Thera gestern und sonst so

Thera gestern war schwierig, weil so viel unklar war. Ich wusste nicht
wie lange der Termin ging oder wie es nächste Woche aussieht, weil er in
einem Nebensatz in einer mail schrieb, dass er nächste Woche nicht da
sei. Da er aber normalerweise sehr früh bescheid gibt, wenn für mich was
ausfällt, wusste ich jetzt nicht ob er quasi ab Do wieder da ist oder nicht.

Nun ist er nicht und da hat mich dann ziemlich ausgehebelt.

Es ist ein „rüberretten“ – die Termine sind wie Inseln in einem ansonst
tobenen Meer, das alles tut um mich runter zu ziehen. Es sind die
einzigen Momente, in denen es nicht nur ums Überleben geht, ich auch mal
schwach sein kann oder eben nicht allein kämpfen muss. Kurze Momente
einfach mal Luft zu holen. Und da ist grad eine Woche schon zu viel. Der
Gedanke, dass es dann zwei werden war in dem Moment einfach zuviel.

Generell ist es grad viel – das Gericht und das Gutachten, es gibt noch
keine aktuelle Fahrtkostengenehmigung, die Medikamentenumstellung läuft
nicht so toll, R.s Brustkrebsdiagnose mit schlechter Prognose und
entsprechend schlecht geht es ihr natürlich dadurch, der unerwartete
Urlaub des Theras usw usf. Ehrlichgesagt sind die Trigger und Flashbacks
da schon fast „Erholung“, weil ich da wenigten was machen kann.

Tja die Medikamente vertrag ich gut, aber sie wirken bei weitem nicht so
gut wie das Valoron. Vor allem aber wirken sie nicht wie geplant 12
Stunden, sondern nur etwa 7, was bedeutet, dass es immer ein „Loch“
gibt. Da sie auch sonst nicht so gut wirken, ist das ganze etwas
schwierig – weil all meine aktiveren Skills nicht möglich sind.

Ungut.

Ob da an der Dosierung noch geschraubt wird, weiß ich grad nicht. Die
Ärztin hier will, dass das die Schmerzambulanz macht, dort erreich ich
niemanden – von daher mal sehen. Klar, dass ich das selbst organsieren muss.

Mittlerweile ist klar, dass ich bis Montag in einer Woche hier bleiben
werde. Noch bin ich etwas unsicher, was ich davon halten soll.

Am liebsten wäre mir ja, wenn dann Ende nächster Woche mich jemand
fahren könnte, so dass ich schon einen Teil meines Gepäcks nach Hause
schaffen kann. Mal schauen ob ich das mit dem Betreuer irgendwie
geregelt kriege.

Ansonsten: auf Station sind sie wirklich nett und da lassen sie mich
wirklich in Ruhe – dafür hab ich mich heute bei der Ärztin auch bedankt.
Das mit dem Essen klappt noch nicht so wirklich, das kommt einfach oft
nicht mit, aber das ist nicht so tragisch.

Ich hoffe dass die Sim-Karte, die ich bestellt hab wegen dem Internet
hier morgen rechtzeitig ankommt – das wäre mehr als nur ärgerlich wenn
die erst Freitag da ist, weil ich es da einfach nicht mehr organisiert
bekomme, dass mich jemand fährt. Denn die Internetverbindung ist
wirklich grottig. Was auch der Grund ist, dass dieser Eintrag jetzt zum
zweiten Mal geschrieben wird, weil natürlich grade beim hochladen wieder
nichts ging und somit auch die automatische Speicherung nicht möglich war.

Sonst werde ich morgen kurz nach Hause fahren, vor allem um langärmelige
Shirts zu holen, weil es hier echt kalt ist – und ich brauch dringend
die neue Kuscheldecke, die Decken hier sind ja eher Schmirgelpapier.

Ich bin einfach völlig ausgebrannt. Von daher ist im Moment schon ganz
gut, dass ich hier bin, ich glaub zu Hause wäre es doch zu gefährlich
geworden.

Aber ich muss mir noch was einfallen lassen für meine liebe Nachbarin,
die Bonsaitiger und Pflanzen hütet. Weiß nur nicht genau was.

Ich hasse diesen Krisenmodus und diese Abhängigkeiten, aber auch diese
Schwäche. Es ist gut, dass es hier so gut läuft, weil somit ein
stationärer Aufenthalt eher mal in Frage kommt – aber ich will das gar
nicht. Ich hab die Drehtürpsychiatrie mühsam hinter mir gelassen und
will sich einfach nicht wieder.

Aber wenn ich dran denke, dass sich die meisten Sachen ja nicht klären
werden in nächster Zeit – es weiterhin ein abwarten und irgendwie
aushalten ist – wird mir schlecht.

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