Jonathan Böttcher

Jonathan Böttcher ist mein Lieblingsliedermacher.

Ich kenne ihn jetzt schon 25 Jahre, fand seine Entwicklung, die sich in den Liedern wiederspiegelte faszinierend und damals – in meiner Jugendzeit, hat seine Musik (damals noch mit Laurent Quiros zusammen als Jonathan und Laurent) mir so manches mal das Leben gerettet.

Vor einigen Jahren durfte ich ihn ein Wochenende begleiten. Das war damals auch so ein „Anker“ für mich, der mich im Leben hielt, mir ging es damals wirklich schlecht.

Seine Musik begleitet mich bis heute – ganz oft geht mir ein Teil des Textes durch den Kopf  oder ein Lied – und wenn ich dann hinhöre – stelle ich fest, dass es grad viel darüber aussagt wie es mir geht.

So war das immer – ich hatte früher immer ein Lied das mir durch den Kopf ging und meistens eins von seinen – und nur daran konnte ich ablesen wie es mir grad ging.

Heute kann ich das auch ohne Lied sagen – und doch hab ich gelernt darauf zu hören, wenn mir eine Stelle oder ein Lied immer wieder durch den Kopf geht.

Schon häufig war es eine Stelle aus einem Lied, das ansonsten für mich meist nicht so treffend war. Aber diese eine Stelle – ist für mich bedeutsam.

Doch in den Tränen liegt ein neuer Anfang, Tränen waschen alte Masken ab.

Tränen, die grade wieder so sehr Thema sind – der Kampf darum, dass sie fließen dürfen, doch irgendwas blockiert. Und zu wissen, dass dies nötig wäre – für den neuen Anfang – und dass sie wirklich alte Masken abwaschen würden – die noch immer an mir kleben. Wenn auch kein Vergleich mehr zu früher :).

Und zusammen mit diesem Satz – ist es ganz oft ein anderes Lied, dass ich so gerne von ihm mag, weil es trübe Tage erhellt. Eines aus seinen frühen Zeiten.

 

 und wer ihn selbst erleben will kann ihn hier hören (leider in sehr schlechter Qualität – aber es vermittelt besser seine Richtung als das obige)

der Text (weil man ihn im Video so schlecht versteht):

Farben für den Winter

Ich sammle Farben für den Winter
und mal sie auf ein Blatt Papier.
Und wird die Welt eines Tages grau und leer,
dann schenk ich meine Farben her.

Ich sammle Licht für alle Blinden,
die die Schönheit dieser Welt schon nicht mehr sehn.
Die gerade Wege geh’n,
ohne sich mal umzudreh’n,
die immer nur im Schatten steh’n.

Ich sammle Lieder für den Tauben,
der nur noch seine eigne Stimme hört.
Der redet und nicht denkt
und das, was man ihm schenkt,
durch seine Worte nur zerstört.

Ich sammle Mut und Hoffnung für den Stummen,
der schweigt und nur das tut, was man ihm sagt.
Der seine Wut verbirgt aus Angst,
dass er verliert,
was ihm selber nie gehört.

Ich bin ein Kind, ich bin ein Sammler.
Ich such‘ das Schöne dieser Welt.
Und wenn noch mehr Kinder mit mir sammeln geh’n,
dann bleibt unsre Welt besteh’n.

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