chakka

Es war einfach nicht mehr auszuhalten. Also hab ich den Verband abgemacht – und siehe da – es wurde sehr schnell besser.

Abgesehen davon dass ich nicht verstehe, wie er an dieser Stelle mit 3 Nähten(Stichen – wie nennt man das nun – also drei Knoten gg) genäht hat, wo die Stelle doch nur 2-3 mm groß war (ich möcht glaub ich gar nicht wissen wie viele er dann oben verwandt hat), sieht mir das ganze arg „straff“ aus.

Ich hab die Stelle mal auf zwei Bildern zu Übungen für Füße markiert.

Es ist halt genau am Übergang und das „straff“ von oben bezieht sich auf 2 Sachen: 1. er hat den Zeh quasi fast am Ballen festgenäht – deshalb ziept auch jede Bewegung – dieser Spielraum fehlt und 2. auch die Naht selbst ist „straff“ – soll sie ja auch sein, aber irgendwie sehen die Löcher etwas „ausgeleiert“ aus – oder eingerissen oder so.

Das kann natürlich mit dem fehlenden Spielraum zusammenhängen – jedenfalls wundert mich jetzt nicht mehr, dass es  bei jeder Berührung oder Bewegung Schmerzwellen gab.

Und der Pflasterverband wurde wohl extra straff angelegt, weil es ja ziemlich geblutet hat, sie musste da länger draufdrücken und das Pflaster war komplett durchgeblutet. Über dem Pflaster war dann noch ein Leukoplaststreifen – und ich denke der wars – der hat zusätzlich Druck ausgeübt und ohne dem und auch das neue Pflaster ohne Druck aufgeklebt ist es nämlich viel besser (und der Zeh auch nicht mehr so komisch „taub“ – zwar immer noch, aber ein bisschen weniger. Taub trifft es nicht richtig – wie eingeschlafen aber weh tun kann das trotzdem leider, nicht der Zeh, sondern wenn man durch die Berührung diesen Impuls auslöst – kann das schlecht beschreiben).

Wie auch immer – mit neuem Verband (und großen Zeh am Nachbarzeh ein bisschen fixieren) ist es von nicht ertragbar erst auf ertragbar und mittlerweile sogar gut ertragbar gesunken wenn ich nicht viel mache – und in Ruhe sogar im Rahmen oder fast ok (nicht schmerzfrei, aber echt gut aushaltbar) – Belastung mag er allerdings immer noch nicht, aber zumindest ins Bad komm ich damit gut (bisher eher mit fast zusammenklappen vor lauter Schmerz und Krücke half da nicht wirklich, das rumhängen und mitschwingen war da nicht besser).

Wär ich nur schon eher mal auf die Idee gekommen das zu machen, zumal ich gestern Abend schon überlegt hatte ob ich nicht schaue ob das zu straff sitzt oder so.

Oben komm ich leider nicht ran, werde mal schauen ob ich jemanden finde, der mir das auch tauschen kann, denn es kann gut sein, dass auch oben das der Grund ist warum es mehr weh tut als beim letzten Mal – mit diesem Knubbel an Nähten (die stehen echt vor) und straffen Pflaster könnte das nämlich gut sein. Und wenn man so komisch daliegt ist die Körperspannung auch eine andere als wenn man einfach steht, sitzt oder liegt. Aber auch hier natürlich doofe Stelle, weil schon so weit Rücken, dass man nicht rankommt oder wirklich sieht, aber noch so weit auf der Seite, dass man beim Arme bewegen ab und an dran streift.

Vom Betreuer krieg ich das glaub ich nicht hin, mal sehen ob ich eine Freundin erwische und die Zeit hat (und sich nicht davor gruselt, das muss ich erst klären).

Zwar bin ich immer noch müde – aber mit Schmerzen im erträglichen Maß gleich deutlich besser drauf. Und mittlerweile ist auch die Heizung angesprungen (geht bei uns erst um halb sechs los) – so dass ich nicht merh ganz so verfroren bin (trotz Fleecepulle und Rollkragenpulli drunter und dicker warmer Hose und am einen Fuß drei Paar Socken, am lädierten dann doch nur einen und einen halben – mit abgeschnittenen Zehen, den ich noch von der Piratenkatze hab – die hatte den als Body nach ihrer schweren Verletzung vor 2 Jahren statt Kragen).

Vielleicht krieg ich ja auch noch etwas Schlaf, wobei Bett eher nicht – Hängematte muss ich sehen ob das mit der Rückenseite geht.

Aber im Ernst – ich hätte nicht gedacht dass mich Schmerzen so umhauen können. Seit über 10 Jahren habe ich immer Schmerzen, zwar in gut erträglichem Maß, aber da sind die immer. Und ich kenn durchaus Schmerzspitzen mit umkippen und schwarz vor Augen werden oder sich übergeben usw.

Ich kenne auch Zahnschmerzen mit offen liegendem Nerv und Nierenbeckenentzündungen bei denen man an die Decke gehen könnte.

Von daher hat es mich wirklich überrascht und auch erschreckt, dass ich wegen so einem popeligen Zeh in der nacht fast durchdrehte und nur noch Phantasien von Axt und Fuß ab hatte (und diese Phantasie kenne ich von extremen Schmerzspitzen früher auch) oder heulend in die Notaufnahme fahren und bitten irgendwas zu tun damit es aufhört – und wenn sie mir den Fuß brechen oder so.

Vielleicht war es das nicht damit gerechnet haben, weil der Arzt meinte „Wundschmerz ist nicht zu erwarten“ und ich das ja vom letzten Mal auch eher so erlebte oder dass es eben gleich beides war – ich konnte den Fuß nicht so lagern dass es ging, weil dann oben Theater machte.

Dazu sicher der fehlende Schlaf und vor allem – ich bin ja gestern psychisch auch echt auf dem Zahnfleisch gekrochen, es war ziemlich heftig und schlicht zuviel – also auch da schon über der Grenze.

Aber es hat mich wirklich erschreckt und ich glaub auch ein ganzes Stück demütiger gemacht, denn ich bin eher ungeduldig wenn jemand über Schmerzen jammert, weil ich die selbst oft genug habe.

Es ist ein sehr sehr deutlicher Unterschied wie der Schmerz ist – und dieser unberechenbare – der hat mich zermürbt.

Zwar sind meine sonstigen Schmerzen auch nicht berechenbar, aber irgendwie anders – und damit deutlich aushaltbarer.

Diese Nacht hat mich auch etwas demütiger gemacht – und dankbarer – dass ich mit meinen chron. Schmerzen so gut klar komme hat nicht nur damit zu tun, dass ich was dafür tue, dass ich ein gewisses Maß gefunden hab zwischen ihnen die Ruhe geben und ihnen doch nicht zu viel Raum zu gewähren, sondern sicher auch damit dass es eine „Schmerzart“ ist, die sich – wenn man dazu bereit ist – auch deutlich besse tragen lässt als andere.

Darüber bin ich sehr froh.

Und das hier – ist in spät. 10 Tagen ausgestanden und erledigt – das schaffe ich allemal.

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