sein

Ich lenke mich ab so gut es geht, versuche mir gutes zu tun (Germknödel z.Bsp.), erfahre heute, dass ein Brief gar nicht ankommen konnte, weil der hiesige Briefkasten gar nicht geleert wurde (nächste Woche dann wohl wieder, aber wer weiß schon ob dieses Gerücht überhaupt stimmt oder der Brief ganz wo anders liegt), versuche viel zu trinken (was heute nicht so gut lief), hab mich mit dem Therapeuten geeinigt, dass unsere Abmachung erstmal ausgesetzt wird (schon erstaunlich wie so eine blöde Abmachung schlechtes Gewissen machen kann, wenn es doch eigentlich grad darum geht ob die Therapie überhaupt weiter gehen kann),  hab gemerkt, dass mir zwar hier langsam die Decke auf den Kopf fällt, ich aber weder körperlich noch psychisch für die Welt da draußen fit genug bin – und kann das akzeptieren, hab das siebte Element vom Drachenfeuer fertig (zum zweiten Mal 😉 ), die Aufnahmen meines DVD-Rekorders alle gesehen, mit Blacklist und Mike & Molly versucht die restliche Zeit zu überbrücken, hab diesen Tag einigermaßen überstanden.

Es ist nicht gut, aber immerhin auch nicht schlechter geworden – und nichts weiteres mehr kaputt gegangen. Es gibt eine Art „Plan“ für die Thera, der mir zwar mehr als fraglich erscheint – aber hey – eine andere Idee hab ich auch nicht – und immerhin ist es eine Möglichkeit (Panik aushalten und hoffen, dass sie irgendwann weniger wird).

Ich kämpfe mich durch den  Tag, verfluche oft genug wie schwer schlicht überleben ist und tja – versuche das Beste draus zu machen.

Merke, dass es Unterschiede gibt was Gefühle angehen –  einen Teil bekam ich auch zu fassen und hab es mit auf meine „Geräusche“-Liste (eine Liste auf die ich alles schreibe, was mir zu Geräuschen einfällt so im Alltag) gesetzt.

Es ist nach wie vor fast ausschließlich Kampf – und ich bin nach wie vor unendlich müde. Die Nächte sind – schwierig, unruhig, kurz. Manchmal schaffe ich es morgens nochmal ein Stündchen zu schlafen, manchmal auch nicht.

So ganz ganz langsam kehr ein „es ist wie es ist“ ein – das leider das „es darf nicht wieder passieren“ nicht ersetzt, aber zumindest dessen Präsenz etwas abmildert. Im Alltag. Denn gelten tut es nach wie vor.

Leider hab ich auch gemerkt, dass all meine Ebooks des letzten Jahres verloren sind, dafür fand ich einen Teil meiner Musik wieder – auf meinem alten Mp3-Player, der mal mein Wecker war, aber nicht mehr genutzt wird, weil jedes Mal am Computer anschließen das Risiko birgt, dass  er nicht mehr geht (scheint jedoch beim aktuellen sogar zu klappen).

Ich versuche weiter zu machen so gut es geht – und so wenig zu denken wie nur irgend möglich. Fühlen sowieso nicht.

Und ich bin wirklich sehr froh, dass nächste Woche mein Betreuer wieder da ist – weil wir somit die Wohnung auch wieder in den Griff kriegen  – und ab übernächster sollte auch die Buchbinderei wieder „normal“ laufen (allerdings mit der Änderung statt Donnerstag Freitag dort hinzugehen – tja und dann kommen ab da ja die Zahnarzttermine – also so wirklich „normal“ läuft es da auch noch nicht).

Es wird wieder Struktur einkehren. Und der Crosstrainer wieder reinkommen (was mir grad utopisch scheint – ich bin so ausgebrannt und müde, dass ich grad Mühe hätte da 2 Min durchzuhalten – aber auch das wird sich hoffentlich bald bessern), der im Moment ärztlich verboten ist.

Vielleicht wird es dann auch nicht mehr rund um die Uhr nur noch Kampf sein zu überleben oder wenigstens nicht mehr mit permanenter Frage – warum?

 

 

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