müssen – wie kriegen wir das machbar – was braucht es dafür, was müssen wir da tun.

Aber auch, dass wenn ihm ein (Gedanken-)Modell nicht gefällt, das nicht heißt, dass er es nicht versteht, sondern er eins vorzieht, das mir mehr Optionen lässt/ermöglicht. Wir das aber auch entsprechend kommunzieren müssen.

Ich denke wir konnten heute einiges klären. Und wieder ein ganzes Stück annähern. Wieder ein Stück mehr gemeinsame Sprache finden.

Es kommt immer noch vor, dass wir wieder außer Sichtweite geraten – aber das ist meist dann so, wenn mich eine Vorstellung oder ein Vorschlag überfordert – und wir uns dann dadurch wieder annähern können, indem wir schauen wie wir gangbare Zwischenschritte schaffen oder Vorraussetzungen schaffen  – es nicht als nächsten Schritt – sondern mittelfristiges Ziel sehen können.

Das fällt mir dann oft schwer – ich komm mir dann so unzulänglich vor – so als müsste ich es ja nur tun und mich nicht so anstellen.

Aber wir haben auch rausgefunden, dass es Signale gibt, wenn wir außer Sichtweite geraten, dass ich dann meist nur verstumme, weil ich vor Überforderung grad nur heulen könnte – ihm das aber in dem Moment nicht sagen kann.

Oder dass ich nicht nur Angst habe, dass er dann nicht da ist, wenn ich ihn brauche (weil ich grad mitten im nicht aushalbaren Gefühl stecke), sondenr noch mehr davor, dass ich ihn aus dieser Angst heraus rausschmeisse – lieber ich diejenige bin, die ihn rausschmeisst, als dass er irgendwie nicht mitbekommt, dass ich grad wo anders bin und er nicht da.

 

Kommunikation. Hauptthema grade.

Für Donnerstag versuchen wir es mit den Gefühlen – und damit, dass ich ihn gebeten habe sich nicht einfach rausschmeissen zu lassen.  Was leichter gesagt als getan ist.

Es sind ja nun keine angenehmen Gefühle – und sie sind heftig. Eben nicht aushaltbar, deshalb schieb ich sie ja weg, funktioniere, flüchte ich Ablenkungen. Gemeinsam einen Weg finden sie aushaltbar zu machen – in sehr kleinen Schritten, mit Hilfe und Unterstützung und in geschütztem Rahmen. Langsam, aber stetig und beharrlich. Natürlich ist jederzeit ein Stopp möglich – aber eben ein Stopp weil zuviel – und nicht weil ich grad kneifen will oder nur grad der Mut für den Schritt fehlt.

Eine Gratwanderung. Für  beide Seiten.

Es war heute ein sehr anstrengender Termin, aber auch ein guter und es war gut, dass wir ihn gemacht haben, weil es doch nochmal einiges geklärt hat.

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