sein und letzter Theratermin

Es ist ja nach wie vor so, dass ich mich ablenke(n muss), solange ich das tue, kann ich auch etwas zur Ruhe kommen. So funktioniert es durchaus mich aufs Zeichnen zu konzentrieren oder so. Da kommt es dann auch vor, dass die Zeit wirklich verfliegt.

Ich darf nur noch über mich nachdenken oder meine Situation – dann geht es. Und das funktioniert halt überwiegend über Ablenkung.

Mir ist durchaus klar, dass ich dadurch auch nie ins „Plus“ komme – was Kraft, Energie usw angeht – dass ich grade mal das Minus etwas verringern kann. Schon seit Wochen bin ich in diesem Minus. Das wird sich auch erst ändern lassen, wenn ich es schaffe, wieder mehr bei mir sein zu können – ohne durchzudrehen. Wenn das „zur Ruhe kommen“ sich nicht nur auf den Körper bezieht oder nur durch Ablenkung funktioniert.  Weil das auch bedeutet, dass eben ständig was passieren muss.

Genauso wie auch klar ist, dass ich seit Wochen/Monaten über meinen Grenzen bin – so weit, dass ich diese gar nicht mehr sehe. Und durch die „zwei Wochen“ leider auch nicht mehr einschätzen kann, wo sich diese aktuell befinden.

Um das zu ändern, müssen Gefühle wieder Raum bekommen, wieder sein dürfen. Wir arbeiten dran.

Aber soweit ist das für den Moment auch ok, mehr geht halt grade nicht – und solange ich auch weiß und spüre, dass wir eben auch dran arbeiten – ist das für mich auch ok so.

Auch in der letzten Thera ging es darum, erste Versuche, wieder Gefühle zuzulassen, wieder zu spüren, die auch in Anfängen klappten.

Was nicht klappte – und das hat mich ziemlich schockiert – war das Turmzimmer – das gibt es grade nicht, wenn ich es mir vorstelle – ist es wie das beschreiben eines Bildes, es bleibt – platt, wird kein dreidimensionaler Raum – und auch kein emotionaler Raum.

Ich hoffe sehr, dass das grade nur so ist, weil das mit dem Gefühlen grade – schwierig – ist.  Es ist auch hier so, als hätten die Begriffe – keine Bedeutung – als wären sie leer und müssten erst zugeordnet werden.

Die meiste Zeit steh ich völlig orientierungslos davor – braucht es das direkte Benennen (durch den Thera erstmal) – damit es eine Bedeutung bekommt und nicht nur ein leeres Wort ist. Als müsste ich die einzelnen Begriffe für Traurigkeit, Freude usw – erst lernen, erst zuordnen.

Gefühle sind da – eher zu viele. Im Vordergrund steht das „zuviel“, die Überforderung und die Sehnsucht nach Ruhe. Nicht nur äußerliche Ruhe, sondern auch innerliche. Dass das Toben in mir zur Ruhe kommt.

Es ist ein – langer – Weg – einen, bei dem wir in der Thera auch grade erst schauen müssen was wir wie machen, weil viele der alten Sachen, nicht mehr funktionieren.

Ein komplett neu kennenlernen, rausfinden, zurechtfinden, als wäre ich in einer fremden Welt gelandet. Früher hatte ich meine „alte Realität“ – die Realtiät meiner Kindheit – und musste lernen, dass da vieles heute nicht mehr gilt – diesmal ist es noch etwas anders – weil auch einiges von dem alten – abstrakt ist.

Das mit den Gefühlen – ich weiß, dass es schwierig war, dass das mit den Geräusche nein no-go war usw – aber es löst nichts aus – dieses Wissen ist – abstrakt. Von daher ging es darum rauszufinden was eben grade aktuell gilt – ob es Angst auslöst oder was auch immer.

Dabei fühlt sich alles so – fremd an.

Das Bennennen des Theras ist eine Art Orientierung – erst danach kann ich – nachspüren. Selbst wenn Tränen da sind – sind die abstrakt, nicht stimmig für mich – mit der Benennung werden sie – vollständiger, stimmiger.

Es ist eine sehr eigenartige Art. Mir fehlt das in die Theorie flüchten können, mir fehlt es, mich nicht ausdrücken zu können, nicht mitteilen zu können was dann grade da ist oder was gut wäre usw – nicht weil ich es nicht sagen kann – sondern weil ich es nicht weiß, weil wenn Gefühle da sind, das Denken immer noch nicht funktioniert.

Entsprechend ist es auch ein vorantasten und einfach schauen was geht – und wie wir es hinbekommen die Kommunikation aufrecht zu erhalten. Oder diese Worte/Zustände mit Bedeutung zu füllen, Verbindungen herzustellen.

Für mich war das immer selbstverständlich möglich – selbst in der akuten Panikatacke oder im Flashback – es ist sehr irritierend, dass ich mir das jetzt – erarbeiten – muss.

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