frustig

Eigentlich geht es mir ganz gut, aber dieser eine Frust – der nagt – und deshalb schreib ich den jetzt auf, damit der seinen Raum bekommt und mich dann den Rest des Tages in Ruhe lässt.

 

Ich weiß, ich bin selbst schuld, ich hab mich übernommen, mir war das auch bewusst und trotzdem hab ich nicht runtergeschalten sondern bin letzten Donnerstag noch stundenlang durch die Stadt gestapft und hab am WE statt Zwangsruhe 6 Ladungen Waschmaschine und 2 Trockner hinter mich gebracht (wobei aufgehängt dann nur zwei Bettdecken und ich glaub drei Kopfkissenbezüge oder so wurden, weil ich gar nicht in der Lage war groß Wäsche aufzuhängen).

Es ist schon lange her, dass ich so gar nicht auf meinen Körper achte und der mich dann einfach zur Ruhe zwingt – früher war das Alltag (von nicht mal 1 Jahr noch!), Schmerzen gehören zum Leben und die Phasen, in denen sie auf der Skala bis 3, höchstens mal 4 gehen – waren eher selten.

Die letzten Monate aber ging es mir überwiegend gut – nicht schmerzfrei (aber das erwarte ich auch gar nicht) – aber eben so im Bereich 3 rum, wenn ich mal wieder zu viel gemacht hab auch mal kurz die 4, aber so im Großen und Ganzen konnte ich eigentlich alles machen.

Auch keine richtigen „Schübe“ – mit Schmerzen und vor allem diesem Kraft- und Energieverlust, dass schon das Essen machen zur Qual wird – oder aufstehen oder duschen oder was auch immer – weil einfach keine Kraft (körperlich) da ist.

Zwar gab es Phasen in der ich kraftlos war – aber das war mehr psychisch.

Ja die letzten Monate liefen sehr konstant und stabil diesbezüglich, die Aussicht die Krücken bis Ende des Jahres loszuwerden sahen (und sehen) sehr gut aus, ich schaffte rauf sogar schon mal den 3. Stock (wenn auch mit viel Pausen – nicht wegen Puste, sondern wegen Schmerz) und runter wird auch konstant besser. Treppenlose Strecken gehen oft schon recht weit (halbe Stunde) ohne Krücken und natürlich nutze ich das dann auch.

Das hat mich offensichtlich verwöhnt und dazu gebracht, den Körper und die Einschränkungen nicht mehr so ernst zu nehmen – früher lag ich dann 3 Wochen flach wenn ich mich übernommen hab – entsprechend hab ich da schon aufgepasst, hingespürt, drauf geachtet.

Trotzdem bin ich heilfroh, dass es nicht mehr so ist!

Tja und letzte Woche – am Montag die Tischlerei, in der ich schon mit den Sägearbeiten meinen Arm und meine Schulter übernommen hab, das ging dann zu Hause noch 2 Stunden weiter – in sehr ungünstiger Körperhaltung, so dass ich völlig fertig dann drinnen nur noch ins Bett fiel – nicht mal ausziehen hab ich mehr geschafft – mir tat alles weh und ich war einfach nur alle und hätte losheulen können.

Di dann schwimmen – weil das ja ausgemacht war – und das Schwimmen lief ganz gut – aber danach war ich wirklich alle .- bin dann zur Thera und dann nach Hause und wieder dieses „alles zu viel“ – vor allem körperlich.

Mittwoch dann wieder Schwimmen, da ich ja die Wochen vorher mit Sport so geschludert hab und nach 20 Min ging nichts mehr (wobei die 20 Min gut gingen!) – also brach ich nach 30 Min ab und verzog mich in die Sole – was mir wirklich gut tat.

Spätestens da war klar: Stopp!

Und zwar richtig – ich hab mich übernommen und bin weit über die Grenze geraten und da muss wieder Ruhe rein. Das hab ich sogar noch geschrieben glaub ich – doch am Do nach der Thera dann, wollte ich die Brille machen lassen und dann hab ich noch einen Frisör gesucht und dann noch Bücherei und eigentlich sollte ich dann wieder zurück zur Brille (Sehtest machen), doch ich konnte nicht mehr – zumal ich in der Bücherei dann doch ein paar Bücher zuviel fand und sich 15 (recht dicke) Bücher schlecht schleppen lassen – sind einfach schweineschwer.

Zu Hause angekommen wieder dieses innerliche zusammenklappen, weil ich körperlich total am Ende war – und mich für die Zwangsruhetage entschieden – die ich dann auch nicht wirklich einhielt (wobei das sogar noch ging).

Seit diesem Montag sind die Schmerzen meist bei 6-7, mit Spitzen die durchaus auch mal 8 oder 9 erreichen. Kräftemäßig einfach nur völlig fertig – und  das obwohl es mir psychisch gesehen grad nicht schlecht geht und ich lieber draußen rumlaufen würde oder die Fensterbrettauflagen montieren würde oder mit den Katzen rumtollen oder oder oder.

Die Schmerzmitteldosis hab ich schon letzte Woche wieder hoch gefahren, da war ich ja jetzt Monate auf einer niedrigen Dosis wie nie (wobei vor allem die Abenddosis eigentlich gar nicht in der Höhe wegen Schmerzen nötig gewesen wäre, sie aber wegen dem RLS auf der Höhe bleiben sollte) – zumindest über einen so langen Zeitraum – und so im Nachhinein fällt mir auf – immerhin war auch das Erhöhen eigentlich kein Thema, normalerweise sträube ich mich da nämlich immer sehr gegen.

Was mich am meisten frustet ist – dass ich da mit so wenig Selbstfürsorge ranging – eigentlich kann ich das besser, eigentlich achte ich da schon mehr auf mich und eigentlich kam es schon lange nicht mehr vor, dass ich mich körperlich so übernehme obwohl mir das bewusst war und es andere Alternativen gegeben hätte.

Das ärgert mich – denn im Prinzip ist es eine Art Selbstschädigendes Verhalten.

Mir ist klar, dass mich dieser Ärger nicht weiterbringt und ich deshalb einfach schauen muss jetzt anders mit umzugehen – hinzuspüren und auch entsprechend dosiert zu handeln – und das versuche ich auch – es gelingt auch weitestgehend.

Aber zu merken dass ich grad einfach nicht so kann wie ich will, macht mir deutlich, dass ich die letzten Monate deutlich mehr konnte als früher und mich da sehr daran gewöhnt habe und mit dem „weniger“ schlechter umgehen kann als früher – wo das Alltag war.

Auch diese Trennung köperlich-psychisch ist grad sehr deutlich – die Stimmung ist gut – der Körper spielt nicht mit – bis vor kurzem war es umgekehrt – die Stimmung richtig schlecht, aber der Körper war ok.  Das ist alles besser als wenn beides aussetzt.

Wie auch immer – mich frustet gar nicht der körperliche Zustand oder die Schmerzen (das wär mir anders natürlich auch lieber), sondern dass ich so unverantwortlich mit mir umging. Ich kenne das ja und erkenne Überforderungen auch – ich kenne auch die Folgen und trotzdem hab ich es soweit kommen lassen. Das fuchst mich und das frustet mich auch.

So und nun hab ich mir das eingestanden und von der Seele geschrieben und jetzt geht es ans „was für tun“ – Physio habe ich grade angerufen und um Rückruf gebeten, dann werde ich mit M. einfach schauen ob es heute überhaupt Sinn macht, weil ich nicht viel machen kann oder ob wir es dann lieber ausfallen lassen. (Nachtrag: in Absprache mit M, dem Physiotherapeuten lassen wir es dann heute ausfallen)

Morgen geht es zum Schwimmen – doch ohne Anspruch – wenn es nur 5 in werden ist es genauso ok wie 60 Min – danach geht es auf jeden Fall in die Sole, da die die Schmerzen zumindest kurzfristig schon 1-2 Punkte runterfährt. Danach ist Wohnungstermin, der muss leider sein.

Donnerstag ist nur der Ambulanztermin (da geht es nochmal um diesen einen EMDR-Termin und dem was da an Bildern und Co aufgetaucht ist, weil zwei Dinge für mich unklar sind und ich die zumindest theoretisch einordnen können möchte) und eventuell esse ich dann dort in der Kantine – und am Freitag nochmal Schwimmen – mit dem selben Ablauf wie morgen.

Abends wäre Gebetskreis, doch das mach ich davon abhängig wie fit ich bin – und WE ist dann wirklich Zwangsruhe.

Somit mach ich diese Woche nur das nötigste.

Jetzt muss ich mich nur noch dran halten.

 

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Eine Antwort auf frustig

  1. Svea sagt:

    Ich kleb mir nen Zettel an den Monitor und frag nach 😛

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