Thera heute

Erstmal hab ich mich vertan und er ist nicht nächste Woche nicht da, sondern übernächste.

Es ging heute um den innersten Kern, den ich nicht mehr wahrnehme, um Täterintrojekte und -identifikationen und dass die vollkommen übernommen haben, aber auch um Versuche den innersten Kern in Sicherheit zu bringen.

Wobei das nicht geht – weil es ja nicht wie das innere Kind ein Anteil ist oder so. Es ist eher die Essenz oder so.

Versuche über Imagination da ranzukommen gingen gar nicht, der Versuch zu tappen löste ziemlichen Aufruhr unter den Täterintrojekten aus – und zum ersten Mal kreischten die nicht nur mich an sondern auch sich untereinander. Eine eigenartige – aber auch interessante – Erfahrung. Auch wenn es im ganzen eher irritierend war, weil ich nicht verstand was grad los ist – es war ja nicht mal ein Gefühl da – also wozu diese Panik?

Irgendwie glaube ich, dass wir auch unterschiedliches unter innersten Kern verstehen, denn der Thera ist überzeugt, dass der nicht kaputt zu kriegen ist – und ich konnte irgendwie nicht klar machen, dass es hier nicht um eine Angst davor geht, dass es so sein könnte, sondern dass es so ist.

 

Dass es auch verschiedene Arten von Gefahren gibt – und verschiedene Arten sich ihr auszusetzen. Ich wählte dann als Beispiel Lawinen.

Jeder weiß, es gibt sie und dass man sie auch herausfordern kann. Ich kann die ausgewiesenen Pisten verlassen, Schitouren gehen oder mich auch richtig Verhalten und nur zur falschen Zeit am falschen Ort sein.

Ich kann aber auch laut hupend und schreiend in ein Lawinensperrgebiet fahren, obwohl allerhöchste Lawinengefahr gegeben ist.

Die Umstände wie Schneeart, Schneeschichten, Wetter usw helfen die Gefahr einzuschätzen. Je besser man sich damit auskennt, desto besser kann man es einschätzen.

Mein aktuelles Verhalten, Denken, Fühlen sagt bei allem höchste Gefahr.

Nicht für mein Überleben, nur für den innersten Kern. Auch ohne ihn kann ich überleben, aber eben eher als Marionette für Täterintrojekte und Co.

Ich kann das sehen, aber es fehlt eine Entscheidungsmöglichkeit, ein „wollen“, wenn ich mir die Frage stelle was ich will – ist da nur Leere, als käme die Frage nicht an, als wären es inhaltslose Worte.

Im Alltag komm ich gut klar, es fühlt sich auch nicht schlecht an – es ist nur das Wissen, dass das was da grad läuft – für den innersten Kern absoltue Gefahr darstellt.

Der ist wie ein Setzling, der grad einer Feuersbrunst ausgesetzt ist – und das nötige Wasser, dass ihn überleben lassen würde (das Hinspüren, Fühlen – wenigstens das Erlauben von Gefühlen), wird ihm versagt. Gibt es nicht. Über der Erde ist schon lange nichts mehr, wie lange die Wurzeln die Hitze noch aushalten und somit wenigstens ein bisschen was überlebt – kann ich grad nicht sagen. Nicht mehr lange denke ich.

Es ist schwer zu erklären. Er ist das, was mich ausmacht, was mich zu einem Individuum macht, das hinterfragen, das prüfen, das hinspüren was mir gut tut oder nicht gut tut, was ich bin und ob das das ist was ich sein möchte oder ich auf dem Weg dazu bin, das sebständig denken, das fühlen, das innerste Ich, ohne den es kein Ich draußen gibt.

Er ist nicht das Funktionieren oder eine Rolle spielen oder das angepasst sein, es ist auch nicht die Seele oder so. Es ist das, was dafür sorgen kann, dass ich von der Marionette der Täterintrojekte und -identifikationen zur der werden kann, die ich eigentlich bin.

Der dafür zuständig ist und anregt mich zu fragen, was ICH will, was MIR guttut, was gut für MICH wäre und wie ich gut für mich sorgen kann. Der ein Ich erschafft – dass die Rolle, die ich zu spielen habe (früher real für die Eltern, heute eher für die Täterintrojekte oder von denen gespeist) hinterfragt und von Vorgesetztem trennt.

Es will das was ich eigentlich bin und nicht das was „nur“ geschaffen wurde. Egal ob das heute noch richtig so ist oder nicht.

Dadurch stellt es für die Täterintrojekte eine große Gefahr dar. Und die sind nicht als Schutz so aktiv.

Aktuell ist der Hauptintrojekt meine Mutter – und der geht es nur um Macht. Den inneren Kern zu stärken bedeutete in den letzten 10 Jahren, dass die Täterintrojekte eine Menge Macht eingebüst haben.

Von daher haben sich eine Menge meiner Mutter auch wieder angeschlossen – aus unterschiedlichen Gründen – aber keiner davon ist Schutz.

Anfangs war klar, dass ich mich in Täterintrojekten und destruktivem Verhalten verstrickt hatte. Doch irgendwann hab ich aufgegeben dagegen anzukämpfen und jetzt ist ein Kampf nicht mehr möglich – weil die Frage gar nicht aufkommt – und wenn – ist da nur Leere – es gibt keine Antwort. Kein Wollen. Kein Hoffen.

Es ist einfach so.

Und ich kann das sehen, weiß dass das nicht gut ist, aber ich kann nichts dagegen tun, weil alles geblockt wird.

Der Vorteil dabei: ich fühle nicht – und von daher geht es mir weitestgehend gut – im Sinne, dass der Alltag gut zu schaffen ist. Klar mal schwerer, mal leichter, gibt es mal auf und mal abs (wie gestern), aber schaffbar ist es. Es läuft alles eher über den Kopf – nicht übers Gefühl.

Das macht es deutlich einfacher aushalbar.

Aber dieses völlige Abschalten des Gefühls ist auch das was den innersten Kern am meisten bedroht.

Es ist das Wissen um die Gefahr, aber sie nicht wirklich spüren, nichts dagegen tun. Als wüsste ich theoretisch wie ich mich Verhalten muss wenn eine Lawine über mir abgeht, aber ich tu wie eine Marionette genau das Gegenteil. Wie fremdgesteuert.

Wir sprachen auch über die Theorie warum das grad so ist. Dass vor ein paar Wochen mit den Geräuschen etwas passierte, was für die Täterintrojekte zuviel war, was sich hochfahren ließ und jetzt überaktiv darüber wachen lässt. Damit das ja nie wieder passiert.

Das kann gut sein. Aber was für mich auch klar ist, die tun das nicht aus Schutz.

Es mag einen Schutzanteil geben (sicher sogar), aber die Theorie, dass alles was die tun eigentlich zu meinem Schutz passiert – nur nicht mehr zeitgemäß ist – der stimme ich nicht zu. Der Schutz ist nur ein sehr kleiner Teil. Gehen tut es um was anderes dabei.

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