Thera heute

Wir versuchten verschiedene Einstiege – aber immer mit dem selben Ergebnis – Gefühle sind da, ich merke dass sich alles verkrampft und kann sie an Körperreaktionen ablesen – aber fühlen, spüren – tu ich sie nicht.

Da ist immer eine Mauer – ein „ich will nicht“ – wobei nicht klar ist ob es sich auf die Gefühle oder eine Situation bezieht und irgendwann Angst und dann nichts mehr – wie ein Schalter.

Wir versuchten es dann über eine Welle die sich bildet und näher kommt und das „ich will nicht“ auch überwindet – aber bis dahin geht es und dann wieder weg.

Dann versuchte der Thera es über Umwege – am Ort der Gefühle und dass das früher ja nicht sein durfte und dann in der Ambulanz es durfte, auch Tränen fließen durften und dass es jetzt auch wieder so ist – und da machte es irgendwie klick und ein Puzzlestück rastete ein – auch wenn ich etwas brauchte um dann klar zu bekommen was es für eins war.

Im Kopf ging ein Satz um „du hast sie (die Gefühle) mit Füßen getreten“ – und dieser Satz war innerlich an den Thera gerichtet – immer und immer wieder, gebetsmühlenartig und dann kamen die Tränen.

Ich versuchte dann auch die Widersacher wegzupacken – die anfingen mit „wärm das nicht immer wieder auf“ usw. Denn eigentlich war das schon lange klar, wenn auch gut verdrängt – gefühlsmäßig haben wir die Situation der 5 Monate Unsicherheit und hin und her nie aufgegriffen – einfach weil ich das nicht konnte, weil es zu weh tat.

Das zulassen war auch nicht lange möglich – dann kam das „ich will nicht dass er es mitkriegt“ – wobei das eher eine Art „Trotz“ war – denn das weil das auf den Satz folgte war ein „weil ich nicht will dass er weiß wie tief er/es mich verletzt hat, wie sehr getroffen“.

Nicht so sehr aus Scham, eher ein „das hat er nicht verdient“ – so viel Offenheit, so eine Tiefe.

Natürlich kam dann auch der ganze Mist wieder hoch.

Aber zum einen – ich hab das Gefühl auch wirklich wahrgenommen, es war echt, es war da – nicht nur über den Kopf – und zum anderen – es scheint jetzt die Zeit gekommen, dass wir das auch aufgreifen können.

Vielleicht brauchte ich diese Zeit – auch um wiede etwas Sicherheit zu bekommen, ihn wieder als Thera zu erleben, vielleicht ist jetzt genug „Abstand“ da, dass ich mich den Gefühlen auch stellen kann, oder ich bin einfach wieder stabil genug, damit es mich nicht zerbricht – keine Ahnung.

Aber die Marschrichtung ist damit wieder deutlich klarer.

Nur das Wie – das müssen wir noch klären.

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