Rad – Sinuskurve – auf und ab

Bei Katerwolf gelesen: Das Leben ist eine Sinuskurve

 

„natürlich ist man lieber immer oben. aber das leben ist ein kreislauf. und wenn man sich diesen kreis genauer ansieht, stellt man fest, dass er eigentlich eine sinuskurve ist. und eine sinuskurve hat höhen und täler, hochs und tiefs. der kreislauf funktioniert nur, indem es nach einem hoch wieder bergab geht und erst dann geht es wieder hoch. wenn es bergab geht, fühlt man häufig eine art traurigkeit. in dem moment muss man sich einfach entspannen, loslassen und zulassen. und daraus entsteht die notwendige entspannung. und die noch wichtigere regeneration. dafür sind die täler da. erst nach der phase der regeneration geht es wieder bergauf auf die höhe. das ist der trick dabei.“

Die Täler – die mag wohl keiner wirklich. Und doch gehören sie dazu.

Als Jugendliche hab ich mal eine Til Eulenspiegel-Geschichte gehört – die mich lange nicht loslies und mir in Tälern immer wieder einfiel.

Vielleicht auch, weil es Arbeit ist – aus den Tälern wieder rauszuklettern, aber diese Arbeit mir eben auch die Möglichkeit gab etwas dafür zu tun. Ich war ihm nicht ohnmächtig ausgeliefert und – nun ja – das aufwärts gehen ist für mich ein besseres Gefühl als das runter – auch wenn das einfacher scheint.

Das Bild mit der Sinuskurve finde ich sehr schön – und auch den Aspekt dass es um Regeneration geht, dass man auch zulassen muss – ohne sich drin zu suhlen oder aufzugeben – aber eben auch die Unterscheidung zu treffen – ob es grad wirklich ein loslassen ist oder ein aufgeben.

Ich hab grad gegoogelt und die Til Eulenspiegel-Geschichte gefunden:

Till Eulenspiegel wandert über die Berge

„Alles geht besser, wenn man mehr geht“, sagen die, die gern gehen, die zu Fuß große Reisen machen, über Berg und Tal und durch viele Linder.

Einmal war Till mit einer Gruppe von Pilgern unterwegs. Sie waren auf der Reise nach Rom, um dort den Papst zu sehen und die berühmte Peterskirche. Als sie nun über die Alpen wanderten, geschah etwas Sonderbares. Immer, wenn es steil bergauf ging und alle schnauften und stöhnten und sich Schritt für Schritt abmühten, sprang Till singend und lachend die Anhöhe hinauf, als könnte ihm gar nichts Besseres geschehen.

Wenn es aber bergab ging und alle leichten Schrittes abwärts liefen und sich vom Aufstieg erholten, schimpfte und stolperte Till mißmutig hintendrein, und dabei machte er ein Gesicht, als wäre ihm das Hinuntergehen die größte Qual.

„Aber, Meister Till“, sagte schließlich einer der Pilger, „ich verstehe Euch nicht. Bergauf, wo es am schwierigsten geht, seid Ihr vergnügt und gutgelaunt. Bergab aber, wenn es uns allen leichter fällt, seid Ihr mürrisch und verärgert. Wie kommt das?“

„Das ist ganz einfach,“ sagte Till. „Gehe ich bergauf, dann freue ich mich schon auf die wunderbare Aussicht von oben und auf die kurze Rast. Außerdem sehe ich von oben, ob dies der letzte Berg auf unserem Weg ist, oder ob noch ein anderer kommt. Gehe ich aber den Berg hinunter, sehe ich nur das tiefe Tal, in das ich hinein muß und den nächsten Berg, der noch vor mir liegt. Wie sollte ich mich da freuen?“

Sie wanderten noch viele Tage und Wochen. Unglücklich stapfte Till den einen Berg hinunter, und fröhlich lief er den anderen hinauf. Erst als Till von der letzten Anhöhe aus die Stadt Rom vor sich liegen sah, lief er jubelnd auch den Berg hinunter.

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