einschlafen

Seit einiger Zeit habe ich große Schwierigkeiten einzuschlafen – das schlafen selbst geht dann eigentlich. Doch egal wie müde ich bin, ob mir fast die Augen zu fallen oder wie spät es ist – kaum ist das Licht aus und ich liege da – werde ich immer munterer – bis ich dann das Licht wieder anmache und mir fast die Augen zu fallen.

Licht anlassen hilft aber leider auch nicht – einschlafen klappt irgendwie nicht.

Natürlich schlafe ich dann irgendwann doch ein – aber es sind mittlerweile viele Stunden die es braucht bis es dann klappt. Entsprechend schlafe ich natürlich auch deutlich weniger, denn deshalb morgens länger ist auch nicht.

Früher hatte ich große Schlafstörungen – konsequent abends 1-2 Stunden Entspannungsübungen oder -musik – egal ob mir danach war oder nicht – Hauptsache die CD lief – und das über viele Monate – erst nach einem halben Jahr etwa merkte ich dass es Wirkung zeigt. Auch wichtig ist abends kein Computer und kein Fernsehen, auch kein Radio oder so – sozusagen „technikfrei“, wobei Musik vielleicht noch ginge. Ich brauche da 2 Stunden um so weit abzuschalten – doch auch das funktioniert zur Zeit nicht wirklich.

Es könnte durchaus sein, dass das mit dem Seroquel zu tun hat – immerhin hab ich das damals angefangen um genau das in den Griff zu kriegen, nur nahm ich da die letzten zwei Jahre schon nur noch sehr wenig und die letzen Wochen sowieso. Auch kann ich zur Zeit gar nicht sagen ob das an den Tagen wo ich es nehme grad besser ist, das müsste ich die folgenden Tage mal im Auge behalten.

Am Wochenende half ja auch das Schlafmittel nicht mehr – das schob ich aber mehr darauf, dass ich so aufgewühlt war – da greifen Medis bei mir generell schlecht. Doch das kann ich ja auch nicht jeden Tag nehmen (würd ich auch nicht wollen).

Meist gelingt es mir dann wenigstens zu lesen oder ähnliches – doch das ändert ja nichts daran, dass mir im Endeffekt ein paar Stunden Schlaf fehlen.

Ich versuche mir da keinen Druck zu machen – weil dann geht es erst recht nicht – aber es ist sehr anstrengend, wenn man eigentlich einfach nur wahnsinnig müde ist, die Augen kaum noch offen halten kann – und dennoch nicht einschlafen kann.

Schon lange weiß ich, dass ich meine 10 Stunden Schlaf brauche, bekomme ich über längerem Zeitraum (ein paar Nächte) weniger, bin ich einfach nicht ausgeschlafen und fit. Wenn ich dran denke, dass ich über Jahre nur 3-4 Stunden geschlafen habe (was ja irgendwann auch mit einem Zusammenbruch quittiert wurde) frag ich mich, wie ich das wirklich über Jahre ausgehalten habe – zumal da ja häufig Nachtdienste dabei waren – in denen man nie wusste ob man jetzt ab Mitternacht schlafen kann oder doch geweckt wird, weil ein Notfall ist. Auch Bereitschaft hatte ich so manche Nacht.  Und war dann tatsächlich mal eine Nacht „frei“, konnte ich auch nicht schlafen, war es ja nicht gewohnt.  Es ging irgendwie und frei hatte ich eh nie – typisch Workaholic war ja immer was zu tun – und sei es für die Schule, die eh zu kurz kam.

Als die Schlafstörungen nicht mehr so das Thema waren, kristallisierte sich dann raus, dass ich eben meine 10 Stunden brauche – ist eine Nacht mal kürzer ist gut wenn die nächste oder übernächste dann etwas länger ist und ein paar Nächte länger waren auch ok.

Von den 10 Stunden bin ich aktuell weit entfernt (dafür bin ich sogar erstaunlich fit, aber es würde auch erklären, warum ich zur Zeit viel schneller an meine Grenzen stoße).

Leider fürchte ich, dass es nicht nur am Bett und der Matratze liegt, denn dann wäre ja die Aussicht, dass sich das im Dezember alles ändert.

Es ist auch nicht so dass ich dann grübel oder so – klar plätschern Gedanken vor sich hin, doch die sind meist nicht mal negativ – wenn sich solche einschleichen kann ich dann ja etwas tun, sie auch bewusst in ihre Schranken weisen und sagen: jetzt nicht! und mich auf was anderes konzentrieren. Auch bei Flashbacks gelingt das zur Zeit erstaunlich schnell und „einfach“ – das Negative ist also nicht das Problem.

Manchmal schleicht sich das Gefühl der Angst ein – Angst vor dem Einschlafen – dabei hab ich zur Zeit nicht mit Alpträumen oder ähnlichem zu kämpfen. Es ist irgendwie auch keine wirkliche Angst – aber ein eigenartiges Gefühl. Doch auch das ist meist nur kurz und gut auf seinen Platz zu verweisen.

Vielleicht sollte ich wieder mit Entspannungsübungen anfangen, meine Angst ist nur, dass sie die Erinnerungen und Gefühle dann eher verstärken könnten, weil die die ich besonders gerne mag Stellen haben, wo es genau darum dann geht – Zulassen was jetzt da ist – hinspüren, sich da mittreiben lassen – zwar nur für wenige Minuten aber dennoch. Und Entspannungsmusik macht mich zur Zeit eher aggressiv.

Trotzdem ist das vielleicht eine Möglichkeit (auch wenn sich da noch einiges sträubt, weil ich damals echt lange gebraucht habe bis das auch wirkte und das erste halbe Jahr war es NUR Kampf – auch wenn ich nicht davon ausgehe dass ich wieder ein halbes Jahr brauche, denn damals konnte ich mit Entspannungsübungen gar nichts anfangen, das kann ich ja heute schon).

Ich bin müde, wirklich müde – und heilfroh, dass außer Physio und kurz Betreuung morgen nichts ist.

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2 Kommentare zu einschlafen

  1. Svea sagt:

    Meinen massiven Einschlafstörungen hatte ich, als ich Seroquel bekam. Von dem Tag an wo ich damit aufgehört hab, hatte ich keine Probleme mehr…

  2. Ilana sagt:

    Ich bekam es damals gegen die Schlafstörungen, allerdings in niedriger Dosierung (zwischen 50 und 100 – später auch mal 150) – bin aktuell auch nicht sicher ob es daran liegt, dass ich die letzten 25 jeden 2. Tag weglasse. Sollte es dann wirklich daran lieben bleiben die 25 auch und ich versuch es später nochmal.

    Möglich ist es durchaus – vor einem knappen Jahr wollte ich schon reduzieren und dann war Schlafen wieder ein Graus (aber eben mehr Schlafen, nicht das Einschlafen) – kann aber auch die aktuelle Situation sein.

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