Momente

Die meiste Zeit geht es mir – trotz der Umstände – eigentlich soweit ganz gut. Alte Schutzmechanismen greifen – und so kann ich das Fühlen ausblenden und lebe einfach in den Tag hinein. Es gelingt mir sehr gut mich abzulenken und auch der alte Mist an Flashbacks und Co – lässt sich wegpacken und kommt mittlerweile nicht mehr so oft wie noch letzte Woche.

Aber es gibt auch die Momente, in denen ich einfach nur losheulen könnte. Weil etwas fehlt – etwas worauf ich mich oft verlassen habe, etwas das ich auch brauche.

Oder vielleicht nicht etwas, sondern jemand.

Ich hatte nie die Freunde, bei denen ich nachts um drei angerufen hätte (obwohl von einzelnen das Angebot schon kam) weil es mir grad schlecht geht und ich das allein sein nicht aushalte.

Und es gibt Dinge, mit denen ich nicht zu Freunden gehen würde. Naja und es gibt auch Dinge, über die niemand bescheid weiß. Der Thera aber wusste das (mittlerweile) – und so konnte ich dann eine mail losschicken – in der es meistens nicht mal darum ging, dass sie gelesen wird – sondern einfach nur ein „wegschicken“.

Wenn Jahrestage da waren oder sonst etwas was ausgelöst hatte – konnte ich damit irgendwo hin.

Das fehlt mir.

Und ich frag mich ob er wirklich nicht austauschbar wurde, weil ich in solchen Momenten auch merke – es ging nicht um ihn, sondern um seine Funktion – die fehlt.

Trotzdem tut es weh, wenn ich dann eine mail bekomme – denn er hat mich wirklich verletzt – und das kann er doch nur, wenn es auch irgendwie persönlich wurde.

Es gibt die Momente – in denen es einfach nur weh tut. Einsamkeit war eh schon mein Thema und in diesem Momenten tut sie einfach nur grad noch mehr weh.

Aber – es sind nur Momente – und darüber bin ich sehr froh, denn häufiger oder länger – würde ich das nicht aushalten.

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