so halt

Gestern abend bin ich abgestürzt. Das Warum ist für mich nicht klar – aber im Endeffekt auch egal.

Thema war die Therapie – dieses nicht wirklich einlassen können aber eben auch die Aussichten – wir haben jetzt ein Jahr, vielleicht auch zwei, aber das bedeutet eben auch dass ich neue Ziele definieren muss.

Und dann geht es darum dass ich wieder 2 Jahre hinkommen muss.

Im Endeffekt muss ich mich einfach stellen – die Therapie wie ich sie die letzten 2-3 Jahre hatte – gibt es so nicht mehr, nicht mehr in diesem Umfang, nicht mit diesen Möglichkeiten.

Was ich bräuchte wäre Zeit, doch grade die haben wir eben nicht. Ich bräuchte Zeit um das Vertrauen wieder aufzubauen, aber im Hinterkopf hab ich, dass ich einfach schauen muss wie ich klar komme – wie ich in einem Jahr so weit kommen kann, dass ich die zwei Jahre darauf alleine hinkomme.

Denn die Ambulanz kann im Moment nicht viel anbieten. Höchstens alle 2-3 Wochen einen Termin.

Das ist gut zu wissen für den Notfall – aber es geht dann nicht mehr um Therapie, nicht mehr darum meine Vergangenheit so weit aufzuarbeiten, dass ich sie dann auch hinter mir lassen kann.

Ein Jahr ist einerseits nicht so wenig, aber für das was wir bisher als Ziele definiert haben ist es viel zu wenig.

Und es läuft darauf hinaus dass ich nach dieser Zeit irgendwie funktionieren muss.

Von daher geht es nicht darum was für mich wichtig wäre, was mir gut täte, sondern darum, das was halt jetzt noch zur Verfügung steht bestmöglich zu nutzen.

Ich muss mich damit abfinden und das Beste daraus machen – gut geht es mir damit natürlich nicht.

Dazu kommt, dass ich nicht viele Optionen habe, ich muss schauen ob ich es mit meinem Thera hinkriege – doch da ist viel vorgefallen und ob wir in dieser Zeit hinkriegen, dass weiß ich nicht.

Es geht darum wieder Vertrauen aufzubauen – das wie ist aber unklar – das hängt einfach auch ein Stück weit daran ob ich es schaffe mich wieder einzulassen – auch gefühlsmäßig.

Dabei hab ich aber ständig im Hinterkopf, dass die Zeit drängt, dass ich nur ein Jahr hab und dann ist Pause und damit steh ich mir selbst im Weg.

Vom Kopf her ist das klar, gefühlsmäßig ist das aber ganz was anderes.

Gestern brach das alles wieder über mich herein – die Angst, die Verzweiflung, die Wut auch, dass es wieder mal am Geld scheitert, dass egal wie viel ich die letzten 2 Jahre erreicht hab, egal wie viele Studien belegen, dass grade bei Trauma diese Zwangspausen  ein Problem sind usw – es trotzdem so ist – es sind Vorgaben der Krankenkasse und da ist egal ob du dich danach umbringst oder mit Medikamenten vollstopfen musst oder ständig stationär musst – es steht auf einem Stück Papier und deshalb ist es halt so.

Einzelne Bundesländer haben für Trauma Ausnahmen geschaffen, aber leider weder das in dem ich wohne, noch das in dem ich versichert bin.

Tja – ein anderer amb. Therapeut – den muss man erstmal finden und da geht es dann auch erstmal die ersten Jahre darum Vertrauen aufzubauen und nicht darum was zu bearbeiten.

Ich versuch jetzt einfach wieder zur Ruhe zu kommen und überlege mir dann was ich als neue Ziele für mich definieren kann und möchte.

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Eine Antwort auf so halt

  1. katerwolf sagt:

    liebe ilana, ich drücke dir die daumen, dass du das schaffst. sei zuversichtlich, du bist schon ein weites stück des weges gegangen!

    alles liebe, katerwolf

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