Es war der erste “sichere” Ort, ich hatte immer Probleme mit den Imaginationsübungen, mit dem “kommen lassen” und irgendwie musste es real möglich sind, nicht zu abstrakt (auch wenn heute abstrakte Elemente vorkommen).
Es ist eine Lichtung – ziemlich groß – in etwa Fußballfeldgröße, eiförmig angelegt, mit einem sanft ansteigendem Hügel auf dem ein Baum steht.
Der Baum ist eine Mischung aus Trauerweide, Eiche, Kirsche und Olivenbaum. Der Stamm mischt Olive und Eiche, sehr furchig, mit dicken Wurzeln, die ihn fest am Boden halten und zwischen die man sich gut und bequem setzen kann – als wären sie dafür gemacht. Von der Farbe her leicht rötlich-braun.
Die Äste sind wie von der Trauerweide, mal sehr weit zum Boden herunterhängend, so dass man sich darunter verstecken kann wie in einer Höhle, dann wieder mal mehr Eiche oder Kirsche etwas höher, so dass man, wenn man sich an den Stamm setzt, drunter gut hervorsehen kann.
Die Blätter sind von der Form breiter als bei der Trauerweide, als hätte sich Bergkirsche mit reingemischt.
Im Endeffekt gibt es nicht ein Aussehen, es wechselt, passt sich der Stimmung an, er wandelt sich so, wie ich ihn grad brauche – ohne dass ich ihn mir genau vorstelle, ich finde ihn immer so vor, wie es dann grade passt, die Einzelheiten nehme ich oft gar nicht so wahr – oder erst viel später – und stelle dann fest- dass es genauso ist, wie es grad passt.
Direkt neben dem Baum fließt ein kleiner Bach – nur etwa einen Meter breit, aber tief, die Wiese geht bis ganz an den Rand, das Wasser fließt klar dahin, mit kleinen Wirbeln, am Boden liegen Kiesel auf der Erde, ganz dicht – in unterschiedlichen Größen.
Wenn ich mich an den Baum setze kann ich grade die Füße ganz ausstrecken und wenn ich mich etwas nach vorne setze – noch die Wurzeln links und Rechts neben mir, schaffe ich es grade mit den Füßen bis zum Bach zu reichen.
Doch ich kann mich auch direkt an den Bach setzen, die Füße reinhängen lassen und sitze immer noch unter der Baumkrone – geschützt, kann den Baum hinter mir immer noch spüren, mit seiner Kraft. Wenn die Zweige nicht die Höhle bilden, kann ich aber auch die Sonne spüren.
Dieser Hügel ist auf einer Seite der Lichtung, so dass ich von dort den großteil der Lichtung sehen kann.
Um die Lichtung herum ist ein dichter Wald, gemischt Laub- und Nadelwald, wobei es manchmal auch ein reiner Nadelwald ist. Er ist wie eine Grenze, ein Schutzwall um diese Lichtung.
Meistens gibt es keine Tiere, keine Vögel oder Schmetterlinge, sondern nur Ruhe, der Wind, das Plätschern des Wassers.
Schlechtes oder Negatives kann ich auf abgefallenes Laub setzen (dazu sind die Blätter manchmal auch etwas größer) oder auf Rindenstücke und mit dem Wasser davonschwimmen lassen. Das mit den Wolken die vorbeiziehen war nie meins, aber es den Bach runterschicken – das klappt meistens.
Der Baum wurde zunehmend auch “aktiver” – ähnlich wie das Turmzimmer, auch wenn es da oft auch die Weisheit ist, die im Vordergrund steht. Er ist so unendlich alt und ist irgendwie für mich der alte Weise, den man Fragen kann, der mir zeigen kann, welche Entscheidung für mich die richtige ist – tief in mir.
Es war anfangs nur ein Ort zum Auftanken und Ruhe finden, mich wieder spüren, mittlerweile ist es ein Ort an dem Gefühle sein dürfen, fließen können.