Thera von Di

Wir hatten am Di besprochen, dass wir so ja nicht wirklich weiterkommen – ok – ich hatte das gesagt.

Wenn das Gefühle zulassen zum Ziel wird, geht gar nix mehr, weil das eh schon alles zuviel ist.

Also brauchen wir ein anderes Ziel und wenn dann Gefühle da, geht es auch ums Zulassen, aber es ist eher der Weg.

Das Laufen dahin – ist einfacher, wenn ich nicht jeden einzelnen Schritt analysiere und mich drauf konzentriere wie ich jetzt meinen Fuß bewegen muss damit ich weiterkomme.

Schon seit Jahren eigentlich schleich ich um das Thema „Mutter“ herum – und grade die letzten Wochen war es deutlich – egal was wir wir machten, die doofe Mutter mischt rein und macht es kaputt.

Sie ist in mir und ich krieg das nicht so weit getrennt um es dann wenigstens vom Kopf her klar zu haben.

Von daher ist auch klar, dass es darum gehen muss.

Und mir gruselt.

Es geht dabei nicht mal um die großen Dinge die passiert sind, sondern eben um die kleinen.

Dass ich nach 8 Wochen Sommerferien, die ich woanders verbracht hab, nach Hause komme und die Mutter auch weiß wann und doch nicht da ist, weil sie bei der Nachbarin Kaffee trinkt (die sonst oft zu uns kommt) oder dasss ich statt einem Hallo und Schön dass du wieder da bist nur ein „Na was soll das denn wieder“ bekomme, weil ich ein Halstuch um habe und das nächste dann ein „du kannst nicht mal richtig packen – 2 Pullover und das im Sommer – die braucht man doch nicht – nicht mal das kannst du“ (abgesehen davon dass ich die Pullis tatsächlich gebraucht habe).

Ich war17 – und jes hätte mir egal sein sollen, ich kenn es ja nicht anders, aber es verletzt.

Oder wie sie mir im Spaß hinter her lief und die Haarbürste auf den Kopf hieb – so zum fangen – dummerweise mit den Metallspitzen voran, so dass ich aus unzähligen Miniwündchen blutete. Ja das tut weh und warum sollte man sich dafür entschuldigen? War doch nur Spaß.

Natürlich ist auch die ganz große und schlimme Situation, die da im Januar hochkam nur sehr provisorisch weggepackt – und dann sind da noch die Krankenhaussachen.

Oder wie sie mich nach dem MB durch den Vater – den sie gesehen hatte – einfach anpfiff, dass ich mich nicht so anstellen soll und endlich den Geschirspüler ausräumen.

Ich muss an das Thema ran, an die Lieblosigkeit, das ständige Demütigen, das Freude dran haben, wenn sie Schmerzen bereiten kann, das Aufmerksamkeit heischen, dass ich nur „Werkzeug“ war, das permanente Entwerten und ausschließlich das Negative sehen und sagen. Am meisten weh tut wohl dieses instrumentalisiert werden und die Lieblosigkeit – ich kenne es nicht, dass mich jemand einfach zum Trost in den Arm nimmt und hält – gab es nie. Zumindest nie ohne Hintergedanken oder Gegenleistung. Es gab nie ein „schön dass du da bist“ oder „schön dass es dich gibt“, weil es nicht schön war – für sie.

Dazu kommt, dass wir mit dem Thema „Mutter“ schon mal arg eingefahren sind – wir da ein Faß aufgemacht haben und ich dann alleine mit stand – und es fast nicht geschafft hätte – das verstärkt die Angst – sehr.

Dieser Beitrag wurde unter Therapie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.