viel

Die letzten Wochen waren (zu?) viel.

Die Arztbesuche, das mit der Betreuersuche, die Wohnung, ein Bericht über einen Fall des Münchhausen-by-Proxy-Syndroms  (in dem es hieß, dass sich die Menschen die das Kind krank machen das oft nicht wissen, abspalten – was auch die erinnerte Situation im Januar wieder hochkochen liess) – das alles hat vieles wieder aufgewühlt.

Meine Mutter ist wieder so in den Vordergrund gerückt und das zehrt.

Dazu die finanzielle Situation, die Ungewissheit wie es mit der Betreuung weiter geht, dass ich in der Wohnung nichts hinbekomme, die medizinischen Unsicherheiten, die Gefühle, Sehnsüchte, Trauer um das was niemals sein wird, das was ich niemals sein werde, aber auch um das Kind, das ich nie sein konnte, das „anders sein“, der Ärger mit Koordinatoren, Behörden und Ambulanzen, das Gewicht – irgendwie könnte ich diese Liste noch eine Weile fortsetzen – es ist einfachviel grade.

Nicht so dass nichts mehr geht oder es nicht auszuhalten wäre, denn eigentlich geht es mir für die ganzen Umstände ziemlich gut – aber doch so, das ich merke, dass ich mehr Ruhe bräuchte, mehr Auszeiten, um wirklich zur Ruhe zu kommen – und irgendwie auch wieder bei mir anzukommen.

Aber auch das „bei mir ankommen“ – es tut weh, es ist intensiv und schmerzhaft und traurig, denn es bedeutet auch sich all dem z ustellen, was die letzten Monate eben hinter dem Funktionieren und der Fassade versteckt wurde, weil es sonst nicht auszuhalten gewesen wäre – und deshalb macht es Angst sich dem zu stellen, auch wenn ich weiß, dass es heute zu schaffen ist, weil ich wieder die Unterstützung habe, die ich dazu brauche.

Ich muss mich dem Thema „Mutter“ stellen – und es fällt mir schwer, daraus nicht ein „ich muss mich derMutter stellen“ werden zu lassen – auch wenn das irgendwie auch stimmt, denn sie  ist in mir, sie hat mich geprägt und auch wenn ich mich äußerlich von ihr getrennt habe, innerlich hat sie ganz klar noch viel zu viel Macht.

Einerseits bin ich sehr froh, dass morgen noch ein freier Tag ist, weil ich ich brauche, weil ich die Ruhe brauche, ohne dass ich zu einem Termin muss oder ähnliches. Andererseits merke ich, dass ich schon wieder unruhig werde – innerlich. So sehr ich die Ruhe brauche, bedeutet es leider auch dass ich mich mir selbst annäher – und das ist grad gefährlich, intensiv – und vielleicht eben auch zu intensiv. Ich fürchte, ich brauche da einen gesicherten Rahmen wenn das nicht eskalieren soll.

 

 

 

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2 Antworten auf viel

  1. Carsten sagt:

    Ich habe häufiger Flashbacks, immer in den Momenten in denen ich beir mir -ich- bin. Auf der einen Seite brauche ich die Ruhe zum herunterkommen, auf der anderen Seite ist es ein sehr schmaler Grat zwischen herunterkommen und abstürzen.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall ganz viel Kraft und das du es schaffst den gesicherten Rahmen zu finden.

    Gruß
    Carsten

    • Ilana sagt:

      Hallo Carsten, herzlich Willkommen hier :).

      Flashbacks sind weniger das Problem, es ist nicht so, dass die Erinnerungen dann überfluten, aber sie sind da. Es ist mehr das die letzten Monate einfach viel passiert ist und sich da einiges angestaut hat und sich das ein Ventil sucht – möglichst eines ohne zu fluten.

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