Thera heute

Wir haben da weitergemacht wo wir letztens aufgehört haben – mit dem Kind.

Nur dass das heute nicht so einfach war, da mischte sich die Erwachsene doch zu sehr ein.

Hauptpunkt war, wie man am besten den „direkten“ Kontakt haben kann – sprich das was das Kind so sagt und fragt auch direkt weitergeben ohne die Filterung durch Scham und Peinlichkeit der Erwachsenen.

Und irgendwie kam raus, dass ich mir da einfach im Weg stehe, dass ich mich bemühe, das aber nicht reicht.

Das Kind vertraut mir nicht und das kann ich sehr gut verstehen.

Irgendwie hatte es heute auch nicht wirklich eine Chance und irgendwann war dann dicht.

Ich war einfach nur traurig – dieses sich bemühen und es reicht nicht – hat auch Altes aufgerissen, das sich im Weg stehen ebenfalls und als wir dann das aufgreifen wollten war ganz vorbei – ging gar nicht.

Aus zwei Gründen.

Der erste ist die Angst – vor der Intensität – es geht nicht mehr nur um ein paar Tränen, sondern es zerreisst mich und es gäbe Schluchzen und Hände vors Gesicht schalgen usw – und damit kann ich nicht umgehen. Für mich ist es schon so schwierig dass der Thera Tränen sieht – aber auch noch hören?

Geht gar nicht – da gerate ich total in Panik – allein die Vorstellung macht mich völlig fertig.

Aber die Gefühle – das ist so viel – da ginge es nicht mehr nur um Tränen – sondern um ein zusammenbrechen.

Nicht die Angst dass es nicht aufhört oder so – aber dass es jemand mitkriegt.

Und natürlich die Sehnsucht dass mich dann jemand hält, weil ich selbst keinen Halt mehr habe, weil ich zu zerspringen drohe und nur das festgehalten werden noch Halt geben würde – aber das kann ich gar nicht aushalten, könnte ich nie annehmen – egal von wem (vom Therapeuten aber schon gar nicht – das ist da aber auch kein Thema Gott sei Dank).

Da hilft es nicht sich jemand vorzustellen oder so – weil es darum nicht mehr geht.

Über diesen Punkt bin ich schon eine Weile hinaus, dass es um ein paar Tränen geht. Die Intensität ist eine ganz andere und das kann ich nicht ertragen.

Denn allein – ist es dieses „damit allein sein“ und wenn jemand da ist eben dass es jemand mitkriegt. Das sehen (gesehen werden) ist da schon schwierig aber hauptsächlich geht es ums gehört werden. Ein Schniefen versetzt mich schon in Panik – ein Schluchzer ist undenkbar.

Dann lieber erst gar nicht zulassen – um mich nicht auch noch mit der Sehnsucht nach dem gehalten werden rumschlagen zu müssen.

Von der Intensität mal abgesehen – diese Gefühle fühlen sich ja nicht grad toll an und dann noch so massiv – nein – im Moment wär das zuviel.

Aber ich glaube heute spielte auch noch ein wzeiter Punkt mit rein – das „verdienst du nicht“ – denn dass ich dem Kind und mir im Weg stehe – weiß ich und daran hab ich schon zu knabbern.

Eigentlich wollen alle das Gleiche: das Kind will direkt sagen/mitteilen oder eben über die Erwachsene – aber eben so wie es selbst es sagt – ohne den „Filter“ der Erwachseenen, weil der einfach verfälscht und beim Kind ankommt im Sinne von „jemand anderer bestimmt was wichtig ist von dem was ich sage und was nicht oder wie ich das meine“, die Erwachsene möchte dass das Kind direkt kommuniziert, egal wied und der Thera will das eigentlich auch.

Aber ich sitz da und denk dann – ich bin keine 5 und kann das doch so nciht sagen oder so reagieren oder das ist doch peinlich oder es ist mir unangenehm oder was auch immer. Ich komm mir kindisch und doof vor und kann da auch nicht aus meiner Haut.

Erschwerend kommt hinzu dass es diesen Wechsel gibt, dass Kind ist beim Tappen da, kann direkt angesprochen werden und die Erwachsene hält sich raus, doch ohen Tappen ist das Kind weg – da sitz dann ich als Erwachsene und versucht zu erklären was ich wahrgenommen hab oder nicht.

Irgendwie komm ich da nicht raus und das frustriert.

Wir suchen weiter Wege und Möglichkeiten, haben das eine oder andere angedacht und werden da am Di nochmal theoretisch drüber reden.

Mir geht das einfach teilweise zu sehr in die „multipe Persönlichkeiten“-Ecke – was mir vor vielen vielen Jahren ja mal unterstellt wurde – da sollte ich meinen inneren Anteilen doch Namen geben wie Anja und Brigitte usw – und ich wehrte mich. Die waren der Meinung wenn ich dissoziiere und mich nicht erinnern kann was ich gemacht hab, aber offensichtlich irgendwas gemacht hab – mich mit Freunden getroffen oder so – muss es mehrere Persönlichkeiten in mir geben.

Vielleicht fällt es mir deshalb so schwer – aber ehrlichgesagt ist der Gedanke in der Thera zu sitzen und mich wie eine 5jährige aufzuführen nicht grade berauschend.

Vielleicht ist es auch einfach zu früh – bis vor einigen Monaten hatte ich gar keinen Kontakt zu dem Kind in mir – und vielleicht ist mir das einfach zu viel Raum dem ich ihm dann geben würde – es wäre ja auch ein Kontrolle abgeben – konnte  ich noch nie gut.

Die nächsten Wochen werden zeigen wie es weitergehen wird.

Klarer wurde, dass der Weg über das Kind der richtige ist – es fühlt sich richtig und stimmig an, als „DER Weg“ für den Moment – für den nächsten Abschnitt – vielleicht trifft es mich deshalb so sehr, dass ich mir da grad selber im Weg stehe, wo doch bis in die letzte Faser das Gefühl da ist, es ist grad das Richtige um weiterzukommen.

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4 Antworten auf Thera heute

  1. Regenfrau sagt:

    Wär zwischen Kind kennen lernen und mit dem Thera kommunizieren nicht erst der Zwischenschritt, dass Du mit dem Kind redest, ganz frei, das auch keiner wissen muss und sei es schriftlich? Kannst Du das?
    Liebe Grüße

  2. Ilana sagt:

    Das hatten wir zuerst versucht. Aber zwischen Kind und Erwachsener war viel Abneigung und so kristalliesierte sich irgendwann raus, dass das nicht geht, dass erstmal das Kind sozusagen raus muss (im Haus in Sicherheit untergebracht), so dass dieses ewige hin und her aufhört und dann erstmal die Erwachsene „dran“ ist und jetzt eben das „Kind“.

    Zwischen den beiden ist eine Art Waffenstillstand mittlerweile, also nicht mehr abwertend oder negativ, aber eben auch kein Vertrauen oder gar positiv – und wir sind kürzlich erst dahin gekommen dass jetzt einfach das Kind dran ist (das wird schon immer von beiden so entschieden, aber eher einzeln).

    Ich hab selbst direkt gar keinen Zugang zum Kind – jeder Versuch in diese Richtung ging nach hinten los – so dass wir sozusagen das mit dem direkt ansprechen des Theras (was ja früher schon funktioniert hat – eher arg kritisch beäugt von der Erwachsenen gg) – jetzt als Zwischenschritt mit reinnehmen.

    Das Problem ist auch nicht dass das nicht frei redet oder so – während des tappens bin ich immer wieder total überrascht wie klar fürs Kind eigentlich alles ist.

    Aber wenn ich das dann sagen soll – komm ich mir immer blöd vor, weil es halt auch wie ein Kind spricht und fragt und die Erwachsene das einfach „kindisch“ findet. Schätze das ist der Rest von der Mauer zwischen den beiden.

    Irgendwie gibt es schon Kontakt, aber eben keinen bewusst steuerbaren – leider.

    Es ist also eher dieser Filter „Scham“ der Erwachsenen der da grad im Weg steht.

  3. Regenfrau sagt:

    Ja das mit der Scham war mir klar und kenne ich zur Genüge auch, inkl. rumpoltern was der Kindergarten hier soll usw. (rebellische Jugendliche läßt grüßen) wußte nur nicht, dass der Kontakt alleine nicht so funktioniert.
    Ok.
    Wünsche Dir, dass es doch noch einen Weg gibt und es weiter geht! 🙂

  4. Ilana sagt:

    Die rebellische Jugendliche kenn ich noch gar nicht – aber vor der fürcht ich mich eh schon gg – denn die gibt es sicher. Der Kontakt direkt ist glaub ich aktuell auch zu heikel – über den Thera kann sich der quasi in Ruhe entwickeln – und Ziel ist der natürlich auch. Irgendeiner ist ja auch da, denn manches kommt ja durchaus an – aber es ist halt nicht recht greifbar oder steuerbar.

    Bisher haben wir immer irgendeinen Weg gefunden, für mich ist das nur schwierig – von wegen Geduld und so. 😉

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