Veränderungen

Die meiste Zeit komm ich ganz gut klar mittlerweile – ich meine – selbst in Zeiten die weniger gut sind, wie die letzen Wochen – komm ich im Großen und Ganzen gut klar und kann durchaus auch schöne Dinge sehen und mir Auszeiten verschaffen.

Früher gab es viele Begriffe oder Situationen, die als Trigger dienten, die Auslöser waren für Flashbacks und die endlosen Kämpfe gegen Widersacher.

Im Laufe der Zeit wurden es weniger – oder die Krisen nicht mehr so massiv – ich blieb „handlungsfähig“ und manche verloren auch den „Trigger-Reiz“ – und wurden zu „normalen“ Worten oder Situationen.

In letzter Zeit kommt es wieder häufiger vor, dass ich merke, dass ein Satz oder ähnliches wieder ziemlich viel auslöst.

Nur dass es nicht mehr alte Situationen oder Flashbacks sind (in der Regel) – sondern Sehnsüchte und Gefühle.

Da hör ich dann einen Satz im Fernsehen – und muss losheulen, bin sofort in dem Gefühl drin – in dem „zuviel“ oder in der „Einsamkeit“ oder dem „verlassen fühlen“ oder was auch immer.

Das ist nicht neur – aber es fällt mir zunehmend auf dass es jetzt neue Trigger gibt, dass sie sich verändert haben – und das auch das was sie auslösen was anderes ist heute. Ich bleibe „handlungsfähig“, bin nicht nur ausgeliefert.

Das ist natürlich gut und ich kann das auch als Fortschritt sehen (auch in dem Moment) – und trotzdem ist es im Endeffekt auch ein Kampf. Ein anderer als die die ich die letzten Jahrzehnte bestreiten musste, einer, der mich auch weiterbringen wird – und dennoch ist es in dem Moment einfach nur heftig und viel und anstrengend – und manchmal auch zuviel.

Auch das ist eine Veränderung – dieses „zuviel“ ist kein Dauerzustand – es gibt wieder Atempausen dazwischen – und zwar häufig. Früher waren diese Atempausen die Ausnahme, heute sind sie Gott sei Dank fest verankert und stabil. Früher waren die Krisen das „normale“ – heute ist es umgekehrt – die Krisen die Ausnahme (wenn auch dafür noch oft genug) – und ich bin froh darüber.

Doch in dem Moment in dem es einfach nur weh tut und ich das Gefühl habe das alles nicht mehr aushalten zu können – ist das fast egal. Obwohl es schon einen Unterschied gibt – denn dass die Skills auch greifen und das „handlungsfähig bleiben“ macht es schon „einfacher“ – nicht unbedingt einfacher auszuhalten – aber einfacher damit umzugehen – dran zu bleiben an den Skills, ein Stopp zu setzen.

Das liegt hauptsächlich daran, dass die Atempausen auch ein Auftanken sind – dieser endlose Kampf ist einfach sehr anstrengend – und wenn es dann heftig wird – ist natürlich mehr an Ressourcen da, wenn das nicht alles schon im Vorfeld verbraucht wurde, weil es von einem Kampf in den nächsten geht.

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