Zahnarztphobie – Behandlung unter Lachgas – Teil 5

Heute ging es dann endlich weiter. Wir kamen ganz gut voran und als er dann die Füllung machen wollte war das ortbedingt so, dass er gleichzeitig die Nasenmaske etwas fester aufdrückte – und was soll ich sagen: sie war dicht und es war das erste Mal so, dass mir wirklich egal war, was er machte.

Anfangs war ich etwas beunruhigt, weil es sich so anders anfühlte. Ein Kribbeln am ganzen Körper, als wären alle Nerven gereizt – aber nicht negativ, es war – angenehm. Es wurde alles hell um mich (bei geschlossenen Augen) und ich musste mich echt arg konzentrierne um die Augen aufmachen zu können.

Es ging mir dabei aber richtig gut – ich fühlte mich wohl – wie in Kribbelwasser irgendwie.

Aber das eigentlich tolle war – mir war wirklich egal was er da veranstaltete – es gab einen so niedrigen Angslevel wie bisher noch nie – und wenn der wieder anstieg reichten 2-3 x auf Atemzüge konzentrierne und alles war wieder ok – es war keine Pause, kein Abbrechen und nichts nötig.

Da er mir das vorher gesagt hatte, dass es bei der Füllung dann einen Moment gibt, an dem nicht unterbrochen werden kann (war so abgesprochen), dachte ich erst, er hätte die Dosierung hochgedreht.

Daher war das dann das erste was ich ihn fragte – aber er verneinte.

Erst im Nachhinein ist mir klar geworden, dass das mit dem „Maske ist dicht, weil seine Hand das bei der Arbeit zwangsläufig mit andrückt“ – wohl die Ursache war. Und dass diese ja nie so richtig dicht ist – gemeldet hab ich das aber immer nur, wenn quasi nichts mehr vom Lachgas ankam, ich mich nicht runterfahren konnte.

Es hieß zwar immer, dass einem dann alles egal ist – aber ich kam immer nur bis zum „fast egal“ – solange er nicht wirklich was machte. Das heute war eine „oh – so könnte das auch sein?“-Erfahrung.

Ganz dicht wird das mit der Nasenmaske nie klappen, aber jetzt weiß ich, dass wir da mehr drauf achten müssen. Denn auch für den Zahnarzt ist es natürlich einfacher, wenn er nicht immer zwischendrin abbrechen muss.

Und das mussten wir vorher ein paar mal – leider auch länger, weil ich doch ziemlcih brauchte um mich wieder einzukriegen. Am schlimmsten war es in dem Moment, in dem zwei Tränen flossen – bzw eigentlich – danach – das runterfahren – weil Tränen geflossen sind.

Wir haben heute wirklich viel geschafft. Haben aber auch eine ganze Stunde unter Lachgas gemacht (auf die Minute genau) – normalerweise hatten wir nur eine Dreiviertelstunde etwa (mit Vor- und Nachbereiten war es dann immer gut eine Stunde).

Vor dieser Erfahrung gab es viele Panikattacken, es war auch etwas schwieriger wieder rauszukommen, mich auf die Nasenatmung zu konzentrieren usw. Aber es ging, es war – machbar.

Trotz Alpträumen und einer Menge  Panik davor.

Wobei mir heute auffiel, dass die Toilette der Praxis in den Alpträumen fast immer auftaucht (mehr im Sinne von ich flüchte da hin – dummerweise ist sie dann manchmal – besetzt und ich merke das erst wenn ich drin bin – egal) – ja ich flüchte auf diese Toilette – vorher und nachher. Ein klitzekleiner Raum in dme ich mich kaum umdrehen kann – aber wenigstens sieht mich keiner – und ich kann mich beruhigen.

Nächste Woche geht es weiter – und ich hoffe, dass wir das mit der Dichtigkeit besser hinkriegen und die Dosierung so lassen und dafür das „Kribbelwasser“ nutzen. Oder so.

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