Kämpfe

Das mit den Widersachern und Täterintrojekten ist ja so eine Sache. Wenn sie dann tatsächlich mal weggeschlossen sind, ist das Leben plötzlich leicht und licht, hell und sonnig. Natürlich gibt es immer noch Probleme, aber es ist ein ganz anderes umgehen damit möglich. So viel mehr Akzeptanz und Hinnehmen, das Beste draus machen, dass plötzlich einfach mehr Möglichkeiten hat.

Nur dass man sich mit aller Kraft gegen diese blöde Tür stemmen muss um sie weggeschlossen zu halten. Und trotzdem schafft es immer wieder eine(r oder auch mehrere) raus und untergräbt einfach alles.

Das weiß ich. In der Regel kann ich sie sogar identifizieren – und doch ist das ein Kampf den ich nur allzuoft verliere.

Die sind richtig gut.

Und wehe man ist auch nur eine Sekunde unaufmerksam – schon hat man die ganze Arme wieder draußen und darf wieder anfangen sie mühsam wegzuschließen.

Ohne freu ich mich einfach nur tierisch auf den Crosstrainer. Endlich eine Möglichkeit Sport zu machen, die ohne weiteres einfach beendet werden kann, wenn es nicht mehr geht. Ohne irgendwo hin fahren zu müssen. Und klar – natürlich ist da auch ein: du musst das jetzt dann aber auch nutzen – da steckt viel Geld drin! Aber darüber mach ich mir eigentlich weniger Sorgen.

Im Moment finde ich gut, dass die Widersacher und Täterintrojekte es nicht schaffen mir diese Freude ganz zu nehmen – sie ist trotzdem da. Klein und im Hintergrund – aber da. Spürbar. Trotz all der Stimmen die niedermachen.

Auch wenn es dann schwerfällt und nicht so klappt sich dann darauf zu konzentrieren – in all dem Lärm der Stimmen und Zweifeln – es ist da.

Das kommt nicht so oft vor. Viel öfter ist es so, dass die einfach alles niederschreien. Entweder ich steh dem dann erstarrt wie ein Kaninchen vor der Schlange  gegenüber oder sie überzeugen mich, weil ich einfach nichts mehr entgegensetzen kann. Weil die Wahrheit so verdreht wurde, dass es passt, dass ich nur noch sagen kann: sie haben ja recht.

Sie sind Lebensbegleiter, die quasi immer da sind. Gegen die ich eigentlich ständig ankämpfe – eigentlich, da manchmal schlicht die Kraft für diesen Kampf fehlt.

Früher dachte ich, wenn ich sie identifiziert kriege, krieg ich sie auch in den Griff. Das war ein Trugschluss. Zu wissen, was sie sind, hilft sicher – so ist klarer gegen wen grad zu kämpfen ist – oder ob überhaupt grad zu kämpfen ist – aber es macht auch klarer, dass es quasi immer ums Kämpfen geht und dass die sehr hartnäckig sind – und es trotz klare Identifikation schaffen mich niederzuschreien.

Nicht zu kämpfen steht aber irgendwie gar nicht mehr zur Debatte.

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