Thera heute

Wir sprechen immer noch nicht wirklich die selbe Sprache. Aber ich kann auch grade nicht wirklich erklären wo ich stehe, was ich brauche, weil ich es selbst nicht weiß.

Von daher gibt es immer noch viele Missverständnisse – und das Gefühl, dass wir nicht auf der selben Ebene sind.

Heute ging es anfangs dann doch unerwartet erst um ein anderes Thema. Eigentlich sollte es nur eine kurze Erklärung werden, aber es wurde dann doch länger, weil es eben – anders – ist. Weil es so nicht wirklich stimmt, wir immer noch so viele Begriffe unterschiedlich nutzen. Ich glaube wir haben uns da heute wieder ein gutes Stück angenähert. Aber es hat auch deutlich gemacht, dass wir noch weit voneinander entfernt sind.

Was dann auch der Grund war, warum das mit den Gefühlen für mich nicht möglich war.

Normalerweise ging es da immer eher darum diesen Kampf bis zu den Gefühlen zu unterstützen – gegen die Automatismen und inneren Verbote usw. Das ist auch immer noch so – auch wenn es die Verbote in der Form nicht mehr gibt, gibt es auch keine Erlaubnis.

Es ist alles so – abstrakt und schwammig, es gibt kein „das ist ok und das nicht“ – und im Zweifel ist es dann für mich immer „nicht“.

An diesem Punkt fehlt mir auch nach wie vor eine Bestätigung. Ich nehme das „zuviel“ und die Überforderung wahr, spüre sie, aber sie ist dennoch irgendwie – nicht real. Weil sie nicht real sein darf. Im Alltag tu ich nichts anderes als sie wegdrücken, weitergehen. Aber ich finde keine Erklärung dafür – ich tu ja nicht wirklich was oder viel.

Und irgendwie braucht es da eine Art Verständnis für oder ein „ja das ist alles viel“ – von Seiten des Theras. Da er aber irgendwie an einem anderen Punkt ist – ist das – schwierig. Vielleicht ist das für ihn auch klar – und ich brauch es nur „ausgesprochen“ – aber ohne dem stell ich es weiter in Frage. Hab das Gefühl es wird nicht gesehen und bleibt damit – nicht real.

Gleichzeitig hab ich natürlich Angst davor dass er es sagt – weil es dann „real“ wird.

Und ja das ist so verwirrend für mich wie das hier klingt. Es ist eigenartig. Aber noch ist das Wort irgendwie nur ein Wort und das Gefühl eben das Gefühl – und das gehört nicht zusammen.

Die Verbindung fehlt – irgendwie.

Die Sprache auf dieser Welt ist mir so fremd. Das ständige Übersetzen so sehr im Vordergrund. Ich versuche zu verstehen und mich anzupassen – und verliere dabei mich selbst aus den Augen.

 

Aber für ein auf die Gefühle einlassen brauche ich den Thera – weil es alleine grade nicht aushaltbar ist. Dabei ist mir aber wichtig, dass er versteht um was es dabei geht – dass es eben auch um das Gefühl geht, nicht nur – wie bisher eher – um den Weg dorthin. Und irgendwie auch darum, dass er es sieht, dass er die Überforderung sieht.

Alles in allem war dann klar – so geht das für mich nicht. Weil er ganz wo anders ist – auch wenn er mir gegenüber sitzt. Und ich ihm das nicht – erklären kann. Weil es für ihn diese Trennung gar nicht so gibt.

So ging es heute dann nicht um Gefühle, sondern erst mehr um das andere Thema und dann um Versuche zu erklären, wo ich grad bin, um was es mir grad geht. Allerdings nicht sehr erfolgreich. Ja wir nähern uns an – aber es ist immer noch schwierig und voller Missverständisse, voller Begriffe, die unterschiedlich definiert sind und über die wir dann stolpern.

Nächste Woche dann – gezielt nur Gefühle, hinspüren. Schauen dass ich mich meinen Grenzen nähern kann. Schauen ob wir für dieses Stück Weg eine gemeinsame Sprache finden und ich mich drauf einlassen kann – auf ihn, seine Hilfe, sein Da sein. Ob ich drauf vertrauen kann, dass er auch da bleibt und mich nicht dann mit dem Mist alleine lässt.

Ob ein bisschen mehr Verstehen – von beiden Seiten – da ist. So das dass Aufeinanderzugehen auch als Annäherung zu spüren ist und nicht als Tauziehen.

Ein sehr sehr anstrengender Termin. Wir haben auch deutlich überzogen – auch weil er dann doch das mit den Gefühlen probieren wollte – da ich aber nicht wusste wie es mit der Zeit aussieht – klappte das nicht. Ich konnte mich da einfach nicht einlassen.

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