Thera heute

Es ging darum wie wir weitermachen.

Denn die Situaton vom letzten Do aufzugreifen – oder die Scham – würde mich nur wieder „aushebeln“ und kein arbeiten möglich machen.

Wie schon vor längerem angedacht wollen wir jetzt gezielter mit dem Kind arbeiten – das hatten wir ja in dem Haus untergebracht, bei einer Art „Pflegeeltern“, die eher in Richtung „idealen Eltern“ gehen (was ich jedoch noch nicht annehmen kann, daher der Umweg über die „Pflegeeltern“), doch wirklich angekommen ist es da nicht denke ich.

Es hatte dort P., den „Pflegevater“, der sich drum kümmert, die Frau spielt da keine wirkliche Rolle.

Ziel war, dass es sich sicher fühlt, dass dort nichts Schlimmes passieren wird und es eine alternative Realität kennenlernen kann – wie sich Eltern normalerweise um ein Kind kümmern.

Es soll dort neue Erfahrungen sammeln, einfach Kind sein dürfen und wieder Vertrauen fassen können. Vor allem aber auch lernen, dass es nicht „normal“ ist, was es bisher erlebt hat.

Da es vorrangig um Schutz und Sicherheit ging blieben die Situationen natürlich auch außen vor.

Mittlerweile ist es so, dass ziemlich egal was wir aufgreifen, wir recht schnell bei den Gefühlen des Kindes landen – und bisher haben wir denen nur im Rahmen einer „Phantasiereise“ Raum gegeben, sprich aus der Situation heraus innerlich an den Strand gehen und da kriegen die Eltern nicht mit wenn Gefühle gezeigt werden, denn das war und ist eine der größten Ängste des Kindes – denn Gefühle zeigen führte zu weiteren Missbrauchssituationen.

Da dann aber immer irgendwie im Raum stand, dass es danach ja „zurück“ muss, war das unbefriedigend und jetzt – wo es auch um die Gefühle des Kindes geht muss da ein anderer Plan her.

Deshalb wollen wir das mit dem Haus mit einbauen (war bisher nicht möglich, musste strikt getrennt bleiben) – allerdings so, dass das drüber reden was es so erlebte nicht in dem Haus stattfindet (dazu ist es einfach nicht „sicher“ genug – das ist noch nicht ganz angekommen), sondern extra.

So wie ich als Erwachsene in die Thera gehe und dort einen raum geschaffen habe wo sowohl die Erinnerungen als auch die Gefühle sein dürfen (zumindest theoretisch), werden wir das jetzt auch fürs Kind schaffen.

Wir schicken das Kind quasi in „Therapie“ – wobei das eher so läuft, dass wir außerhalb des Hauses einen Raum schaffen, an dem es sicher ist, an dem es erinnern kann und darf, lernen kann, dass es nicht „zurück“ muss, über die Dinge sprechen kann oder eben auch nicht und genauso ihren inneren sicheren Ort im Rahmen von Phantasiereisen behalten kann oder auch weiter ausbauen – ohne ständig ein Auge auf die Tür haben zu müssen ob die Eltern rein kommen, aber am wichtigsten – eben auch mit dem einbauen, dass es ja jetzt in den Haus untergebracht ist, in dem es sicher ist – und von dort kommt – und auch dorthin wieder zurück geht.

P., der „Pflegevater“, kann das nicht übernehmen, das würde zu viel überschneiden und es ist auch wichtig, dass das Kind das, was es erinnert oder erzählt oder so – auch „dort lassen kann“ (vielleicht fürs Kind nicht nötig, aber für die Erwachsene und vom Gefühl her ist es wichtig, dass das einen Raum bekommt, der eben auch begrenzt ist – sowohl räumlich als auch zeitlich) – so dass es außerhalb dieses Raumes einfach Kind sein kann.

Klingt alles irgendwie eigenartig und verschachtelt und so ganz klar ist auch nicht wie wir das umsetzen, denn bisher haben wir ja auch einfach mit dem gearbeitet was da war – Erwachsene oder Kind – und das wird sich auch in Zukunft nicht weiter ändern.

Geändert hat sich, dass es deutlicher ist, das Kind ging immer unter und die Gefühle des Kindes – waren nicht zugänglich – und das sind sie jetzt – und zwar recht extrem – und deshalb brauchen wir dafür einen „Rahmen“, der das auch auffangen kann.

Die Verbindung von den einzelnen Teilen zu einem Miteinander zu schaffen klingt vermutlich komplizierter als es ist – wie genau das laufen wird, wird auch dann die Zeit zeigen.

Vom Gefühl her ist es richtig sich jetzt aufs Kind zu konzentrieren – denn das wird uns mittelfristig deutlich weiter bringen, aktuell sind allerdings andere Themen (best. Situationen) sehr im Vordergrund im Alltag und so muss ich schauen wie wir damit umgehen, denn diese Situationen sind für die Erwachsene im Vordergrund, nicht fürs Kind.

Gut wäre natürlich für beides Raum zu finden, doch selbst wenn wir das Thema der Erwachsenen aufgreifen würden, würden wir beim Kind landen, von daher ist es denk ich schon die richtige Entscheidung so.

 

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