Thera heute

Erst ziemlich lange Geplänkel, da der Thera Kopfschmerzen hatte und noch auf die Wirkung der Schmerztablette wartete.

Es ging viel um den ¨Widerspruch¨, dass es, wenn es mir gut geht, ich mehr das Gefühl habe ich zu sein – und gleichzeitig das aber nicht aufgreifen kann – dieses Gefühl – weil es eben eine Flucht ist. Es geht mir gut, wenn es mir gelingt den Alltag wegzuschieben, außen vor zu lassen.  Was mal besser, mal weniger gut klappt.

Aber es erinnert mich auch an Zeiten, an denen es mir gut ging – und das Alltag war. In denen ich auch im Alltag – genießen konnte.

Diese Zeiten fehlen mir. Diese Fluchten heute – sind Auszeiten, es gelingt manchmal sogar ein auftanken in der Zeit – aber es sind eben Fluchten. Da darf dann nichts anderes sein – alles an anderem (Gefühl und Gedanken) wird weggeschoben – weit weg. Nur das hier und jetzt und das Ablenken gilt.

Von daher geht das in der Thera nicht – weil da ja oberstes Gebot ist, dass alles sein darf – und das darf es eben in diesen Fluchten nicht.

Bis wir das herausgearbeitet hatten, dauerte es eine Weile.

Dann ging es auch kurz um Gericht. Ich hab heute erfahren, dass das auch 4-5 Jahre dauern kann, weil es ein Präzidenzfall ist. Und das hat mir den Boden weggerissen. Der Gedanke noch so lange durchzuhalten – und die Angst, dass ich das nicht schaffe.

Dazu kommt ja, dass jederzeit was vom Gericht kommen kann – es also auch nicht so ist, dass ich sagen kann: ist jetzt so und Entscheidung kommt erst dann und dann.
Auch unklar ist, wie lange die Krankenkasse das noch mitmacht und erstmal weiter zahlt.

Als er das am Ende des Termins kurz ansprach, schossen mir die Tränen in die Augen. Das ist einfach – zuviel. Nicht aushaltbar.

Da aber der Termin schon am Ende war, war da nicht an zulassen zu denken. Auch wenn es von Theraseite her wohl möglich gewesen wäre. Aber das war mir – zu unklar, er hat es nicht explizit gesagt.

Es ging am Beginn auch darum ob wir für den 14. einen Ersatztermin finden können – wird am 12. sein, aber wohl nur eine Stunde. Das klärt sich dann nächste Woche.

Zwischendrin ging es darum, dass die Stabilität ja früher da war und was ich dafür bräuchte (Planungssicherheit!) und was das für ein Gefühl wäre, vor allem das Fehlen der Stabilität. Ich konnte das Gefühl nicht benennen oder beschreiben, flog dann auch raus. Als wir es später aufgreifen wollten, fehlte mir die Beschreibung – ich konnte mir das Gefühl nicht vorstellen – es war ja nicht definiert – und den Auslöser dazu bekam ich in dem Moment nicht formuliert – so dass ich den nutzen konnte. Das ging erst danach in der mail.

Von daher kamen wir da nicht weiter, weil ich auch nicht mitteilen konnte, dass ich da mehr Hilfe brauche um zum Gefühl hin zu finden.

Alles in allem ein durchwachsener Termin, aber ok soweit. Man merkte aber schon dass der Thera nicht wirklich fitt war – er war – langsamer – irgendwie.

Und dazu die Angst – dass dann alles Aushalten und Durchhalten vielleicht umsonst war. Denn von der Entscheidung hängt meine Existenz ab.

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