Thera heute und Buchbinderei

In der Thera heute festgestellt – dass ich eine Auszeit bräuchte. Ein paar Tage irgendwo mit Vollverpflegung, mich um nichts kümmern müssen, mit der Absicherung von Theraterminen alle 2-3 Tagen, weil natürlich das immer weitermachen nur dem geschuldet ist, dass beim stoppen/unterbrechen erstmal ein Zusammenklappen folgen würde – dass ich nur durch weitermachen verhindere grade.

Quasi Hotelunterbringung mit Zimmerservice hier in der Stadt oder so 😉

Nein im Ernst – natürlich hab ich auch selbst schon über stationären Aufenthalt nachgedacht. Es ist nicht neu, dass ich meilenweit über meinen Grenzen bin und auch nicht, dass nur das weitermachen ein Zusammenklappen grad verhindert.

Ich kann meinem Körper Ruhe gönnen und auch Dinge tun, die mich freuen (wie der Besuch übernnächste Woche) –  das wird gut tun, es wird die Routine unterbrechen ohne dass es einen Stillstand gibt. Aber für ein „zurück zu meinen Grenzen“ muss ich durch die permanente Überforderung und das „zuviel“ waten. Inkl. der Sehnsucht nach Ruhe, mal nicht funktionierne oder kümmern müssen – das aber noch in so weiter Ferne liegt, dass eben davor Gewate durch Überforderung liegt.

Das alles ist nicht neu. Es war ja genau der Grund, warum wir das heute angehen wollten. Gezielt.

Doch leider stellte sich dann raus- dass es zu viel ist. Dass ich es gar nicht aushalten kann. Generell war „Halt“ das Thema – es gibt grad keinen. Gleichzeitig ist der Druck innen so groß, dass es nicht genug „Gegendruck“ von außen gibt um wieder eine Art „Gleichgewicht“ herzustellen.

Ich bin so unglaublich müde. Ausgelaugt. Funktionieren ist auch grade Flucht, das einzige, was ein weitermachen möglich macht und einen kompletten Zusammenbruch verhindert.

Es dauert dann immer etwas bis ich da wieder gut drin bin – dummerweise dauert es aber auch immer sehr lange, bis ich das wenigstesn ein Stück weit ablegen kann.

Von daher – ja es wäre ideal – komplette Auszeit (auch ohne soziales Miteinander usw), Thertermine, die das Zusammenklappen abfangen, langsam zur Ruhe kommen und dann neu anfangen. Dummerweise gibt es so ein Konzept nicht. Stationär hat man viel zu viel soziales Mit- und Gegeneinander, keine Theratermine, die sowas abfangen könnten, weil ja nie Zeit und daher auch die zugestandenen Termine eher so 20 Min und gehetzt (abgesehen davon dass auch das Vertrauen fehlen würde und es dort ja NICHT darum geht, Gefühle zu zeigen/zuzulassen, sondern sich möglichst schnell wieder zu fangen) und ja – das dann zur Ruhe kommen würde wohl gehen.

Für stationär hab ich grade definitv nicht genug Kraft.  Also mach ich weiter wie bisher. Und versuche die Termine, die nicht so toll sind, durch welche zu ersetzen, auf die ich mich freue.

Eins ist die Buchbinderei – ich merke, dass ich danach immer völlig kaputt bin. Aber auch, dass ich unbedingt noch lernen will, wie sie die Bücher macht, weil das eine ganz andere Technik ist. Und das ist nicht so weit weg – ich hoffe, dass ich das jetzt demnächst auch probieren darf – bisher war ja nur zugucken.  Zumindest ein Buch möchte ich selbst machen mit dieser Technik.

Danach will ich in Ruhe klären ob und wie es damit weitergeht. Ob das, was ich dort gewinne, den Aufwand ausgleicht – oder ob ich dort mehr lasse. Es wird und muss dann eine schonungslose Pro und Contra-Liste geben. Und für mich die Klarheit ob das für mich reicht. Inklusive einer Entscheidung.

Übernächste Woche hab ich ja frei genommen, geplant ist danach nochmal ein bis zwei Wochen zu machen (wirklich nur mit 2 Tagen) und dann zu entscheiden.

So wie jetzt kann es auf jeden Fall nicht weitergehen, das wird mein Körper einfach nicht viel länger mitmachen. Einfach ein Stopp setzen ist nicht mehr möglich, aber ein deutlich bewussterer Umgang und Richtung korrigieren, dass es wenigstens wieder in die richtige geht – das schon.

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