eigentlich

Eigentlich würd ich jetzt gern ins Bett gehen und lesen.

Eigentlich würde mir so eine Auszeit auch ganz gut tun.

Eigentlich ist es aber mit Viertel nach drei doch etwas früh – denn dann werde ich müde und hab Mühe bis wenigstens acht aufzubleiben und schlaf vielleicht doch noch vorher ein und mach mir meinen im Moment einigermaßen guten Schlaf kaputt.

Eigentlich ist auch der Lattenrost kaputt und damit die Rückenschmerzen im Bett heftig – je länger ich da liege, desto mehr.

Eigentlich bin ich grad in der Stimmung mich mit ein bisschen Eis im warmen Bett zu verkriechen und in die Warrior-Cats-Welt zu entfliehen.

Eigentlich hab ich aber den letzten vorhandenen Band angefangen und könnte dann nicht weiterlesen (und eigentlich überlegte ich kürzlich die Warringham-Saga nochmal zu lesen, weil da jetzt der neue Band rausgekommen ist und ich nicht mehr weiß wer Nick ist)

Eigentlich will ich mich nur verkriechen weil mir der morgige Betreuertermin echt zu schaffen macht und ich müde bin und unruhig und überhaupt und sowieso.

Eigentlich hasse ich es, wenn ich ständig eigentlich sage.

Eigentlich würde ich auch gerne irgendwas leckeres essen – weil aber nicht was ich grad unter lecker verstehe, weil alles was mir einfällt ist dann doch „bäh“ (obwohl ich das sonst immer alles mag).

Eigentlich sollte ich die Dusche saubermachen und den Blumentopf den ich dort hingestellt hab um das Wasser abzulassen raus in die Sonne stellen, doch

eigentlich sollte ich heute nichts mehr schweres heben, weil eh schon alles weh tut – was eigentlich wieder ein Grund für das Wärmeunterbett und ins Bett kuscheln wäre.

Kann mir mal jemand sagen, warum ich eigentlich nicht auf meine innere Stimme höre, die grad deutlich nach Auszeit und Ruhe und Wärme und „Flucht in Bücherwelten“ schreit – obwohl ich doch durchaus die Möglichkeit zu habe?

Dieser Beitrag wurde unter Grenzen, kleine Schritte, Leben, Psycho-Somatik veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.