hmm

Im Moment kann ich gar nicht sagen wie es mir geht.

Mich irritiert, dass ich das „zu viel“ grade nicht wirklich wahrnehme, aber dennoch immer wieder mal an verschiedenen Dingen „ablesen“ kann.  Schon seit vielen vielen Jahren kommt mir immer ein best. Bild in den Kopf, das mir ein „zu viel“ anzeigt – es ist immer das gleiche – und in letzter Zeit ist es häufig da oder so wie es letzten Freitag nach dem Tierarzt war oder das ich abends eigentlich gut drauf im Bett lese und plötzlich könnt ich losheulen und mag einfach nicht mehr.

All diese Dinge und viele mehr zeigen mir an, dass grade echt zu viel los ist – aber spüren oder fühlen – tu ich es nicht wirklich – erst wenn es dann gekippt ist.

Mir fehlt das Schwimmen oder überhaupt der Sport, aber kriege es nicht wirklich hin einfach loszulaufen. Mir fehlt auch die Therapie, dieser sichere Raum und die Gewissheit dass ich mit all dem Mist der im Alltag weggepackt wird – irgendwo hin kann. Mir fehlt auch die Sicherheit für die nächste Zeit – wird das mit der Betreuung weiter klappen? Werde ich was neues in der Thera aufbauen können, das nicht nur ein „halten“ zum Ziel hat? Wie wird es gesundheitlich mit den Katzen weitergehen? Damit auch wie wird es finanziell die nächste Zeit sein? Wird das mit dem Umzug klappen? usw usf

Ich kann an Reaktionen und Körper ablesen, dass es mir grade nicht gut geht. Aber ich nehme es nicht wahr, vom Gefühl her geht es mir nicht schlecht, auch nicht supergut – aber doch soweit ok.

Ein gut und schlecht gleichzeitig – und das irritiert mich.

Ich glaube auch zu wissen wo das Problem liegt – doch das lässt sich aktuell nicht ändern.

Die letzten 2 Jahre war immer wichtig dass die Gefühle, die Angst, die Traurigkeit, die Verzweiflung, die Wut, die Unsicherheit usw – dass die eben ihren Raum bekam. Dass es die Möglichkeit gab das zuzulassen – in einem sicheren Rahmen, zeitlich und örtlich begrenzt.

So hab ich dann wenn was hochkam was über den „Alltag“ hinausging das in ein Fass gepackt – gesagt „nicht jetzt – dann in der Thera“ – gemeint war eben dieser sichere Rahmen den wir uns da aufgebaut hatten, diese begrenzte Zeit auch – es ging nicht um die Thera allgemein, sondern eigentlich ums EMDR.

Und das funktionierte.

Wir haben dann in der Thera das innerhalb dieses Rahmens aufgegriffen, da durften die Gefühle sein – da gab es keine Sanktionen, kein „darf nicht“, kein niedermachen deswegen, da durfte es einfach sein, da konnte ich es auch anschauen wenn es unklar war um was es ging oder warum es grade so drängt.

Da ging es nicht ums Funktionieren oder Erklären oder Denken, sondern nur ums Fühlen – und diesen Dingen eben auch ihren Raum zu geben.

Und solange sie ihn da bekamen, funktionierte es sie dann im Alltag auch wegzupacken und zu sagen nicht jetzt – dann.

Tja – dieses Fass gibt es immer noch und eigentlich brodelt es und ist übervoll, dann läuft es wieder mal über, weil immer nur rein und rein und rein – aber nicht wirklich mal was gezielt abgelassen wird.

Denn genau das haben wir damals gemacht – mit der Unterstützung der bilateralen Stimulation (was ich immer kurz EMDR genannt hab) – wir haben Gefühle „abgelassen“ aus dem Fass.

Bei Urlaubszeiten oder in der Pause füllte sich das dann immer extrem – nach der Pause im November brauchten wir auch ein bisschen bis das wieder so klappte.

Aber die letzten Monate gab es das nicht mehr und die nächsten auch nicht mehr – denn der sichere Rahmen, der dazu nötig war, ist weg.

Ganz automatisch wird damit das Fühlen wieder weggeschoben – denn für mich ist das nicht „normal“  – es ist nicht einfach da und bereitet ein Problem – für mich ist das hinspüren und wirklich fühlen – Arbeit.

Gefühle sind da – keine Frage – aber bei mir läuft das eher über den Kopf – ein sehr altes Beispiel:

Früher konnte ich auch Schmerz nicht wahrnehmen, ich hab die Hand auf die heiße Herdplatte gelegt und zugesehen wie sie verbrennt.  Ich sah wie sie rot wird, wie sich die Haus verändert, irgendwie „schmilzt“, ich sah auch die Hand zucken – und doch war es so, als gehörte sie nicht zu mir. So wie die Hand reagierte, wie die Haut reagierte wusste ich, dass es weh tut – höllisch weh, aber den Schmerz nahm ich nicht wahr.

Ich sah dann meine Hand an – wie ein interessantes Experiment – und nahm auch die Einzelheiten wahr – und die wurden dann „übersetzt“ – in Schmerz.

So nahm ich den Schmerz wahr.

Und so ist es auch mit Gefühlen – ich lese die Angst an der Körperreaktion ab – am Erstarren oder der Anspannung oder dem nicht richtig atmen können. Ich lese die Traurigkeit am Klos im Hals fest oder den Tränen die ich zurück dränge.

Eigentlich geht es bei Gefühlen (und der therapeut. Arbeit damit) meist darum eben aus dem „Gefühlszustand“ rauszukommen – je intensiver das Gefühl desto weniger klappt in der Regel das klare Denken – es ist wie ein Tunnelblick, außer dem Gefühl und den damit verbundenen Auslösern oder Gedanken wird kaum noch was wahrgenommen (vor allem von innen, von außen noch eher).

Deshalb geht es darum zu verstehen, zu analysieren, zu schauen was will das Gefühl, welche Bedürfnisse drückt es aus usw. Es geht in der Therapie darum diesem Gefühl etwas entgegenzusetzen um wieder handlungsfähig(er) zu werden, aus diesem Tunnelblick auszubrechen.

Ich kenne Panikattacken – völlig erstarrt, nicht mehr in der Lage körperlich zu reagieren – aber während ich so erstarrt bin – nehme ich keine Angst war, ich nehme wahr, dass mein Körper nicht so reagiert wie ich möchte, dass ich mich nicht bewegen kann, sehe, höre alles was eben in dieser Richtung möglich ist und in Gedanken läuft der „Sanimodus“ an, der wie ein Therapeut einem Patienten in dieser Situation gegenüber spricht – der mir sagt wo ich bin – also z.Bsp im Bus, sitze auf dem Sitzplatz in der Mitte, die Füße stehen auf dem Boden, ganz fest, im Rücken die Lehne usw.

Einfach das „hier und jetzt“ klarmachend. Dann geht es weiter mit „du musst atmen, erst einatmen und dann vor allem aus“ – so lange bis das halt auch einigermaßen klappt – und dann die „Anweisungen“ den kleinen Finger zu bewegen oder die Zunge oder die Zehen im Schuh oder was auch immer.

Im Prinzip das was eben als Skill dann auch eingesetzt wird und was ein Therapeut (oder auch Sanitäter evt) einem anderen sagen würde, der in so einer Situation ist.

Gleichzeitig wird erklärt warum das grade so ist, was der Auslöser war und dass der jetzt weg ist oder dass eben nichts passieren kann oder was auch immer.

So nehme ich Panik wahr.

Natürlich gibt es dann noch die Widersacher die alles was der Sanimodus so von sich gibt torpedieren wollen – das ist dann etwas was ich auch üben musste, was mit dem Skillstraining besser wurde.

Ich nehme schon Gefühle wahr, weiß also wie sie sich anfühlen (zumindest einige, sicher nicht alle), aber das erst die letzten Jahre und immer nur bis zu einem best. Punkt.

Denn in mir sind tausende Automatismen, die bei Gefühlen eben das fühlen und spüren ausblenden und über Denken ersetzen.

Je intensiver das Gefühl, desto größer der Einsatz dieser Automatismen – von daher war es die letzten Jahre dann Ziel, Gefühle in geringer Intensität zuzulassen und damit dann die Intensität zu steigern, die von diesen Automatismen noch „geduldet“ wurden.

Bei mir geht es nicht darum zu analysieren oder erklären warum und wieso und was will das Gefühl – denn das war immer meine Flucht – in diese „Theorie“ hab ich mich geflüchtet um nicht fühlen zu müssen.

Bei mir geht es auch nicht darum aus dem „Tunnelblick“ rauszukommen, mein Umfeld und das „hier und jetzt“ wahrzunehmen (das war nur bei Flashbacks manchmal nötig, ist es aber auch schon viele Jahre nicht mehr) um wieder anzukommen – denn ich bin im hier und jetzt – vom Kopf her – nur das Gefühl ist wo anders – und weil ich das ja nicht fühle – ist mein Körper ja schon im hier und jetzt, er reagiert heute so, wie er damals reagiert hat – aber ich bin in Gedanken oder Bildern nicht in der Situation von damals –  sondern hier und jetzt – deshalb brauch ich das nicht klar machen (mach es aber trotzdem, einfach als Achtsamkeitsübung – so wie ich sie ja auch mache wenn ich sehr aufgeregt bin oder so).

Bei mir sollte es ums fühlen gehen, ums hinspüren, darum den Kopf eben auszuschalten, nicht ums verstehen wollen oder erklären oder bewerten.

Denn damit kann ich dann das Gefühl wenn es denn da ist auch abschließen.

Doch die intensiven – die werden immer nur in das Fass gepackt – und ohne die Möglichkeit das aufzugreifen – bleibt es dann da – doch das Fass ist voll und da ja das Überlaufen auch fühlen wäre und nicht geht – wird einfach das Fühlen und Spüren ganz abgeschalten.

Doch im Prinzip ist das auch nichts anderes als eine Art „Tunnelblick“ – nur dass ich statt des Tunnels nur die Notausgänge sehe – und nicht das was direkt vor mir liegt – zum Stolpern oft gefährlicher als das andere.

Flucht in Theorien – um nicht fühlen zu müssen.

Mittlerweile reicht schon wieder sehr geringe Intensität bis die Automatismen gewinnen – bei manchen Dingen sofort.

Aber manche kann ich auch wahrnehmen – ich kann die Sonne auf meiner Haut genießen und ihr das Gesicht entgegenstrecken und einfach nur wohlig seufzen – als Beispiel – denn angenehmes  – das kann ich wahrnehmen – auch heute.

Und darauf versuche ich mich zu konzentrieren. Auch wenn mir klar ist, dass das das Problem nicht lösen wird und das kippen nur aufschiebt – doch ich lebe grade einfach den Moment – nicht aus Angst vor morgen, sondern weil nur in solchen Momenten – ich ich sein kann grade, ich mich auch spüren kann, mich ganz fühlen kann.

Ein tief durchatmen vor der nächsten Runde „funktionieren“.

Denn das tu ich – ich funktioniere grade, und einerseits bin ich sehr froh darüber dass ich auch funktionieren kann, andererseits macht es auch deutlich, dass ich in dem Momenten leider nicht „ganz“ bin, dass die Fassade wieder wichtiger wird, dass das Funktionieren – gegen das ich die letzten Jahre so sehr gekämpft habe – wieder mehr in den Vordergrund rückt und rücken muss.

Die letzten Jahre ging es darum eben nicht nur zu funktionieren sondern auch zu sein – natürlich gibt es Situationen in denen das funktionieren wichtig und notwendig war und ist – es sollte ja auch nicht abgeschafft werden – aber es sollte nicht mehr im Vordergrund stehen, sondern eine Einheit bilden mit dem sein.

Jetzt haben sich die Umstände geändert – doch das „sein“ ist noch nicht gefestigt genug um dem „funktionieren müssen“ die Stirn bieten zu können. Es sollte also darum gehen da ein Miteinander zu finden, das ok ist – für beide.

Theoretisch – denn irgendwie kommt bei mir häufiger durch, dass es doch wieder nur ums Funktionieren geht – und das löst altes aus – denn früher – in der Kindheit – ging es nur ums Funktionieren. Und dass ich vom Kopf her weiß, dass das heute was anderes ist als damals – macht bei den Gefühlen leider keinen Unterschied – für die ist es grad irgendwie ein abwerten und „siehste – geht doch nicht um dich – sondern nur darum dass du funktionierst“.

Denn es geht nicht um das was ich brauche – die Therapie wie ich sie die letzten 2 Jahre hatte – es geht auch nicht darum ob und was ich damit erreicht habe – für die Kasse geht es nur darum, dass die sagen:  nö – egal ob es funktioniert oder nicht – wenn es in der Zeit nicht geschafft wird – Pech gehabt.

Und das ich jetzt im Endeffekt wieder bei dem Zeitthema der Therapie gelandet bin – macht mir grade deutlich, dass das grade wohl das Hauptthema bei dem ganzen Schlamassel ist – und auch irgendwas damit zu tun hat, dass ich dieses „funktionieren müssen“ von damals und heute so sehr vermische.

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4 Kommentare zu hmm

  1. Frau Elch sagt:

    Wenn ich das alles lese, und so wie es sich beim Lesen „anfühlt“,… das könnten meine Gedanken und Gefühle sein… zumindest sehr sehr ähnlich… ich weiss nur, bei mir löst allsowas eine gewisse… nunja… „Verwirrung“ herbei, ich bin immer auf der Suche nach dem „Warum und wieso“… vermutlich auch um zu „flüchten“ und mich nicht mit dem Eigentlichen auseinandersetzen zu müssen keine Ahnung obs so ist, aber es könnte passen…
    Flüchte mich auch in solche Gedankenfluten… naja das heisst ich muss diese gar nicht erst von selbst aktivieren, sie kommen einfach… ungefiltert… kann es nicht aufhalten.
    Und allen, denen es NICHT so ergeht, schütteln den Kopf, verstehen es nicht, und sagen Sprüche wie… lass doch einfach was machst dir solche Gedanken????

    Nun… ich machs ja nicht absichtlich, es passiert einfachso mit mir… manchmal ist mir das alles so zuviel… aber man macht einfach weiter, „funktioniert“ weiter… und manchmal quält einen wieder die Frage nach dem Sinn… aber dann kommen wieder Ereignisse, die wieder gut sind, so dass man wieder einen kleinen Auftrieb hat, und weiter gehts… immer so weiter…

    Bei mir in der Kindheit gings auch nur drum zu „funktionieren“. Ich kenne das nur zu gut… und wenn man nichts anderes lernt und dieses dann eine….. nunja ich sag mal… „Normalität“ darstellt… dann ist man eben so und kanns schwer oder gar nicht ändern.
    Wenn man eines Tages gesagt bekommt, das wäre nicht „richtig“ man müsse „umlernen“… dann kann man vielleicht sagen aha ok… ja gut so wie sie das erklären versteh ich das aber… wenn man das in die Praxis umsetzen soll… das geht nicht einfach so.
    Der Kopf, der Verstand meine ich, der hat verstanden und begriffen, aber irgendwas anderes in einem drinne… sinds die Emotionen? Erinnerungen? Prägungen? Erlebnisse?
    Ich weiss es nicht genau was es ist… wehrt sich dagegen und funktioniert dann nicht so… wie die Vernunft es sagt.

    Ich bin auch so eine… „Gedankenfluterin“…

    Alles Liebe, und dass Du deinen Weg findest aus Deinem Gedanken und Empfindungswirrwarr… (ich nenn das jetzt mal so)… ich fühle mit Dir.

    Liebe aufmunternde Grüsse, alles Liebe…

    Frau Elch

    • Ilana sagt:

      @Frau Elch: eigentlich ist es kein wirrwarr – für mich ist es ganz klar – auch das warum und wieso – ist klar, da muss ich nicht rätseln und tappe auch nicht im Dunkeln. Solange das nicht klar ist, ist es auch keine Flucht, denn dann muss es ja wirklich erst sortiert und zugeordnet werden und dazu muss man ja denken.

      Es geht also nicht darum dass der Kopf „nur“ weiß er muss was ändern, sondern schon auch darum dass ganz klar ist was abläuft, das zuordenbar und auch benennbar ist – aber eben das fühlen trotzdem nicht da ist.

      Es ist klar welches Gefühl es ist und auch warum und wieso und was es will und was davon „altes“ ist und was „aktuelles“ – das alles ist also durchaus klar – was ich auch wichtig finde.

      Denn darum sollte es schon gehen – nur wenn man es zuordnen kann, kann man auch was ändern. Oft braucht man zum Zuordnen Hilfe – und Zeit.

      Ich glaube dass es weder Emotionen, noch Erinnerungen, noch Prägung oder Erlebnisse sind die das sind (obwohl diese das auslösen), sondern dass es eine Strategie ist damit umzugehen – so wie man wenn man vom Regen überrascht wird schneller geht oder sich was über den Kopf hält oder ähnliches weil man grad auf dem Weg zu einem Termin ist – das läuft nicht bewusst – sondern diese Strategie hat sich früher als die best mögliche erwiesen.

      Wenn man sich der dann bewusst wird kann man sie auch ändern. Es sind „Gewohnheiten“, die natürlich im Gehirn auch verankert sind – aber die man durchaus auch ändern kann – je automatischer das auftritt (je näher es an einen Reflex herankommt), desto schwieriger und langwieriger ist es, aber es ist möglich.

      Es ist wie das Laufen lernen – anfangs plumpst man und fälllt – aber irgendwann – durch die Übung! – funktioniert es – heute denken wir da kaum drüber nach. Aber wenn mal ein Bein wegfällt weil es weh tut – lernt man um – muss man ja – und auch das geht – durch Übung – von mal zu mal besser.

      Deshalb gibt es das Skillstraining – man lernt andere Strategien anzuwenden – erst in guten Zeiten – und je automatischer die Abläufe werden, desto besser greifen die dann auch in Stresszeiten.

      Man muss es sich erarbeiten. Und sich von Rückschlägen nicht entmutigen lassen.

      Die alten Strategien waren richtig – denn es waren keine anderen zur Hand – es geht also darum andere kennenzulernen und zu üben, damit diese dann irgendwann die alten auch ersetzen können. Es ist ein „umlernen“ – das aber auch nur klappt wenn man es wirklich möchte und da auch dran bleibt.

      Für mich sind die Gedanken nicht problematisch – es fällt halt auf – ich weiß warum es so ist, kann das für den Moment auch akzeptieren, aber natürlich geht es darum auf lange Sicht weiter daran zu arbeiten.

  2. K. sagt:

    Liebe Ilana,

    ich bin eigentlich nur eine stille Mitleserin, weil das, was Du erlebst, in vielem auch dem entspricht, was ich gerade durchmache und es mir hilft, zu sehen, wie Du das schon irgendwie gewuppt bekommst. Auch wenn „mein Problem“ wahrscheinlich nicht ganz so herausfordernd ist, wie das Deine.
    Aber jetzt, da ich diesen Beitrag von Dir lese, der mich extrem an mich selbst und an meine eigene „Gefühls“welt erinnert, stelle ich mir die Frage, ob und wie weit das Thema „Dissoziative Identitätsstörung“ ‚mal aufgegriffen wurde im Rahmen Deiner Therapien?
    Ist nur so ein Gedanke…aber mir geht es eben seit einiger Zeit auch so, dass ich zwar „körperlich“ Angst habe, aber eigentlich keine Angst verspüre. Es läuft genau so, wie Du es beschreibst. Zwei an sich nicht dafür gedachte „Programme“ laufen parallel, oder so. Keine Ahnung wie sich das beschreiben lässt…. Mir half es, zu begreifen, dass dieser Teil, der die Angst hat, in mir ist. Auch wenn er sich getrennt anfühlt. Ich habe in diesen Momenten irgendwann versucht, die „Kleine“ an die Hand zu nehmen. Ganz bewusst. Habe angefangen, ihr „meine“ Welt zu zeigen, ihr zu zeigen, dass sie keine Angst haben muss, weil ich schon auf sie aufpassen werde… Und: ich habe das nicht mehr einfach nur „mir“ gegenüber getan, sondern ganz bewusst der „Kleinen“ gegenüber, denn die ist es, die eigentlich Angst hat, in mir. Hmmm, vielleicht rede ich jetzt auch total unverständlichen Quatsch.. Ich wünsche Dir auf alle Fälle alles Gute für Deinen weiteren Weg!!! Du wirst ihn gehen, so oder so, denn Du bist verdammt stark, das lässt sich Deinen Zeilen entnehmen! Alles Liebe, K.

    • Ilana sagt:

      @K: Dissoziative Zustände sind mir nicht fremd. Das ist aber was anderes als die Dissoziative Identitätsstörung! Für mich sind das nicht unterschiedliche „Personen“ – so kann ich da auch nicht jemand an die Hand nehmen.
      Thema war das schon, da mir früher viel Zeit fehlte, aber auch klar ist dass es eben Dissoziative Identitätsstörung ist.
      Nicht ganz klar ist ob es in einen anderen der dissoziativen Zustände passt. Eigentlich gehört das eher in Richtung „Numbing“ (einfach mal googlen oder mich anmailen, dann kann ich dazu was raussuchen aus meinem „Projekt“), das Ähnlichkeiten mit dissoziativen Zuständen aufzeigt (und sich die Gelehrten noch streiten ob das zusammengehört).

      Nur als Tipp – Dissoziative Identitätsstörung wird sehr oft falsch diagnostiziert – da sollte man immer eine zweite Meinung einholen wenn es nicht ganz klar ist. Leider gibt es immer noch viele Therapeuten und Ärzte die das mit Dissoziativen Zuständen in einen Topf werfen. Nur so am Rande, wenn du da unsicher bist.

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