anders

Sehnsucht – macht mir im Moment sehr zu schaffen. Sehnsucht nach einer Familie, Freunden – zum anfassen – nicht nur virtuell, nach jemanden der da ist – der zu mir gehört, zu dem ich gehöre.

Jemand für den ich gemacht bin und der für mich gemacht ist.

Aber da ist niemand und die Wahrscheinlichkeit dass es mal jemand geben wird – ist sehr gering.

Psychische Erkrankung, massives Übergewicht, schlechte Zähne – jedes für sich schon ein Kriterium das ein Problem darstellt bei der Partnersuche (und bitte – ich brauch jetzt keine Vorschläge oder Ermunterungen oder ähnliches!) – das Alter kommt zunehmend dazu.

Ich bin anders – und die meiste Zeit komm ich gut damit klar.

Doch es gibt immer wieder Phasen in denen ich mir nichts mehr wünsche als „normal“ zu sein.

Die Einsamkeit – das schwierige ist, dass ich weiß dass es nicht sehr wahrscheinlich ist, dass sich das jemals ändern wird. Egal wie sehr ich an mir arbeite – es gibt Dinge die für mich nicht möglich sind. Aufgrund meiner Vergangenheit, meiner körperlichen Konstitution, meines verkorksten „ichs“ – meines anders seins.

Und es tut weh und ich frag mich wofür ich dann kämpfe – wofür ich mir all den Mist antue und weiß gleichzeitig – ich hab gar keine Wahl – es gibt nur kämpfen oder aufgeben – und irgendwie bin ich für letzteres auch nicht gemacht.

Ich will mich nicht damit abfinden, dass ich das doppelte wiege als ich sollte – auch wenn ich das von allen Seiten höre, Ärzte, Ernährungsberatung und Co. Ich will mich auch nicht damit abfinden, dass ich immer allein sein werde oder das ich manches was für andere „normal“ ist – nie erleben  werde.

Das ist nicht das Leben was ich für mich will. Aber es ist das, was ich sehr wahrscheinlich bekommen werde.

WEnn ich eine Mutter mit ihrem Kind sehe – oder einen Vater – oder ein Paar – ja selbst einfach nur zwei Freunde oder jemand von seinem besten Freund erzählt – dann zerreisst es mich innerlich.

Früher wünschte ich mir nichts mehr als auf einer einsamen Insel zu sein – ohne Menschen – nur ich – sonst niemand – weil Menschen Monster sind, weil Menschen nicht vertrauenswürdig sind, weil Menschen anderen weh tun.

Und das Vertrauen ist auch heute nicht da – auch heute noch würde ich die leere Insel vorziehen.

Doch heute weiß ich auch, dass ich mir eigentlich was anderes wünschen würde – mal nicht allein zu sein, wirklich jemandne zu haben den es interessiert, jemanden der mich kennt und respektiert und wo ich auch sein kann – mich nicht verstellen muss oder ähnliches.

Und zwar auch von mir aus – denn das hängt ja oft weniger vom Gegenüber ab, sondern auch von dem Gefühl ob ich mich da „fallen lassen“ kann.

Doch dazu muss ich auch vertrauen können – und das – ich weiß nicht ob ich das jemals können werde – ich kann es mir nicht vorstellen.

Heute ist so ein Tag, an dem dieses „anders sein“ mich schier erdrückt. Schon die letzten Tage wurde klarer, dass es mit dem Zulassen der Gefühle – der Verletzung, Trauer, Verzweiflung irgendwie eben auch um die Sehnsucht geht. Denn das damit allein sein – ist manchmal sehr schwer – unabhängig davon, dass ich ja weiß, dass ich da gar niemanden in der Nähe aushalten würde, weil dann die alten Mechanismen mit „funktionieren“ und bloss nicht zulassen und zeigen und sich auf jemanden einlassen greifen.

Ich lebe nicht das Leben das ich mir für mich wünsche, ich arbeite dran und weiß, dass ich es doch nie erreichen werde, weil es unrealistische Wünsche sind – ich aber dran arbeiten kann mehr Lebensqualität zu gewinnen.

Aber egal wie sehr ich kämpfe und mich bemühe und dran bleibe – das was ich eigentlich will – ist in unerreichbarer Ferne. Es mag durchaus sein dass ich dem jemals näher komme, aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht grade hoch.

Und das tut weh, frustet auch – und der Gedanke, dass ich mich damit abfinden muss, lässt mich ohnmächtig, hilflos, traurig und auch ein Stück verzweifelt zurück.

 

Ich möchte bitte keine Kommentare dazu, danke.

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