zwei Wochen

Zwei Wochen bin ich jetzt schon hier. Und der Tag fing heute echt mies an – wurde dann aber noch ganz gut.

Zum einen der Termin beim Ersatzthera, der die mail las, ja auch mitbekam, was da die letzten Wochen so war und nur meinte: so geht es gar nicht. Ich soll morgen mit der Ärztin mal schauen ob es einen wirklichen Grund gibt, warum keine Dosisanpassung stattfand und wenn nicht, dann soll sie ihn mal anrufen. Er wird dann dafür plädieren, dass wir hier quasi eine Maximaldosis anvisieren und dann bei der aktuellen bleiben und zwei Tabletten als Reserve dazu nehmen.  Denn jeden Tag ist es ja wirklich nicht nötig und ich möchte schlicht nicht über diese Dosierung dann kommen. Ob die Ärztin dann mehr zulassen würde oder nicht ist mir egal.

Für mich ist quasi die doppelte Menge der aktuellen ¨mein¨ Limit,  dass ich nicht überschreiten will. Und auch das nicht regelmäßig, sondern eben 2-3 mal die Woche.

Diese Dosis ist dann auch die ¨normale¨- also die, die sonst als Eingangsdosis gegeben wird.

Ich hoffe ja wirklich sehr, dass das Valoron bald wieder lieferbar sein wird. Und vor allem, dass es nicht ganz aus dem Sortiment genommen wird, sondern halt nur jetzt nicht lieferbar ist.

Ansonsten war Ergo – die mich grad frustet. Ich mach ja zwei Schmetterlingshäuser, hab aber das Problem, dass es dort keine Möglichkeit gibt grade zu sägen oder gar eine Gärung. Gibt es schlicht nicht. Man hat eine Dekupiersäge und ein paar Handsägen, keine Japansäge oder sonst was, mit dem man einigermaßen grade sägen könnte. Entsprechend krumm und schief ist alles und passt natürlich nicht zusammen.

Im Moment red ich mir ein, dass die Schmetterlinge schon nicht drauf schauen wie das aussieht oder ob das keine Spalten hat oder ähnliches. Nächstes Jahr kauf ich dann zwei als Ersatz, dieses Jahr müssen sie halt damit vorlieb nehmen.

Irgendwann am frühen Nachmittag bekam ich dann einen Koller, holte mir mein Arcoxia, dass ja auch nur max 10x im Monat darf (da warte ich auch immer noch auf die Studien, die die Langzeitnebenwirkungen auf die Nieren belegen, hab aktuell eben auch nur die Ansage des Schmerzambulanztypen) – und bin dann runter zu Aldi gelaufen, hab mir Obst gekauft und dann eine große Schüssel Obstsalat gemacht. Eine Schüssel steht jetzt mit meinem Namen im Kühlschrank, den Rest hab ich für die anderen frei gegeben. Irgendwie macht sich so ein Obstsalat für eine Person schlecht, wenn man etwas mehr Obstsorten drin haben will.

Mit dem Stricken komm ich ganz gut voran, heute war es überwiegend Sopranos nebenher, bisschen Musik hören – tja und mehr lief heute nicht.

Morgen dann bitte wirklich der Termin bei der Ärztin, denn Do muss ich dem Ersatzthera nun endgültig sagen, wie lange ich hier noch bleibe. Anvisiert ist aktuell der nächste Montag. Wenn es tatsächlich noch um Ausprobieren verschiedener Dosierungen geht, geb ich ihnen noch nächste Woche – tendiere aber auch hier zum Versuch mit der Maximaldosis und wenn keine Nebenwirkungen (die auch nicht zu erwarten sind!) kann ich dann selber schauen, wann ich die Tabletten wie am besten nehme – ambulant.

Sofern die Ärztin mitzieht und es jetzt nicht einen wirkichen nachvollziehbaren Grund gab, warum jetzt keine Anpassung stattfand.  Ich bin also gespannt.

So im Ganzen war es gut so, von der Zeit her. Es ist auch noch gut, dass ich diese Woche noch hier bin. Ich glaub diese 3 Wochen hab ich auch gebraucht. Klar hab ich immer noch Angst vor zu Hause, aber mehr weil dann halt andere Themen wieder in den Vordergrund rücken, denen ich hier ganz gut ausweichen kann, weil sich anderes nach vorne drängt.

Aber ich weiß auch, dass die Themen ja bleiben.  Wieder selber ums Essen kümmern müssen wird sicher anfangs schwierig – trotz neuer Fritteuse ;).

Und ich freu mich auf die Katzen und die Hängematte – die mir sehr fehlen – alle drei! Und das Wärmeunterbett, das ich ja letzten Do fast eingepackt hätte und mitgenommen hier her. Und die Gitarre. Der Rest fehlt nicht unbedingt.

Nein – es war gut so und ich bin auch froh, dass ich jetzt die Erfahrung machen konnte, dass es auch anders gehen kann wenn man auf Station ist – ohne Druck, ohne Gezicke, weil man nicht in Gruppen kann, ohne Aggression wegen ¨Extrawürsten¨, dafür mit Verständnis und von allen Seiten wirklich bemühen es so stressfrei wie möglich zu gestalten. Dafür bin ich wirklich sehr dankbar. Für mich ist das fast wie ein Wunder. Und ein sehr wertvolles Geschenkt. Weil es damit einfach wirklich auch eine Möglichkeit wird für eine Auszeit, wenn es zu Hause doch zu brenzlig wird.

Nicht dass ich deshalb mit Freuden ja sagen würde, wenn der Vorschlag kommt – aber immerhin wird er wohl nicht mehr triggern. Nur wer das selbst kennt, kann das wohl nachvollziehen – und das Setting hier ist wirklich ein Geschenk.

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