Thera heute

Am Di besprachen wir ja schon dass die Pesso-Therapie schwierig ist für mich.

Aber es wurde während des Gesprächs auch klar warum.

Im Prinzip geht es darum über eine imaginative Welt die Auswirkungen der Realität zu verändern.

Schon während wir sprachen dämmerte mir, warum ich da immer hake – meine Mutter hat ihre Realität „angepasst“ – so sehr dass sie in ihr Konzept passte, sich hat sich zur „idealen Mutter“ gemacht um nicht selbst zusammenzubrechen.

Meine Angst so zu sein wie sie macht es mir kaum möglich mit Imagination zu arbeiten.

Im Verlauf der Tage und des heutigen Termins wurde mir auch klar, dass ich mir meiner Realität nicht sicher genug bin um mich da mit imaginativen „Spielereien“ auf unsicheren Boden zu begeben, denn die Mutter in mir ist noch viel zu mächtig und ich würde alles immer in Zweifel ziehen ob das jetzt eher ihr „Realität anpassen“ ist oder eben „meine Imagination“.

Heute wurde das auch nochmal deutlicher.

Wir haben dann einfach mit dem heute gearbeitet – waren auf der Lichtung und ich hatte Schwierigkeiten überhaupt reinzufinden, denn innerlich war ich ziemlich aufgewühlt.

Die Angst, dass ich gegen die Mutter in mir nicht ankomme, dass sie einfach alles irgendwie kontaminiert hat und ich da irgendwie nicht recht rauskomme, aber auch weil die letzte Nacht sehr heftig war.

Ich hatte gestern nicht richtig gegessen und abends dann Mozarella-Tomatensalat und eine halbe Pomelo – vorher hatte ich eine Stilnox genommen, die normalerweise sehr lange braucht bis sie wirkt, dann aber von jetzt auf gleich eher.

Jedenfalls merkte ich schon beim Essen, dass sie zu wirken beginnt und bin in diesen „Wahn“ reingekommen, der da anfangs oft ist – wollte mich dann hinlegen und hatte plötzlich heftige Magenschmerzen und massive Übelkeit mit Brechreiz – ohne Brechen zu können. Mir brach der Schweiß aus und die Schmerzen waren einfach nur extrem, der ganze Bauch bretthart und irgendwie dachte ich noch, dass man Tabletten ja nicht mit Grapefruit essen soll und dass vielleicht die Pomelo da nicht reinpasste usw.

Ich konnte kaum laufen, weder sitzen noch liegen, noch stehen, mir wurde heiß und kalt, ich war total klamm und innerhalb kürzester Zeit klitschnass – ebenso wie das Bettzeug.

Ich wollte Hilfe rufen, schaffte es aber nicht und merkte nur noch dass ich hier zwei verstörte Katzen hab, was mir dann auch noch Angst machte, weil die nämlich beide nicht grade feinfühlig sind was solche Sachen angehen.

Es ging mir wirklich dreckig und irgendwann ließen die Schmerzen etwas nach und ich bin dann wohl eingeschlafen.

Um halb 2 wurde ich wieder wach, die Magenschmerzen fast weg und die Übelkeit auch im Rahmen und war mir nicht sicher ob das vom Hunger kommt – es fühlte sich so komisch an – also versuchte ich es mit einer Banane und es wurde auch besser. Danach hab ich dann geschlafen und bis auf ein leichtes Unwohlsein und ab und an zwicken war heute alles ok.

Aber ich fühle mich gerädert und ausgelaugt und einfach nur müde und manchmal nicht ganz da.

So saß ich dann bei der Thera eh schon angeschlagen und kam in die verschiedenen Übungen nicht recht rein. irgendwann waren wir dann auf der Lichtung und ich merkte nur dass einfach viele Gefühle fließen da waren – und Tränen, konnte die aber nicht zulassen.

Normalerweise begleitet der Thera das dann ja auch aktiv und heute hat er die Lichtung aktiv gestaltet – da ist ja auch ein Bach – und in einer Art Phantasiereise eben da mehr gearbietet – die Hände ins Wasser halten, das Wasser schöpfen usw usf.

Das war für mich wie ein „Anker“ – ich konnte Gefühle zulassen, war mit einem Ohr aber immer bei der Phantasiereise oder seinen Vorschlägen und hatte dadurch die Sicherheit mich nicht in den Tränen zu verlieren.

Zwar klappte das Zulassen auch da nur für kurze Zeit – aber immerhin.

Über blieb ich einfach nur müde und kraflos, ich konnte nicht mehr und wußte nicht mehr weiter und war alle – wobei auch klar war, dass ich damit weniger das Leben an sich meine, sondern den Umgang mit den Gefühlen, die hinter einem Staudamm sind und die ich einfach nicht mehr kanalisiert kriege, es einfach zu viele sind – und ich Angst habe darin unterzugehen.

Es ist längst viel zu viel um da noch dosiert rangehen zu können und ich merkte dass ich einfach des kämpfens müde bin – dass ich das alles nicht mehr will und nicht mehr kann – und im Moment auch nicht wirklich einen Weg sehe – wie schon beim Thema Mutter.

Nach dem Zulassen waren natürlich ganze Armeen von Widersachern da – auch da war es schwierig was entgegenzusetzen – weil ich einfach so müde war, keine Kraft mehr hatte.

Es war ein sehr anstrengender Termin

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