zuviel

Ich sitze in dem Gruppenraum – wie immer nach dem Theratermin.

In der Ecke – es ist kalt – und die Fenster sind auf – aber ich kann sie nicht zumachen – es ist ja sein Raum.

Ich sollte das Taxi anrufen – aber ich kann nicht – die mail an den Thera hab ich schon längst geschrieben.

Es ist so laut – die Geräusche der Straße dringen an mein Ohr, die vielen Stimmen der vielen Menschen, Autos die vorbeifahren, Hunde die bellen oder kläffen, Kinder die schreien – es ist so laut – als würden mir all diese Geräusche direkt ins Ohr geschrien.

Ich kann nicht denken – zuviel – zusammengekauert sitze ich da – wiege mich vor und zurück und denke nur: du musst das Taxi anrufen und dann unten an der Zahnarztpraxis vorbei und dann nach Hause fahren – aber alles ist inhaltsleer.

Nur die Geräusche die mich zu lähmen scheinen, nichts mehr wirklich wahrnehmen – gleichzeitig zu merken, dass ich nichts mehr wirklich wahrnehme, mich immer mehr verliere.

Alles einfach nur zu laut, zu viele Geräusche.

Irgendwann kommt er und macht die Fenster zu – plötzlich Stille – nicht ganz – aber genug – ich brauche eine Weile bis ich wieder denken kann – und wieder handeln.

Rufe das Taxi an – ziehe mich an – und gehe los.

Funktioniere wieder.

Aber ich – ich bin irgendwo tief in mir verkrochen – nicht ansprechbar, nicht auffindbar.

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