Turmzimmer-Notiz

Freitag, 20. Januar 2012 - 12:08

Bevor es in dem Trouble grade untergeht, möchte ich für mich eine Veränderung im Turmzimmer notieren.

Nach wie vor ist es fester und wichtiger Bestandteil der EMDR-Arbeit. Wir starten dort und wenn nötig und möglich, beenden wir auch dort.

Die letzten Wochen fiel es schwerer “rein” zu kommen, die Außengeräusche lenkten zu sehr ab, auch morgens.

Wenn ich dann drin war, war es zunehmend auch so, dass das Turmzimmer eine Art “Persönlichkeit” besass, wie ein Freund oder Helfer, so dass ich letzte Woche, als es schwierig war, das Turmzimmer auch um Hilfe bat. Es sollte mir doch helfen “rein” zu kommen, die Außenwelt rauszusperren, damit ich die Sicherheit und Geborgenheit fühlen kann.

Es hat funktioniert.

Dabei fiel auf, dass es wirklich auch als Helfer fungiert – wie eine Person – auch wenn nicht recht klar war wie oder was.

Der Raum ist “aktiver” geworden, als würde er mich umarmen.

Gestern hatte ich teilweise das Gefühl, dass es ein Zusammenspiel mehrerer Helfer ist, wobei manche eben für mich greifbarer und deutlich, die anderen für mich eher nicht präsent. Als wären die Steine, aus der die Wand besteht und die Holzdielen des Bodens je ein Helfer und in der Gesamtheit bieten sie eine Gruppe, die mich schützt und mir die Geborgenheit und Sicherheit bietet.

Bisher war es immer eher eine “Stimme” oder “Persönlichkeit”, doch gestern gingen mir zwei Namen durch den Kopf. Namen die mir nicht fremd sind, die als ich damals einen Namen für den Helfer suchte dabei waren.

Zu Hause hab ich nochmal nach deren Bedeutung gesehen:

- das Gute festhaltend, Inhaber des Guten und

- der Erbetene

sehr passend – wie ich finde.

Auch die Aufteilung war irgendwie klar, auch wenn sie für mich noch nicht recht fassbar ist oder deutlich, es war klar, dass sie für unterschiedliches “zuständig” sind, das doch oft zusammengehört und damit trotzdem eine Einheit bildet.

Einer ist mehr für Schutz, “Boden unter den Füßen”, Stabilität zuständig, der andere mehr für Unterstützung, Mut, ein direkteres “ich bin da und helfe dir”. Einer der sich mehr vor mich stellt und mir beim sicheren Stand finden hilft, wenn ich wanke und einer, der hinter mir steht, damit ich einerseits nicht immer zurückweichen kann, aber auch eine Art Halt im Rücken um den Mut zu finden hinzuschauen, mich den Dingen zu stellen, aber auch ein Rückhalt gegenüber den Abgründen, Menschen und Dingen denen ich mich stellen muss.

Vielleicht gibt es auch nur die zwei und es sind gar nicht mehr – einer eher die Wand, der andere eher der Boden – Stein und Holz.

Schon früher war es so, dass beim “begreifen” (beim Ankommen muss ich immer mit der Hand auch über Wand oder Boden streichen, es fühlen – um anzukommen) mal eher die Wand wichtig war und mal mehr der Boden, dass ich eher über die Steine strich und mal eher über das Holz. Zwar immer beides zum Ankommen, doch dann angekommen, war es meist nur eines der beiden.

Hingegen ist der Helfer von damals irgendwie in der Versenkung verschwunden, es passte nicht mehr, war irgendwie nicht “richtig”, vielleicht brauche ich es so “abstrakt” – beim sicheren Ort (dazu gibt es gleich einen eigenen Eintrag, weil ich grad festgestellt hab, dass es dazu noch nichts gibt) ist es der Baum, der der Helfer ist.

 

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