Angst

Er hat mir die – für mich – einzige Möglichkeit Gefühle zuzulassen genommen.

Das EMDR bot mit seinen Vorbereitungen, seinem Einstieg, dem Tappen und dem klaren Ende einen Rahmen, der mit Sicherheit bot. Es gab einen klaren Ablauf, der einige Punkte enthielt, die auch das „freie“ dazwischen klar strukturierte. Dazu kam, dass durch das Tappen ein Gefühl oder eine Situation sich verändert – ich kann nicht „steckenbleiben“ –  sie veränderte sich manchmal nicht grad in die Richtung, die ich mir wünschte, aber es veränderte sich – und auch das gab Sicherheit – weil es klar machte – ich kann eben nicht drin steckenbleiben.

Wir haben diesen Rahmen aufgebaut und ich habe mich drauf verlassen.

Deshalb bot er für mich die Möglichkeit da eben auch Gefühle zuzulassen.

Doch jetzt – ist dieser Rahmen weg weil er das plötzlich nicht mehr so will (was ich respektiere, aber nicht verstehen kann)

Ich weiß nicht ob ich es schaffe mit ihm einen neuen aufzubauen – weil die Angst da ist – das dann wieder das  selbe passiert – dass er ihn mir dann wieder wegnimmt und mich mit all dem Mist alleine lässt.

Es hinterlässt ein Gefühl von „war nicht genug“ – die Fortschritte zu langsam, zu klein, die Erwartungen nicht erfüllt zu haben.

Ich hab Angst dass wir keine Chance haben, weil er das gar nicht so sieht, immer noch sagt: er ist ja da und es fiele ja nur das tappen weg.

Aber damit ällt der Ablauf weg und das drumherum und leider eben auch das Gefühl, dass ich mich auf ihn verlassen kann,

Wir könnten auch das EMDR nciht einfach so wiederbeleben – denn auch da ist das Vertrauen weg.

Vielleicht tut es auch so weh, weil ich dachte er weiß das – mit dem Ablauf und Tappen usw – wir hatten immer wieder drüber gesprochen, haben immer wieder auch festgestellt, dass es ohne nicht geht.

Er will über die Gefühle reden – ich kann nicht reden und gleichzeitig hinspüren. Auch das weiß er – auch wenn das Reden mittlerweile besser klappt – auch hier hab ich das Gefühl es ist zu wenig. Dabei war ich sogar stolz drauf, dass ich wenigstens wieder ins Reden komme und wenigstens kurze Sätze hinbekam.

Und sie zu analysieren und zu schauen was sie wollen usw – ist Theorie – ich hab mich jahrelang in Theorie geflüchtet, es mir erklären wollen, verstehen wollen und damit eben nicht mehr fühlen zu müssen. Klar ist das Gefühl dann trotzdem da – aber so weit im Hintergrund – dass es nicht ums zulassen geht.

Es soll wieder weg vom fühlen und hin zum Kopf gehen – weil das für ihn zusammengehört. Bei mir ist das nicht so – da ist entweder oder – beim Zulassen ging es grade darum den Kopf mal auszuschalten und nicht zu analysieren, erklären und den tausend Stimmen zuzuhören, die was dagegen haben.

Ich hab Angst dass wir das nicht hinbekommen, weil er es nicht versteht.

Er hat mir die einzige möglichkeit die ich aktuell habe um Gefühle zuzulassen weggenommen – und ich kann es ihm nicht erklären – weil er es nicht sehen will.

Ohne dieses Verständnis – wie soll ich ihm vertrauen? Wie soll ich  mich einlassen? Mit der Angst dass es wiederpassiert.

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