Thera heute

Es ging um Täterintrojekte, dass die ja früher eine Schutzfunktion hatten und es im Prinzip darum geht die zu aktualisieren – zu schauen welcher Schutz ist davon heute noch nötig.

Damals waren sie nötig um im  Leben mit den Tätern zu überleben, heute – im Leben ohne Täter sind daher die meisten nicht mehr nötig. Oder es würde anderer Schutz gebraucht.

Der Thera wollte dann einen aufgreifen und anschauen, was ist davon nötig, was könnte/wollte/sollte sich da ändern.

Ich griff das mit meiner körperlichen Gesundheit auf. Früher ging es darum nicht aufzufallen, bloss keine Aufmerksamkeit – außerdem wurde erwartet, dass wir funktionieren. Wie stolz wir alle waren, dass wir selbst mit 40 Grad Fieber noch zur Arbeit sind.

Heute schüttel ich den Kopf – würde aber wohl trotzdem mit 40 Grad Fieber meine Termine wahr nehmen – außer ich bin halb im Delirium.

Wir haben uns das etwas genauer angeschaut – und dabei festgestellt: das was geht, mache ich auch.

Ich wäge ab – was ist das „kleinere Übel“ – so blieb ich vor 2 Wochen eben nicht die ganze Woche zu Hause, sondern fuhr zumindest zur Buchbinderei und Thera – nicht aus Pflichtgefühl oder so, sondern schlicht weil mir sonst die Decke auf den Kopf gefallen wäre. Habe aber alle anderen Termine abgesagt.

Es war ein Abwägen – und für mich die beste Lösung finden.

Bei der Wahl zwischen Körper und Psyche gewinnt immer die Psyche, aber immerhin versuche ich die Grenzen des Körpers zu wahren, versuche das soweit es mir möglich ist, ohne durchzudrehen. Ohne dass es dann zu Hause kippt, weil mir die Decke auf den Kopf fällt und ich es gar nicht mehr aushalten kann.

Ich versuche mir bewusst zu sein wie ich das mache, wie ich das abwäge, wo meine Grenzen sind – körperlich und psychisch – und das „kleinste Übel“ zu wählen, also auch so gut wie möglich mit mir umzugehen.

Es ging dann auch kurz darum, dass ich ja als es mir echt schlecht ging körperlich hier die Wohnung umgestellt hab. Und dass dass schon das „kleinere Übel“ war, weil mir schlicht die Decke auf den Kopf gefallen war und es kippte – und ich bei der Wahl mir was anzutun oder eben mir so zu schaden – das „kleinere“ Übel wählte. Auf eine verdrehte Weise war es also ein „für mich sorgen“.

Allerdings hat das an diese Zeit denken auch viele Gefühle und Tränen ausgelöst – weil dieses ewige Abwägen des „kleineren Übels“  läuft immer noch – ist quasi Standard. Und das „zuviel“ über mich hereinbrach – weil es eigentlich immer da ist – auch wenn ich grad besser damit umgehen kann – ist es dennoch nach wie vor da.

Immerhin hat das Gefühl nicht gleich Panik ausgelöst – aber es ist auch nach wie vor klar: Gefühl geht grad gar nicht, will ich nicht, darum geht es hier jetzt nicht und darf nicht.

Trotzdem ein ganz guter Termin heute.

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