Ostermontag

Am Vormittag endlich in einer katholischen Messe (wohne hier ja echt in der Diaspora) und das noch bei einer die T. hielt – was mich echt freute.

Ansonsten wie schon die letzten Tage: stricken, fernsehen, mit R. telefonieren.

Sie hadert sehr mit sich. Die Krebserkrankung hat sie ziemlich aus der Bahn geworfen, was ja nun wirklich kein Wunder ist. Und da sie jemand ist, der immer für andere da ist und so gut wie nie an sich selbst denkt, ist das für sie grad echt schwierig. Weil sie die ganze Zeit nur denkt, dass sie ja dann keine Kuchen mehr für die Priester backen kann und mir Päckchen schicken usw. Irgendwie ist sie nicht zu überzeugen, dass es grad nur um sie geht und uns das ganze Drumherum echt egal ist – Hauptsache ihr geht es bald wieder besser.

Die Warterei zermürbt. Das kenn ich ja auch nur zu gut selbst. Und ich glaub so viele Leute hat sich gar nicht, mit denen sie dann auch über ihre Ängste mal reden kann. Ich wäre gern mehr für sie da.

So sehr die Telefoniererei mit meiner Familie immer ein Pflichttermin war – ein „muss halt“ – so sehr ist es mir hier ein Anliegen mit ihr zu telefonieren, da zu sein, zu zu hören oder auch mal den Kopf zu waschen, weil sie schon wieder nur an andere denkt.

Und so telefoniere ich im Moment für meine Verhältnisse ziemlich viel.

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