Grenze

Im Moment laufe ich einen Grat entlang – entsprechend kommt es schon vor, dass ich mich da mal mehr zu einen, mal zur anderen Seite neige – aber es ist alles soweit im Rahmen.

Destruktive Verhaltensweisen sind mir nicht fremd und weitestgehend hab ich sie im Griff.

Und doch habe ich am Sonntag diese Grenze auch klar überschritten – und ich hab es nicht mitbekommen.

Genau das macht mir angst – dass ich es nicht merke, dass ich in etwas reinrausche und das gar nicht wirklich sehe oder bewusst werde.

Schon die letzte Zeit kam es häufiger mal vor, dass ich etwas gekauft habe, das eigentlich so nicht eingeplant war. Das mag für Außenstehende jetzt nicht das Problem sein, aber wenn man eigentlich mit jedem Cent rechnen muss, kann das schnell zu einem ernsthaften Problem werden.

Es war im Rahmen, aber doch auch deutlich mehr als „normal“. Für gehört es auch klar um destruktiven Verhalten – und ich kenne von früher, dass ich dann wahllos Dinge gekauft habe und damit durchaus auch Schulden machte.

Ich hab viele viele Jahre gebraucht um das alles wieder hinzubekommen und schuldenfrei zu werden – es fiel mir vor drei Jahren schon schwer wegen des Umzugs und der Tierarztkosten nochmal Schulden zu machen, da war mir wichtig dann eben einen Ratenplan zu haben und den auch einzuhalten bzw sogar schneller zurückzuzahlen als geplant.

Es fällt mir schwer mir dann was größeres zu gönnen, weil ich Angst habe, dass es dann wieder in dieses Verhalten kippt – ich kein Ende finde, kein Stopp.

Die letzten Jahre lief das aber alles gut.

Wie gesagt hab ich einen kleinen Rahmen, innerhalb diesem dann auch unvorhergesehenes oder eben „Luxus“ möglich ist – und wenn ich das für Blödsinn ausgebe, dann muss ich eben auf anderes verzichten – und da mir das aber oft wichtig war – funktionierte das alles gut.

Die letzten Wochen war es dann schon mal dass ich was besorgt hatte, dass eben nicht eingeplant und weshalb ich dann auf was anderes verzichten musste – aber es war immer noch im Rahmen.

Letzte Woche kam dann diese Nebenkostenrückzahlung und vorhin hab ich gesehen, dass ich am Sonntag offensichtlich etwas bestellt hatte, von dem für mich klar war, dass ich das jetzt nicht brauche und es anders lösen wollte (und diese Lösung auch schon anvisiert).

Das Problem ist jetzt weniger die Bestellung an sich – als die Tatsache, dass es in einem dissoziativen Zustand war. Heute fand ich Registrierungs- und Bestellbestätigungsmail in einem meiner Mailordner (ein Unterordner, in dem ich fertig bearbeitete mails speicher, entsprechend also nicht oft prüfe), als ich beim entsprechenden Shop im Internet nachsah – war ich erstmal einfach geschockt.

Wie gesagt geht es nicht um die Bestellung an sich – sie wird mich auch nicht in den Ruin treiben, doch dass ich davon dann nichts mehr weiß – das ist mir schon 3 Jahre nicht mehr passiert.

Vom Kopf her kann ich das erklären und verstehen, aber es macht mir schlicht Angst.

Natürlich hab ich erstmal alles mögliche geprüft – es war wohl nur diese eine Bestellung. Trotzdem – mir macht das Angst.

Ich würde das gerne mit dem Thera besprechen – doch wir sind ja immer noch dabei zu klären ob und wie es weitergehen soll.

Jetzt hoffe ich erstmal dass es ein einmaliger „Ausrutscher“ war, aber ich werde die nächste Zeit zum einen wieder alles prüfen (wie gesagt war das vor einigen Jahren ein großes Problem und somit gibt es da einige Möglichkeiten die solche Käufe „aufdecken“), zum anderen – wenn es nochmal vorkommen sollte – dem sicherheitshalber einen Riegel vorschieben.

Ja es ist im Moment so, dass durch die Rückzahlung nicht wirklich ein Problem dadurch entsteht – aber ich will dieses Jahr umziehen – und das will ich nicht gefährden – denn ich gefährde das im Moment schon genug.

Es ist klar ein „zuviel“ – und das darf nicht wieder zur Gewohnheit werden.

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