Thera heute

Ist ehrlich gesagt nicht so gut gelaufen. Was nicht am Thera liegt – der bemüht sich und ist wirklich toll.

Aber ich kann keinen Therapieauftrag erteilen. Um Gefühle kann es nicht gehen, weil da klar ist, dass es dann zwangsläufig auch zu Gefühlsäußerungen und Geräuschen kommen wird – und da setzt das „es darf nicht wieder passieren“ ein.

 

Im Endeffekt komm ich da gar nicht raus – es löst Panik aus  – sobald ich mich einem Gefühl näher oder es darum geht, was hinter dem „es darf nicht wieder passieren“ steckt oder sonst irgendwas.

Ich komm mit Panik an – weil ich im Widerspruch feststecke, dass ich dort an Gefühlen arbeiten will, dass es der einzige Ort für mich ist, wo das überhaupt denkbar ist – und die Sehnsucht danach so extrem groß ist – aber gleichzeitig wie eine Mauer das „es darf nicht wieder passieren“ davorsteht.

Es hält mich gefangen, macht was es will, ist wie ein Dogma da – wie eine felsenfeste Überzeugung, an der alles andere abprallt. Es ist keine Entscheidung von mir – ich hab da keine Wahl – es hält mich fest im Griff.

Ich bin davon überzeugt, dass es nicht wieder passieren darf. Gemeint sind Geräusche, dass da weit mehr dahintersteckt ist mir klar – doch ich hab keine Ahnung wie da rankommen – weil jeder Versuch in Panik endet.

Panik, dass es wieder passiert. Egal welchen Ansatz der Thera versuchte. Die Folge war Panik und ein klares „es darf nicht wieder passieren“ gekoppelt mit der Verzweiflung, dass ich eigentlich was anderes will – aber nicht kann.

Und so kann ich auch keinen Therapieauftrag geben, ich kann nicht sagen was ich will – weil es darum nicht geht – ich kann nicht. Komme diesem Dogma nicht aus, das alles im Griff hat.

Kann Hilfe des Theras (wie Tappen oder ähnliches) nicht annehmen, weil das Gefühle auslösen würde – so ist es wenigstens „nur“ Panik, wenigstens keine Tränen.

Der Termin war eine ziemliche Katastrophe. Und ob und wie es weitergehen könnte – steht völlig in den Sternen.

Es ist nicht nur destruktives Verhalten – dass ich zuordnen kann und wo wenigstens ein – wenn auch noch so kleiner – Teil da ist, der das anders sieht. Diesmal gibt es keinen Teil der das anders sieht, den man nur bestärken müsste, die Aufmerksamkeit drauf lenken. Es gibt einfach keinen.

Ich fühl mich diesem „es darf nicht wieder passieren“ ausgeliefert – wie eine Marionette – nur dass ich die Fäden nicht sehe, nicht sehe, wer sie in der Hand hält, bewegt und keine Chance ihnen zu entkommen.  Es gibt nichts als Gegengewicht.

Und die Verzweiflung, dass ich damit die Therapie  verliere – und damit meine einzige Chance wieder mein Leben zurückzubekommen, wieder sowas wie Selbstbestimmtheit, wie – Wahl – Entscheidungsmöglichkeit – ist so groß, dass ich ihr kaum Herr werde – das übernimmt dann die Panik.

Weil ja Gefühl – zu viel Gefühl das Tränen auslösen könnte – und das darf ja nicht wieder passieren – und so schließt sich der Teufelskreis wieder.

Ich hab keine Ahnung wie es weitergehen könnte. Die Therapie ist weiter in Gefahr – und zwar nicht zu knapp. Weil ich in irgendwas feststecke, dass ich nicht steuern kann, aus dem ich nicht rauskomme, dass mich so fest im Griff hat, dass mein Leben längst übernommen hat.

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3 Kommentare zu Thera heute

  1. Julia sagt:

    Liebe Ilana,

    es tut mir so leid und fast körperlich weh zu lesen, wie sehr Dich dieser eine Gedanke im Griff hat und quält. Und dass er durch nichts zu unterbrechen ist; wie eine Schlange, die sich selbst in den Schwanz gebissen hat und nicht mehr loslässt.

    Du bist ein Mensch, Dein Therapeut ist ein Mensch. In Menschen ist, wieder aller Deiner Erfahrungen in der Kindheit aber auch viel Gutes!

    Denk an das Gute in Dir und Deinem Therapeuten. All das Positive, dass Dir von ihm entgegengebracht worden ist. Sein großes Bemühen, sein „Dich nicht aufgeben“ und „bei Dir stehen“.

    Vielleicht kann das den Negativgedankengang unterbrechen.

    Ich denke dauernd ganz feste an Dich.
    Julia

  2. Su sagt:

    Dann mache doch eine Therapiepause.

  3. Marika sagt:

    Könnt ihr vielleicht vorerst schriftlich weitermachen, z. B. via E-Mail oder sogar was in Richtung Chat? So geht der Kontakt nicht ganz verloren und vielleicht findet ihr eine Lösung.

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