angekommen

Mittlerweile bin ich auf dem Zimmer. Die Ärztin ist wirklich nett. Auch wenn ich nicht genau weiß, ob das jetzt einfach so ist, weil ich schon in den ersten Minuten erstarrte und gar nichts mehr ging.

Der Grund war, dass das Aufnahmegespräch mit Ärztin und Schwester sein sollte – und das war schon zuviel.

So im Nachhinein betrachtet war es vielleicht sogar gut (auch wenn sich in mir alles verzieht bei dem Satz) – denn so wurde sogar angeboten, dass ich nicht in den Speisesaal muss, sondern auf Station essen kann. Ich hatte auch die Wahl ob ich weiter in der Buchbinderei oder in die Ergo möchte (oder gar nichts davon).

Da wurde mir klar, dass die Buchbinderei zu viel wäre – ich bin da ja sonst nicht jeden Tag und kann auch frei entscheiden wann ich komme und wann ich gehe – das wäre hier anders. Es wäre von Mo – Fr und ohne Freiheiten was die Zeiten angehen. Da ich auch schon so lange da war, bin ich sehr perfektionistisch was die Sachen angehen – und das lief ja schon in den letzten zwei Wochen mehr als schlecht. Ohne die Rückzugsmöglichkeiten zu Hause wäre es einfach zu viel.

In der Ergo wird erstmal nichts erwartet – und ich kann was Neues machen, was mehr Konzentration erfordert und damit weniger Raum für die Umgebung lässt. Sollte das gar nicht gehen, kann ich ja wechseln.

Im Moment warte ich, dass jemand vom Pflegepersonal kommt und mir die Station zeigt. Danach werde ich hier erstmal raus gehen und versuchen den Stresslevel, der doch sehr sehr hoch ist, etwas zu senken.

Was meine Zimmerkollegin angeht muss ich erst sehen – sie war etwas komisch vorhin und danach flippte sie etwas aus – beides ist natürlich auch aus der Situation herausgerissen, von daher mal sehen wie das wird.

Es strengt unglaublich an. Und ich hab sehr daran zu knabbern, dass schon zwei ¨nichts geht mehr¨- also erstarren, nicht mehr antworten können usw – waren. Beide in Anwesenheit von Ärztin oder Pflegepersonal – außerhalb – auf dem Flur bin ich halt dissoziiert – aber ich funktioniere – sogar erstaunlich gut.

Das macht aber den Kontast noch – stärker. Bisher scheint es aber so, dass das Pflegepersonal das soweit akzeptieren kann. Es gab ja auch einen Zettel mit ¨wie verhalten wenn ich so bin¨ –  und dass ich es zwischendrin erklären konnte, war sicher hilfreich.

Allerdings hatte ich auch erst mit zweien zu tun – von daher mal abwarten. Hatte das ja vom letzten Mal noch sehr negativ in Erinnerung, da wurde das als ¨Rumgezicke¨ und ¨Extrawurst¨mit ziemlich viel Aggression  von Seiten des Pflegepersonals gesehen. Allerdings konnte ich da auch nicht so erklären, mich nicht so schnell wieder fangen.

Als die Ärztin anfing wegen Medikamente gegen die Angst usw – blockte ich ab – irgendwie kann ich schwer erklären, dass es grad das stationäre Setting ist, die diesen Stress auslöst.

Vor allem, da sie wegen des Schlafapnoegeräts das Tavor nicht geben will – wir haben uns jetzt erstmla darauf geeinigt, dass es Bedarfsmedikation ist.

Ehrlichgesagt hoffe ich ja ein bisschen, dass das Hydromorphin mich müde macht – trotz der sehr niedrigen Dosis.

Wegen der Verfügbarkeit des Valoron war sie eigen – ich weiß nicht ob es nur Neugier war oder sie mir nicht geglaubt hat – aber sie prüfte das erstmal nach. Find ich an sich ja auch völlig in Ordnung so. Irgenwie weckte das auch etwas Hoffnung, dass sie vielleicht doch noch eine Bezugsquelle auftun kann. War natürlich nicht so.

Alles in allem: sie wirkt sehr nett und auch ambitioniert den Stresslevel für mich möglichst niedrig zu halten – das ist gut.  Den Rest – da müssen wir dann sehen.
Soviel erstmal.

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