Thera heute

Es ging heute um Klärung – im weiteren Sinn.

Und mir wurde klar, dass ich kein Wörterbuch mehr habe.
Es ist ja so, dass ich egal mit wem ich spreche – ein Wörterbuch anlege. Für mich ist das wie eine andere Sprache lernen – es geht um Defintionen von Begriffen, wie was gemeint ist usw.

Das ist für andere offensichtlich immer klar – für mich jedoch nicht. Wenn ich jemand neu kennenlerne, muss ich das neu klären, neu anlegen. Je besser ich einen kenne, desto größer ist der gemeinsame „Wortschatz“, die „gemeinsame Sprache“ – je größer der Wortschatz, desto mehr – verstehen – ist möglich.

Letzte Woche merkte ich, dass ich viel nicht verstehe, die Fragen „zu groß“ sind. Dabei ging es nicht um die perfekte Antwort, sondern überhaupt eine Antwort zu finden. Und dass es darum geht die Frage zu verstehen, also was meint er genau damit.

So ging es heute um solche Definitionen und vor allem Erklären um was es denn gehen soll.

Dabei wurde dann auch klar, dass ich einfach nicht weiß was ok ist und was nicht.

Mein Verhalten in den „2 Wochen“ war ganz klar nicht ok – und der Thera hat da eingies abbekommen.

Und ich hab absolut keine Ahnung was ok ist und was nicht. Sind Gefühle ok? Oder geht es grad nur um verstehen?

Es ging dann eine Weile darum wie wir nächstes Mal weitermachen. Es gibt zwei Möglichkeiten:
1. wir greifen Gefühle auf, als Gefühle dürfen sein, hinspüren, beim Gefühl bleiben und schauen was passiert – weil ich grad keine Ahnung habe was dann passiert – ob das – für mich – ok wäre oder nicht.
2. wir greifen eine der Situationen auf, die aktuell Angst auslösen oder triggern und versuchen das etwas besser zu verstehen und zu verändern – also die Angst zu mindern.

DAs Problem war – er sagte: wir können einerseits Gefühle aufgreifen, oder wir können Angst anschauen und damit arbeiten.
Ähm – wo ist da der Unterschied?

Er meinte angstauslösende Situationen – also eine Situation anschauen, evt. Tappen oder mit Bildschirmtechnik diese bearbetien um die Angst zu mildern.

Aber gesagt hat er Angst – nicht Situation – und so brauchten wir fast eine halbe STunde um das im Endeffekt zu klären. Weil ich da saß und mich die ganze Zeit fragte, wie ich bei einer Panik/Angst ohne Situation – eine Situation ändern soll.

Geht ja auch nicht.

Es war nur ein Wort, ein Begriff – aber das zog sich heute wie ein roter Faden durch den gesamten Termin.

Wir klärten heute also in vielen Fällen was wer wie meint. Schreiben Vokabeln ins Heft und fingen mit einem neuen Wörterbuch an.

Anfangs ging es auch um die neue Buchbinderei.Auch wenn mir dort nichts klarer war, ist es jetzt danach schon. Ich will und muss auf 2 Tage kürzen. Das Problem ist – ich weiß grad nicht wie ich das hinkriegen soll. Nur dass der Gedanke Angst auslöst – weil ich da was mit meiner Mutter vermische.

Also wird hier Ziel sein (mittelfristig und mit Hilfe der Therapie) – es zu schaffen mich hier besser abzugrenzen – konkret erstmal in dem ich die Tage auf zwei kürze. Auch wenn ich keine Ahnung hab wie ich das grad hinkriegen soll.

Denn um für mich zu klären ob und wie ich damit klar komme, muss ich erstmal die Zeit kürzen – mehr Freiraum zu Hause schaffen. Im Moment ist das jeden Tag Termin einfach zu viel. Ab nächster Woche kommt dann noch der Zahnarzt jede Woche dazu.

Ein anstrengender Termin – das ständige „übersetzen“ finde ich grade sehr anstrengend. Es ist nicht so, dass das alte – weg ist – aber es gilt nicht mehr. Weil in den „2 Wochen“ es nicht galt, die Worte plötzlich inhaltsleer waren und ich sie nicht wieder wirklich gefüllt bekomme.

Wir brauchen also ein neues.

Und ich brauche neue Richtwerte – dafür was ok ist und was nicht. Weil ich da völlig verunsichert bin. Und vor lauter Unsicherheit blockiere ich dann.
Ich brauche einen klaren Rahmen, klare Bedingungen. Unter anderem auch unsere alte Abmachung wieder.

Denn Abmachungen sind für alle Anteile bindend. Das ist wichtig, weil ich ja immer noch Angst habe, dass wieder einer „einfach übernimmt“.
Aber sie bietet eben auch einen klaren Rahmen, ein klares „darum soll es gehen“. Denn das weiß ich grad nicht.

Und statt dann ums Thema geht es nur um die Frage, um was es grad gehen soll, was will er, was meint er, was erwartet er?

Da Gefühle ja auch vorher schon „nicht sein durften“ – kann ich das grade nicht einschätzen.

Für was ich mich letztendlich nächsten Do entscheide – ob eher für die Situation oder für die Gefühle – weiß ich nicht. Mal sehen. Erstmal geht es darum die Abmachung wieder zu treffen – und dann sehen wir weiter.

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