wär ja auch langweilig

Letzte Woche schrieb ich zum Gebetskreis, dass ein Neuer da war und der für mich „zuviel“ war.

Er hat eine Art mit der ich gar nicht kann und da mir auch klar war dass er Altes auslöst musste ich mir erst einiges klar machen.

Schon das Gespräch mit S., dem Kaplan, half dabei mich nicht zu sehr in der Zweifelecke zu verkriechen. Als K. dann auch noch sagte, dass es ihm ähnlich ging – war ich einfach nur sehr erleichtert.

Wir hatten für heute anvisiert, dass wir den Gebetskreis etwas kürzer gestalten und K., A. und ich uns dann zusammensetzen und besprechen wie es weitergeht.

Alle haben es ähnlich empfunden – auch das Gefühl der „Bedrohung“, überrascht hat mich ehrlichgesagt A., die auch ganz klar sagte: keine weitere Chance und raus – da sie immer diejenige ist, die doch sehr weich ist usw.

Aber auch das Gefühl uns schützen zu müssen haben wir alle drei.

Deshalb hab ich vorhin eine Mail an unseren Pfarrer geschrieben (immerhin hat er ihn uns „vermittelt“) – zum einen um uns als Kreis zu schützen (nicht dass wir dann die Bösen sind, weil wir keine Neuen wollen oder so), zum anderen aber auch um Rückendeckung zu haben, denn wir gehen eigentlich auch alle davon aus, dass er sich dann in der Pfarre beschweren wird.

Wir haben uns das Ganze nicht leicht gemacht – und im Endeffekt haben wir weder die Ausbildung noch die Ressourcen um diesen Menschen mittragen zu können (genaugenommen haben wir schon mehr „schwierige“ Leute als so ein Kreis eigentlich vertragen kann). Außerdem gibt es einen Kreis in einer anderen Gemeinde (auch in der Stadt) in den er gut passen würde. Dort würde das was bei uns so problematisch ist zum einen nicht so das Problem sein, weil die in dieser Art auch arbeiten, zum anderen haben die deutlich mehr Möglichkeiten das abzufangen und ihm da Grenzen aufzuweisen – durch klare Regeln, klare Aufteilungen aber vor allem auch den entsprechenden Menschen (sowohl in Anzahl als auch Ausbildung).

Nächsten Freitag werden wir ihn bei Seite bitten und ihm klar sagen, dass es bei uns nicht weitergehen wird mit ihm, dass er für unseren Kreis zu dominant und zu charismatisch ist, es aber einen Kreis gibt, der für ihn gut passen würde.

Ich weiß nicht wie er reagieren wird.

Aber zwei unserer „schwierigeren“ Mitglieder springen auf ihn extrem an – und eine davon, die hat sich in letzter Zeit echt gut angepasst und entwickelt, da war ja auch mal von Ausschluß die Rede, doch das klärende Gespräch hat da wirklich gefruchtet.

Diesmal geht es nicht darum etwas zu klären und dann weiter zu versuchen. Sowohl A. als auch ich hätten Angst wenn wir den Kreis alleine machen müssten und er wäre da – ich fühle mich ihm nicht gewachsen – so dass ich ehrlichgesagt auch Angst hätte wenn A. da ist – solange K. dabei ist geht es noch.

Er legt Verhaltensweisen an den Tag die nicht nur dominant, sondern auch unverschämt sind – das war schon letztes Mal so, dass er Dinge sagte und kritisierte, wo ich nur dachte: halt mal lieber deinen Mund, du bist das erste Mal hier und schau lieber wie es hier läuft, statt die Liedermappen zu kritisieren und das Gespräch ständig an dich zu reißen.  Heute waren einige Sachen für mich weniger störend als letztes Mal, andere dagegen fand ich einfach nur unverschämt.

In diesem Fall kann ich auch nicht mich hinstellen und sagen: so und so ist es – das war das letzte Mal für mich einfacher. Da war es für die anderen beiden aber ein Problem. Diesmal ist es für K. weniger das Problem, so dass er das übernehmen wird. Wir werden aber alle drei dabei sein und durchaus auch etwas sagen – nur der „Hauptredner“ wird sozusagen K. sein diesmal.

Darüber bin ich sehr froh.

Aber das ganze hat auch etwas sehr positives: Alle drei hatten das gleiche Gefühl, auch von den „nicht so recht fassbaren“ Sachen, alle drei bemängelten auch die selben Dinge – uns drei hat das glaub ich wieder ein gutes Stück geeint. Es gab gar keine Disskussion.

Diese Einigkeit ist selten – und ich schätze sie sehr. Vielleicht mag ich die beiden grade deshalb so sehr. Wir sind uns sicher nicht immer ganz einig in Einzelheiten oder so – aber wir ziehen an einem Strang – und das Schöne ist – es ist nicht nur ein „demokratisches Abstimmen“ oder so – sondern wirklich so eine gefühlsmäßige Einheit.

Ich finde das sehr schön – und es beruhigt mich auch, weil ich merke, wenn wir alle das so sehen – und zwar unabhängig voneinander erstmal – dann liegt es auch nicht nur an „Empfindlichkeiten“ oder ähnlichem.

Und es sind auch ganz klar Verhaltensweisen, die Grenzüberschreitungen sind. Es mögen keine großen sein, keine massiven, aber dafür immer wieder und ständig – und das schon beim ersten Mal als er dabei war und heute auch wieder.

Die Angst, dass  das Gefühl der Bedrohung dann ernst wird – ist da. Deshalb wollen wir uns auch über die Pfarre absichern. Wir hoffen dennoch dass es nicht so weit kommt – erwarten das auch nicht wirklich, dennoch ist es da.

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