Thera heute

Es ging nochmal um die therapeutische Beziehung und für mich war das auch wichtig das nochmal alles klar anzusprechen – zumal ja Nähe-Distanz grad wirklich das Hauptthema ist und ich da Schwierigkeiten hatte mich auch auf den Thera einzulassen.

Für mich war das auch wichtig, weil ich mit früheren Therapeuten da schlechte Erfahrungen gemacht hab – eine Therapeutin, die mich als Tochterersatz sah und permanent grenzüberschreitend war, ein anderer Therapeut, der (ist ja auch Analytiker) irgendwann mal behauptete ich sähe ihn als Vaterersatz, was für mich so gar nicht stimmte, denn in dem Fall hätte ich mich da nämlich auf nichts mehr einlassen können – für mich war eben immer sehr wichtig, dass es ein Thera ist, möglichst nicht mal ein Mensch und bitte ich möchte gar nichts privates wissen, weder ob verheiratet, noch ob Kinder oder Haustier oder sonst was – nichtmal ob er mit Fahrrad oder Auto zur Arbeit kommt.

Therapeuten waren für mich eine Funktion – austauschbar – und das war mir auch immer sehr wichtig, um überhautp irgendwas sagen zu können.

Das hat sich im letzten Jahr geändert – plötzlich konnte ich bei Urlaubsvertretungen nicht mehr einfach „weitermachen“ obwohl ich den auch kenne und er ähnlich arbeitet.

Mein Thera ist für mich nicht mehr austauschbar – ich brauche ihn auch als ihn. Zwart trotzdem klar als Thera und nichts anderes – aber als ihn, als Mensch der diese Funktion erfüllt.

Im Endeffekt ist das gut – gehört auch zur therapeutischen Beziehung, bedeutet aber auch eine Nähe, mit der ich dann doch oft Schwierigkeiten habe.

Ein Teil von mir ist froh darüber, weil es ein w ichtiger Schritt in die richtige Richtung ist, ein anderer hat Angst – weil damit auch noch verletzlicher, weil eben nicht mehr austauschbar.

Für mich war wichtig das einfach auch noch mal anzusprechen – auch nochmal die Ansicht des Theras zu zu hören (sie mir nicht nur zu denken) und auch in den Raum zu stellen, dass es eine weitere Veränderung ist.

Und davon gibt es grad mehr als genug – die neue Tages-/Wochenstruktur hat sich noch nicht etabliert (ging ja auch nicht , weil es bisher mehr Ausnahmen gab als normale Termine) und auch im Jänner sind noch zwei Dienstagstermine anders.

Der Schnee und das Eis bieten auch nicht grade „sicheren Stand“ oder „sicheren Boden“ unter den Füßen – und dass sich Knie und Zeh gegenseitig ständig anzicken macht den Stand auch nicht sicherer.

Der Vermieter der diese Woche in jeden Raum kommen wird – lässt auch die Wohnung grad nicht nur sicherer Ort sein (abgesehen davon dass ich da grad auch wieder Schwierigkeiten hab den Betreuer rein zu lassen – also überhaupt jemand reinzulassen) und die neuen Thera-Räume sind für mich auch auch alles andere als vertraut und „sicher“.

Das in mir dann noch so viel tobt und ich mich auch noch verhalte, wie ich es sonst nicht mache (dieses nicht recht entscheiden, das unwirklich sein, nicht recht wissen wo steh ich und das ewige Weglaufen) – gibt sein Übriges dazu.

So und jetzt geh ich zur Phyiso – und darf mich auf weiteren unsicheren Boden bewegen – Trampolin, Wackelbrett und Co.

Dieser Beitrag wurde unter Betreuung, Therapie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.