Frage an die Mütter/Väter und wer sonst so mit Kindern zu tun hat

Hallo ihr,

wie reflektiert handeln Kinder, wie spontan? Vom Alter her geht es mir um Zwei/Dreijährige hauptsächlich.

Es geht mir um Alltag – also sich über einen Hund freuen, dem man begegnet oder was besonderes finden (was zählt da auch alles dazu), über Trotzphasen und -verhalten und einfach nur – sein.

Wie handelt, reagiert ein Kind, das einfach auch Kind sein kann. Das Schöne und nicht so Schöne. „Normales“ halt – kann es grad nicht besser beschreiben.

Ich versuche grade rauszufinden wie man mit Zwei oder Drei einfach so ist. Wie man denkt, fühlt, reagiert. Einfach – Kind ist.

Je mehr sich beteiligen, desto besser. Ihr würdet mir einen großen Gefallen tun.

Danke!

 

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4 Responses to Frage an die Mütter/Väter und wer sonst so mit Kindern zu tun hat

  1. Rena sagt:

    Hallo, meine Kleine ist jetzt vier, darum hab ich das alles noch ganz gut vor Augen. Vom 2. Geburtstag bis zum letzten Tag, an dem sie drei war, hat sich sehr viel verändert.

    Was mir speziell auffiel in dieser Zeit war das völlige Vertiefen in eine Sache, die man tut, was man als Erwachsener oft eher trainieren muss. Ich habe damals einen interessanten Artikel darüber gelesen, dass sie dann wirklich nichts hören/wahrnehmen, und keinesfalls ungehorsam sein wollen. Auch, wenn das für Eltern nervenaufreibend sein kann.

    Die Trotzphase und die Wutanfälle kommen in dieser Zeit und die Kleine brauchte da sehr viel Unterstützung. Große Wut, Enttäuschung – das sind Gefühle, die in ihrer neuen Heftigkeit ziemlich erschreckend wirken und das Kind findet da oft nicht mehr alleine raus. Und das war bei uns Alltag. In der Phase sind wir oft umgezogen (notgedrungen) und vielleicht war es deswegen soo krass. Ob es die Süßigkeit war, die sie wollte und nicht bekam. Die pinke Sommerjacke, die sie bei Schnee nicht anziehen durfte oder sonstwas.
    Für mich ganz wichtig zu beobachten war in der Phase, dass es wichtig und richtig für die Entwicklung ist, JEDES Gefühl auszuleben. Also, fürs Kind. Wenn ich jedes Gefühl ausgelebt hätte… weia, ich hätte zwei Jahre mitgeheult und geschrieen und mich auf den Boden geworfen.

    Was mir auch auffiel, war, wie schnell L von Wutanfall zu Jubel wechseln konnte. Da konnte ein Hund die Straße entlanggehen und manchmal war dann – wie Magie – alles wieder gut, weil abgelenkt.

    Sie flüchtete grundsätzlich zu Papa, wenn Mama (ich) nicht machte, was sie wollte. Und blieb erfolglos. Aber ja, scheint normal zu sein.

    Die Schlafzeit hat sich drastisch verringert. Von 12-13 Stunden zu aktuell (4 Jahre, 3 Monate) etwa 9-10.

    Ganz spannend ist auch, wie oft Kinder sich mit dem eigenen Körper beschäftigen. Was kommt da raus? ist eine heiße Frage. Und weil man jetzt selber rankommt, waren auch ihre Geschlechtsteile für sie sehr interessant. Ständig, wenn man sie umzog, fasste sie sich dran – und ich bin halb durchgedreht, war aber still.

    Kinder sprechen ungefiltert aus, was sie denken. Blöde Kuh, zum Beispiel. Und, ganz wichtig: ICH WILL NICHT!

    Aber sie verweigerte sich auch nicht allem, der Wille, Sachen zu erlernen, selber zu können, groß zu werden, zeigte sich sooo oft. Den Anschnallgurt schließen. Den Kühlschrankgriff erreichen. Den Knopf im Fahrstuhl drücken. Die Jacke allein zuknöpfen. Die Schuhe anziehen. Aufs Klo gehen. Auf all das war sie unglaublich stolz. Egal, ob es dabei ein Malheur gegeben hatte! (Das versuche ich mir selbst noch abzugucken: Auf einfache Dinge stolz sein.)

    Kinder staunen und hinterfragen viel. Was ist das? Was machst du das? Waruuuhum? L war auch kontaktfreudig und fragte beinahe jeden Menschen auf der Straße: Wie heißt du? Manchmal dachte ich, es wird zu viel. Ich bin eher misstrauisch.
    Für mich dabei große Erkenntnis: Urvertrauen. Vertrauen darin, dass die Welt an sich gut ist. (Auch das versuche ich, abzugucken.)

    Auch beim Essen kann man viel lernen. L sagte immer deutlich, was sie mag und was nicht. Ob sie Hunger hatte oder nicht. Und aß nur, wann und was sie wollte. Was NICHT immer Süßkram ist, sondern auch sehr gerne mal Obst. Deftig ist nicht so ihres, aber das muss nicht ungesund heißen. Kinder haben ein sehr gutes KÖrpergefühl, das sie ständig trainieren durch Klettern, Karussellfahren.

    Die Fähigkeit, sozial zu interagieren änderte sich in dem Alter. Sie sprach immer mehr mit anderen Kindern, teilte selbstverständlicher, wollte sich mit anderen Kindern treffen, wo sie vorher noch froh war, Mama und Papa für sich alleine zu haben. Sie machte sich immer mehr Sorgen um KLeinere. „Jemmy weiß das noch nicht/kann das noch nicht.“

    Das wären so die generellen Sachen, die ICH bemerkt habe und die mir grade durch den Kopf schießen.

    • Ilana sagt:

      Hallo Rena,

      vielen lieben Dank, das gibt schon sehr guten Einblick und hilft mir sehr. Danke.

  2. Regenfrau sagt:

    Wow, danke Rena ich fand Deinen Beitrag sehr berührend!!! So klar beobachtend und „mitgehend“ und „das Kind selber erfahren lassen“.
    Ich hatte teilweise mit Kindern in dem Alter zu tun.
    Ja, sehr viel Neugierde ist da und (wenn nicht in einer sehr kranken Familie lebend) sehr ehrlich und offen auch direkt (ohne sich um sowas wie Moral zu kümmern, logisch- kennen sie ja noch nicht-was mich oft erstmal baff da stehen ließ), auch oft mit einer herrlichen Komik/Humor gepaart. Und eben auch so das erste Mal mehr nach außen gehend: sich um andere kümmern, trösten, sagen dass sie einen lieb haben…

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