Luxusprobleme?

Mir geht schon eine Weile durch den Kopf, dass ich doch eigentlich keine Probleme haben kann, wenn Drucker, Mp3-Player und Ergometer eins werden.

Es sind Luxusgüter und überleben geht auch ohne, also sollte es doch eigentlich kein Problem sein.

Oder?

Heute Nacht hatte ich im Halbschlaf so einen „Traum“ – ich gehe in das Sanitätsgeschäft und hol mir die Ersatzteile für meinen Ergometer und den neuen mp3-Player.

Im Endeffekt gehört der Drucker da auch rein.

Es stimmt. Für mich sind es Hilfsmittel. Ohne Drucker, kann ich den Großeinkauf nicht machen, selbst die kleinen werden zum Problem (gehen aber), weil ich die klare Struktur des Einkaufszettels brauche und dazu gehört auch eine klare einheitliche Schrift und Tabellen und auf den Cent ausgerechnete Ergebnisse,  kann ich ohne Mp3-Player auch nicht schwimmen gehen, weil ich von einer Panikattacke in die nächste rausche, es für mich ganz wichtig ist, die Umweltgeräusche auszusperren (und auch anderes auf das ich mich konzentrieren kann rein  – denn nur die Ohren zustöpseln geht nicht, schon probiert) und ohne Ergometer – tja darauf könnte ich wohl am ehesten verzichten, er kommt nur zum Einsatz wenn ich ebe nicht schwimmen gehen kann und auch kein Nordic Walking möglich ist – sprich im Herbst – Frühjahr wenn Schwimmen ausfällt.

Aktuell ist es so – doch nur für ca 2 Wochen – von daher könnte ich darauf verzichten.

Aber es ist ein teures Gerät, dass auch gebraucht viel Wert ist und es bietet Sicherheit, denn Schwimmen ist manchmal finanziell nicht so drin.

Es sind sicher Geräte die für viele nicht wichtig sind.

Aber ich hab mir Möglichkeiten erarbeitet, diese Dinge eben doch zu tun (und Sport ist gesundheitlich auch sehr wichtig für mich, nicht nur psychisch), eben den Einkauf doch zu schaffen und das Schwimmen und regelmäßig Sport zu machen – ohne Ausrede weil dieses und jenes grad nicht geht.

Und ich hab sie mir sehr hart erarbeitet. Auf den Ergometer habe ich über 5 Jahre gewartet – weil ich auf normalen nicht fahren kann, da bekam ich sofort extreme Rückenschmerzen sollte es ein Liegeergometer sein – finanzierbar. Also hiess es warten und Ausschau halten bis man irgendwo einen günstig bekommen kann.

Meiner stammt aus einer Fitnessstudio-Auflösung, das Gerät ist über 20 Jahre alt – groß und klobig – aber es funktioniert und ist auch für mein Gewicht zugelassen.

Drucker – war eigentlich immer einer da – fällt mir so auf, klar fehlte mal eine Patrone oder war etwas (ist ja der dritte oder vierte jetzt), aber meist bekam man für wenig Geld (<20 Euro) einen. Nur der letzte, den hab ich mir neu gegönnt, der der aktuell eben kaputt ist. Von daher hoffe ich, dass ich den geliehenen zum Laufen kriege, da warte ich ja noch auf ein Kabel, das mir jemand geschickt hat (Danke! an dieser Stelle nochmal 🙂 )

Und der mp3-Player – der war Zufall – ich fing mit Schwimmen an und drehte ab – ständig und hörte wieder auf. Dann sah ich einen wasserdichten Mp3-Player bei pearl – und da ich ja schon beim Busfahren und sonst überall mit Mp3-Player die Panik in Griff zu bekommen versuchte, dachte ich ans Schwimmen und dass es einen Versuch wert wäre.

29 Euro waren es damals und ich kaufte ihn mir zu irgendwas – Weihnachten oder Geburtstag – weiß nicht mehr genau, denn 29 Euro waren viel Geld.

Es klappte. Anfangs zwar mehr weil ich während des Schwimmens mehr damit beschäftigt war den Kopfhörer wieder einzustöpseln, aber immerhin. Es ging. Immer noch mit Angst und Panik, aber so, dass ich auch schwimmen konnte – es wurde zum Angsttraining.

Langwierig und mühsam, aber möglich.

Ohne wäre es nicht gegangen und ohne ginge es auch heute nicht.

Diese Luxusgüter sind für mich Hilfsmittel – um mit Situationen umzugehen, die für mich problematisch sind, diese Situationen überhaupt erst möglich zu machen teilweise.

Für diejenigen, die diese Probleme nicht haben, ist das klarerweise nicht verständlich und wenn ich ehrlich bin – so ganz klar war das für mich auch nicht.

Als Hilfsmittel, was sie klar sind, gehören sie für mich aber nicht zum Luxus. Und als Hilfsmittel – wird auch klar, warum es mich aus der Bahn wirft, wenn sie wegfallen – weil dann auch das was sie unterstützen wegfällt.

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