Miete und Behörden

Dass der österreichische Teil der Rente nicht überwiesen wird, sondern jetzt per Scheck kommt, hat einiges ausgelöst.

Vor vielen vielen Jahren (über 12) war es so, dass ich plötzlich keine österreichische Rente mehr bekam, was ich erst feststellte, als sie eben nicht auf dem Konto einging.

Der Grund war eine fehlende „Lebensbescheinigung“, die wohl alle 2 Jahre fällig war, aber wir haben da nichts bekommen. Außerdem musste ich damals die Rente jedes Jahr verlängern lassen – also einen Verlängerungsantrag stellen – der als „Lebensbescheinigung“ reichen sollte.

Wie auch immer – es kam keine Kohle. Und ich drehte ziemlich am Rad.

Es dauerte 3 Monate.

 

Ein andermal zog die Behörde um. Der Verlängerungsantrag ging unter und ich bekam 10 Monate kein Geld. Und ohne wenigstens ablehnenden Bescheid konnte ich auch kein Geld als vorübergehende Leistung von D bekommen.

 

10 Monate. Damals hätte ich meine Wohnung verloren, wenn nicht nach einem halben Jahr mein Bruder eingesprungen wäre und mir die Miete vorgestreckt hätte.

 

Ja das ist alles lange her – sehr lange. Und doch hat das Wunden hinterlassen. Zitter ich immer noch jeden verdammten Monat am ersten bis das Geld da ist.

 

Es ist „nur“ ein Drittel meines Einkommens – aber wer selbst mal Hartz IV oder Grundsicherung oder ähnliches bekam (und ich bekomm nur wenig mehr als das), weil dass man von 2/3 davon nicht leben kann.

 

Ich hab mit dem Vermieter gesprochen, gesagt, dass ich eben auf den Scheck warten muss und ja leider immer noch keine Post zugestellt wird – und er war auch nicht sauer oder so.

Aber mich triggert der ganze Scheiss gewaltig. Die Ängste von damals, diese Ungewissheit, diese Ohnmacht, das nicht wissen wie überleben (weil anfangs hab ich natürlich erst die Miete überwiesen und dafür konnte ich eben keine Lebensmittel kaufen oder das Telefon bezahlen oder sonst was – das geht mal einen Monat – wobei ehrlichgesagt nicht mal das wirklich).

Das Problem ist halt: entweder Miete und sonst nichts – oder den Rest  und die Miete später.

Und ich versuch mir zu sagen, dass das Geld ja kommt – es kommt nur später. Die Zahlungen gehen weiter – es verschiebt sich nur etwas.

Doch es kommt nicht wirklich an – weil die Panik nicht von dem heute kommt, nicht von den Schwierigkeiten mit dem Scheck, sondern ich in der alten Zeit feststeckte, als völlig unklar war wie es weitergeht, ob es wieder Zahlungen geben wird oder nicht oder ab wann. Ich wusste nur immer um den 16. rum, ob die das rausgeschickt hatten oder nicht (in Österreich gibt es da jeden Monat einen Stichtag Mitte des Monats – das was bis dahin nicht angewiesen wurde, wird im Folgemonat nicht ausbezahlt).

Für den Vermieter ist es aktuell kein Problem – das wird es auch erst wenn ich auch nächsten Monat nicht zahlen kann – ein „später“ ist ihm ziemlich egal – dazu kennt er mich auch lang genug und weiß ja, dass das mit der Post grad nicht an mir liegt.

Und ich versuche wirklich mich daran festzuhalten, dass alles geregelt ist, dass nichts passieren wird. Dass es Umstände macht, aber eben geklärt ist.

Trotzdem hat mich der alte Mist im Griff. Gleich gekoppelt mit der alten Wohnung am alten Wohnort (die sowieso Trigger pur ist – und es ist ja damals noch am alten Wohnort passiert) – diese Wohnung, die mich in meinem täglichen Alpträumen umbrachte, die dafür sorgte, dass ich auch im Winter bei Schnee und Eis oder Regen lieber im Wald übernachtet habe.

Also jetzt konzentrieren auf Skills und hoffen, bald wieder ganz im hier und jetzt zu sein – den Verstand über den alten Mist siegen zu sehen.

 

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