Entscheidungen

Im Moment ist das mit Entscheidungen schwer. Einfach weil ich grade nicht weiß was gut für mich ist, was mir gut tut. Immer wenn ich mir diese Frage stelle – ist da nur Leere.

Das mit der neuen Buchbinderei lässt mich nicht los. In Gedanken spiele ich immer und immer wieder Gespräche durch. In allen Varianten – mit der Angst, es dann nicht hinzubekommen, keine Worte zu finden oder zu verstummen.

Dabei bin ich eigentlich grade so im Funktioniert und dissoziiert – dass das eigentlich klappen sollte.

Aber ich glaube das Problem ist wirklich eher, dass ich nicht weiß was gut wäre.

Ursprünglich war geplant, dass es eine Probephase gibt und es sich dann selbst tragen muss. Meine Vorteile für die Firma waren, dass es was langfristiges sein kann, ich nach Auftragslage einspringen kann und eben nicht gehe, wenn ich was gelernt habe.

Für mich war der Vorteil dass es was langfristiges werden kann, also nicht wie aktuell immer auf 12 Wochen begrenzt, dass ich eben auch Hilfe sein kann und sich somit die Lernphase auch lohnt – für beide Seiten.

Dadurch dass es jetzt doch auf 12 Wochen begrenzt ist verlieren beide Seiten alle Vorteile.

Klar würde ich was lernen und ich finde es auch wirklich interessant – doch für die Firma ist es nur Aufwand, denn Hilfe werde ich in den 12 Wochen nicht sein – wenn ich sie dann sein könnte – bin ich wieder weg. Und für mich – ich könnte das Gelernte nicht nutzen. Selbst in der aktuellen Buchbinderei nicht, da dort einfach andere Techniken angewandt werden und nicht die nötige Flexibiltät da wäre um da was anders zu probieren.

Bleiben würde, dass es mich nach wie vor interessiert – aber das reicht glaub ich nicht.

Denn es ist auch deutlich mehr Stress und Chaos, weniger Planbarkeit und dazu kommt halt, dass die Regelung für die Fahrten eigentlich unter anderen Umständen gewährt wurden.

Ja ich würde sie trotzdem kriegen – aber lohnt es sich dafür? Ist dafür nicht der Preis zu hoch? Es ist ja nicht mehr dafür, dass ich eine Chance nutzen kann.

Wenn ich in Gedanken das Gespräch durchgehe, das morgen auf mich zukommt – geht es irgendwie immer mehr in die Richtung, dass dass so nicht gut für mich ist. Aber mir fehlt das Gefühl dazu.

Ist es wirklich so, dass das grade für mich auch nicht gut wäre? Oder machen mir grad destruktives Verhalten und Täterintrojekte was kaputt?

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4 Responses to Entscheidungen

  1. Julia sagt:

    Liebe Ilana,

    ich bin auch ein solcher hin- und herdenker und hatte früher immer das Gefühlmich für mein Dasein und alles Gute was mir passiert rechtfertigen zu müssen oder besonders gut sein zu müssen.
    Das hat mich letztendlich wegen meines Perfektionismus fast das Leben gekostet. Heute weiß ich, dass ein Mensch nicht alles auf einmal kann und auch mal Dinge tun muss, nur weil sie Spass machen oder Freude bereiten.
    Das ist auch Lebensqualitat und schafft oft auch neue, schöne Begegnungen mit anderen Menschen.

    Ein konkretes Beispiel von mir: ich versuche eigentlich vegan zu leben, weil ich weiß, wie Fleisch- und Milchprodukte entstehen und dann schmeckt mir vieles im Mund nicht mehr, wenn ich es nicht schaffe meine Gedanken zu stoppen.
    Einmal aber hatte ich solche Lust auf ein Wurstebrötchen und habe es einfach genossen. Nachher war ich mit mir unzufrieden, nicht wegen der Kalorien oder des Geschmacks, sondern weil ich meine Prinzipien verletzt habe. Das war schlimm für mich…

    Eine gute Freundin, mit der ich daraufhin telefoniert habe meinte nur: „Ich und die Welt erlauben Dir das jetzt einfach.“

    Das war wie ein Zauberspruch.

    Ich weiß nicht ob Du diese Idee nachvollziehen kannst liebe Ilana; aber ich und die Welt erlauben es Dir,mauch einmal etwas ohne sofort erkennbaren langfistigen Nutzen zu tun. Gönn es Dir, wenn Du möchtest.

    Auf der Welt gibt es viele Menschen, die ohne einen Augenblick nachzudenken, ganz viele Dinge für sich in Anspruch nehmen, ob das nun gerechtferigt ist oder nicht.

    Liebe Ilana,
    tu, woran Du Freude hast

    Liebe Grüße
    Julia

  2. Ilana sagt:

    @Julia
    Liebe Julia, ich weiß gar nicht ob es grade darum geht mir was zu gönnen. Es wäre auch für mich ein großer Stress – und der wiegt glaub ich den Nutzen nicht auf. Weil ich die neue Technik auch nicht anwenden könnte. Und nur zum lernen könnte ich auch mal einen Workshop mitmachen oder so.

    Ich glaube dass das Interesse alleine den Aufwand nicht lohnt – nicht für mich, nicht für die Buchbinderin – einfach für keinen.

    Für mich wäre ja auch das einarbeiten, die anderen Maschinen, die andere Art (nicht nur Technik, auch die Abläufe sind dort anders) usw – einfach deutlich mehr Stress.

    Im Endeffekt werde ich morgen mit der Buchbinderin sprechen – offen und ehrlich – und danach endgültig entscheiden.

    Dazu kommt, dass es für mich eher grad eine ungünstige Zeit ist – ich bin weder körperlich fit (und dort wird das meiste doch im Stehen gemacht), noch bin ich psychisch im Moment wirklich aufnahmefähig. Im Moment bin ich heilfroh, wenn der morgigen Theratermin da ist – weil es schon schwer fällt bis dahin durchzuhalten.

    Mal sehen wie das Gespräch morgen läuft.

    Danke dir 🙂

    lieben Gruß
    Ilana

  3. Julia sagt:

    Liebe Ilana,

    so gesehen ist die Entscheidung ja schon klar, denke ich. Es wird sich sicher wieder eine Gelegneheit ergeben.

    🙂

    „Die Zukunft ist voller Aufgaben und Hoffnungen!“ (Nathaniel Hawthorne)

    Herzliche sonntägliche Grüße
    Julia

  4. Ich drücke dir auf jeden Fall ganz fest die Daumen für das Gespräch morgen.

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