Thera heute

gut gelaufen.

Alles geklärt, alle Fragen besprochen und beantwortet – wir wollen immer noch das Gleiche, sind auch am selben Ausgangspunkt.

Das einzige was – immer wieder – aufkommt ist, dass ich Donnerstags „anders“ bin – klar – während wir Tappen, wenn es ums Zulassen geht – regiert das Gefühl – naja nicht wirklich, aber der Verstand wird möglichst rausgenommen – da geht es nicht um Kontrolle oder analysieren – sondern um Fühlen.

Da das für mich eben nicht „normal“ ist, wird das schwierig – denn wenn es nicht darum geht bin ich reflektiert, sehr klar, spreche Sachen an, sage was ich brauche, möchte und bin einfach auf „Augenhöhe“.

Wenn das Gefühl mitspielt bin ich das verängstigte, unsichere Etwas von früher, mit der Überzeugung nichts wert zu sein und das Gefühle gefährlich sind, dass gleich was Schlimmes passieren wird und Tränen bestraft werden. Da bin ich die, die sich im Schmerz und in der Ohnmacht verliert und die gegen die Widersacher kaum ankommt – und entsprechend reagier ich dann auf Gesagtes auch anders – weil der Kopf mir zwar sagt, dass das anders gemeint ist, aber es leider durch einen Filter aufgenommen wird, der früher überlebensnotwendig war – und somit alles eingefärbt ist.

Und in diesen Momenten nützt es nichts das zu wissen, denn der Verstand hat halt grad mehr als genug mit anderem zu tun.

Es ist der Unterschied zwischen wahrnehmen und zulassen – denn beim wahrnehmen läuft das über den Kopf, da wird analysiert, benannt und alles auseinandergepflückt, die Widersacher erkannt und in die Ecke gestellt und ich kann dann sehr klar sein.

Beim Zulassen klappt das nicht mehr – da hab ich dann Mühe die Widersacher in Schach zu halten und mich nicht im Gefühl (vor allem der Angst) zu verlieren, da laufen zig Automatismen an und ich bin damit beschäftigt die auch nicht Überhand nehmen zu lassen – um überhaupt ans Gefühl ran zu kommen – und nicht zuletzt – bin ich auch mit dem Gefühl beschäftigt – und zwar nicht nur dem von jetzt – sondern dem der letzten 30 Jahre – und da hat sich sehr viel angesammelt.

Doch es katapultiert mich dann in die Zeit von damals, es mischt sich und plötzlich hab ich zig Situationen in denen ich  traurig war oder wütend oder mich nach etwas gesehnt habe. Immer gekoppelt mit der Angst, weil Fühlen einfach nach wie vor sehr angstbesetzt ist.

Wenn ich es dann noch schaffe die Widersacher im Blick zu behalten bin ich einfach ausgelastet.

Und auchwenn ich dann verletzt reagiere oder dicht mache – ist mir wichtig zu wissen, dass der Thera da schon auf sich achtet – oder auf die Zeit – weil nur deshalb kann ich das  außen vor lassen – nur mit dieser Gewissheit, kann ich mich da überhaupt drauf einlassen, die Kontrolle ein Stück weit an ihn abgeben.

 

Nur mit dieser Sicherheit ist ein einlassen möglich –  auch wenn es dann in dem Moment (und dem Zustand) erstmal weh tut – ist das irgendwie „notwendig“ – weil es auch zeigt, dass er das ernst nimmt und eben wirklich drauf achtet – was ich in dem Moment ja nicht kann und ihm überlasse.

Er übernimmt einen Teil dessen was sonst mein „funktionieren“ übernimmt – damit ich hinspüren, zulassen kann. Dazu muss ich mich drauf verlassen können, dass er dabei auf sich achtet – so dass ich mir da keine Gedanken machen muss – denn ich hab ja genug mit mir zu tun.

Und wenn es auch in dem Moment weh tut – ist es später gut – weil ich weiß und gespürt habe, dass er Grenzen wahrt – auch seine eigenen, dass es auch Grenzen gibt – dass es auch ein „außen“ gibt, wenn ich mich im inneren verhedder.

Zurückbleibt im Endeffekt nicht die Verletzung, sondern das Gefühl der Sicherheit, die die „Begrenzung“ bietet. Nur die bekommt er ja nicht mit – er bekommt dann nur die Verletzung mit – und das ist schade – und irgendwie doof – weil es für ihn damit schwieriger ist.

Nur konnte ich ihm das heute nicht erklären – oder glaubhaft machen.

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3 Kommentare zu Thera heute

  1. katerwolf sagt:

    ich wünsche dir frohe feiertage und einen guten rutsch, liebe ilana.

    alles liebe, katerwolf

  2. Violine sagt:

    Du hast da irgendwie den Krimi auf Lebenszeit, wenn die alten Automatismen greifen und alles alte (und damit schlimme und gefährliche) hochkommt, obwohl es heute gar nicht mehr gilt.
    Du bist ganz schön tapfer und mutig, das finde ich immer wieder. Du sagst es zwar immer wieder, dass Aufgeben einfach nicht ist, das wäre Kapitulation. Aber ehrlich gesagt, wenn man sich umguckt, wieviele Menschen kapitulieren und das bei weitaus geringeren Übeln?
    Also, danke für Dein Blog und Dein Engagement.

    Ich schliesse mich dem Katerwolf an, schöne Weihnachten und ein frohes und erfülltes neues Jahr! Möge die Freude das Leid überwiegen!

  3. Ilana sagt:

    naja das ist der Sinn der Therapie – mich dne Gefühlen anzunähern um es irgendwann getrennt kriegen zu können.

    Ich glaube das mit dem Aufgeben – ist auch ein bisschen Grundcharaktersache – ich bin da glaub ich zu stur zu 😉 – ich war immer ein Stehaufmännchen und ich glaube auch dass ich eigentlich ein optimistischer Mensch bin – nichts desto trotz war ich oft genug am Aufgeben und nur durch Hilfe anderer ging es weiter.

    Danke euch für eure Wünsche – auch euch eine gute Zeit!

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